Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1734130
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Holzer , 
Johann 
Evangelist. 
sterkirehe des Benedilitinerstiftes zu Schwarzacli am Main in Frau. 
'l'een. In Franken malte er vieles für die Grafen Schönborn und 
Staufenherg und für verschiedene Domherren. In der Kuppel der 
bezeichneten liirche malte er den heil. Benedikt in der himmli- 
schen Glorie-und an den Plafonds die Verklärung Christi auf Ta- 
bor, die Marter des heil. Sebastian, die heil. Felicitas mit ihren 
sieben Söhnen, die Stiftungen des Klosters und die päbstliche Be- 
stätigung derselben. Aller dieser Aufträge entledigte er sich 1757 
im 29. Jahre, doch weiss man nicht, wie lange er in der Kirche 
gearbeitet hat. Er leistete hier Groases und daher wurde ihm auch 
die Bewunderung zu Theil. In lVIeusePs Miscell. I. 42 ff. spricht 
sich ein ungenannter Künstler mit Lob und Begeisterung darüber 
aus, doch sind die am Schlusse des Artikels beigefügten Nachrich- 
ten über Holzers Lebensgeschichte beinahe durchaus falsch. E1. 
lässt ihn in einem Dorfe unweit Augsburg geboren seyn, die Them 
logie studiren und nur nebenbei die Zeichenkunst erlernen um 
Auch P. v. Statten sagt, dass Holzer sich mit den Gemälden die, 
ser Klosterkirche den grüssten Ruhm erworben habe, und der' 
Canonikus G. A" Baacler nennt in seinen Reisen durch Vcrsqhiü 
dene Gegenden Deutschlands, Augsb. 1795_, den Plafond der Kir- 
ehe das grösste Meisterstiick, das Holzer in seinem Leben gen? 
fert hat. i  
Leider kamen nach der Aufhebung des Klosters die Gemälde 
in den traurigsten Zustand, und gegenwärtig droht die Decke der 
Iiirclie dem Einsturze. Das Kloster ist jetzt eine Papierfahrilg 
Nach Viollentlung dieser Arbeit sollte l-lolzer die Residenz des 
Bischofs von Würzburg mit Fresconialereien  er 
hatte schon Entwürfe gemacht," als der_Chur_Fu_rst von Coln den 
Wunsch änsserte, von diesem Kunstler die Hofliirche zu Kleinen? 
wcrth ausmalen zu lassen, ilolzer folgte den: Rufe nach Bonn, 
und von hier aus begab er sich in Gcsellschcilt des Obersten von 
Schlaun nach-Klemenswcrth? UIIIVILlIEHIIQIhIgOII Ausmessungen vor 
 zunehmen, und hiernach seine Entvvrurie und Skizzen zu bearheb 
ten. Allein der Künstler befand sich schon auf der Reise UHWOhl 
und bei der Ankunft an seinem Bestiininungsorte brach die Krank 
heit mit grösster Heftiglscitfius, und Hulzcr starb _1T4O, noch 
nicht volle 51 Jahre, alt. Sein Verlust wurde allgemein bedauert 
Einige sagten, er sei ausi Iiiinstlcrneid und Hass vergiftet werden, 
und diese Sagehat sich iin Volke noch niclitganz verloren. Nach 
Roschmann sollten niederländische Maler, die am churcollnischen 
Hofe sich befanden, die Thäter gewesen seyn. Die Sache ist 
nicht erwiesen, und ungegriiiidct ist auch der Vorwurf, der Biinstd 
ler sei in Folge eines schwelgcrisclien Lebens gestorben. Als Be. 
weis dessen wurde enzählt, Heizer habe den berühmten Bauern- 
tanz in Augsburg zur Zahlung der Zeche gemalt. Holzer war ein 
tugendhaftei- und rechtscliadeiier Mann, bescheiden undjertriig- 
lieh, Sparsam und nichts iveiiiger als schwelgerisch. Die ange, 
streugte Arbeit schwächte seine Kräfte und führte den Tod herbeL 
Seine Schüler waren der Akademiedirelstor Günther zu Augsburg 
und F.  Zeiller von Beute. 
Holzer war ein richtiger Zeichner und mit einer reichen Erfin- 
dungsgalie ausgerüstet. bein Culorit ist wahr und angenehm, seine 
Gruppen sind _glucl-ilich vertheilt, Licht und Schatten gehörig 
beobachtet und 1m Ausdruck der Leidenschaften besass _er nicht ge- 
meine Stärke. Er wurde grcss, ohne Rom und Italien gesehen 
zu haben. Indes: entging er doch dem Tadel nicht. Man sagte. 
seine Grazie habe sich fast immer in einen gewissen Unduliainn;
        

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