Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1734112
heil. Joseph, als Patron der Betrübten, Kranken und Sterbenden 
in der Klosterkirche zu Marienberg, das er im 18. Jahre malte 
denn man liest auf dem Bilde: Ex opef. Joann. Holzer aetat. ggf 
Aus Auer's Schule, in welcher er das bezeichnete Altarbild kaum 
mehr gemalt hat, kam Holzer zu Straubing in Condition des M3- 
lers J. A. lVlerz, der damals die Ausmalung der Klosterkirche 
Oberalteich übernommen hatte und tüchtige Gehiilfen zu dieser 
Arheit suchte. Holzer fancl da Gelegenheit, die Frescomalerei ein- 
zuuben, worin er in der Folge seinen Ruhm vorzüglich begrüm 
dete, und Zapf sagt sogar in seinem Leben Holzeüs in MeusePg 
Miscellaneen VIII. 79: Holzer sei gleichsam der Schöpfer der 
neuem Frescomalerei in Deutschland. 
In Straubing malte er auch den heil. Anton von Padua für die 
Franziskanerkirche, doch Weiss man nicht, wie lange er sich in 
dieser Stadt aufgehalten habe. Von da begab er_ sich nach Augs_ 
burg, wo er von J. G. Bergmiiller freundschaftlich aufgenommen 
und gleichsam als Sohn behandelt wurde. Dieser zu seiner Zeit 
erste Maler Augsburgs machte den jungen Iiunstler aufmerksam, 
dass ihm noch höchst wichtige Kenntnisse zur höhern Kunst fehl- 
ten: Anatomie, Geometrie, Optik, Mythologie, Geschichte und 
das Lesen und Studircn vorzüglichen Dichter. _Holzer bedurfte 
nur der leisen Anregung; und sein Eifer war diesen Studien gm 
widmet. Er lernte auch in den mechanischen Theilen der Kunst 
bei Bergmiillcr sehr viel, und überhaupt hat dieser die Ehre, einen 
Meister gebildet zu haben, der seinen Ilulirn verdunlielte. In 
Augsburg fand Holzer auch Gelegenheit, Wferke ausgezeichneter 
Künstler zu studiren, er erlernte die französische Sprache, und 
selbst die Radirnadel führte er mit vielem'Gliicke. Man? hat au, 
jener Zeit 14 fiir Berginiillefs Verlag radirte Bliitter,_ die er in 
Rembrandfs Manier theils_ nach Bergmullefschen, theils nach ei- 
genen Zeichnungen init vielem Geiste und Geschiiiache ausfiilirtm 
Auch lieferte er nicht wenige Entwürfe und Zeichnungen, inei  
stens grau in grau, fiir liunstverleger und liupfersteclier, besnn, 
 ders zu den damals üblichen sogenannten Thesen, die den Ku. 
pferstechern in Augsburg lange Zeit vielen Verdienst zuwendetcm 
In Augsburg verlebte Holzer sechs glückliche Jahre in Bcrginii]-  
let's Haus, und er führte mit demselben gemeinschaftlich viele  
und grosse Arbeiten aus. Endlich trat er als selbstständiger Klima, 
ler auf, und es fehlte ihm sogleich nicht an Aufträgen und Be- 
stellungen , ja er wurde damit nach und nach so uberladeu, das,  
er alle zu erledigen nicht vermögend war. Er malte eine Reihe  
von Gemälden an die Aussenseite der Hiiuser, und einige derge]- 
ben gehörten zu seinen vorziiglichsten Iiunstschdlafungeii. Leide;- 
gingen diese Mauergeniälde durch den veränderten Zßltgesclimack 
und durch den Zahn der Zeit zu Grunde. J. E. Nilson hat uns 
jedoch diese Coinpositionen in Kupferstichen erhalten. Sie bilden 
ein jetzt seltenes Werk von 28 Blättern mit dem Titel: Picturae 
a Fresco in aedibns Augustae Vind. a J. Holzer, sculpt. a J. E, 
Nilson. Berühmt war der Bauerntanz in lebensgrossen Figuren 
an einem Gasthause. Biancoiii führt ihn als Beweis von der Griisge 
und der Fruchtbarkeit des Holzefschcn Talontes an, und Graf 
Algarotti konnte sich bei der Beschauung kaum von dem Bilde 
trennen. Er erwähnt dieses Werkes im zehnten Briefe an Mai- 
chege Ercola-ni. Der stehende, springende und fallende Hirsch 
an demselben Hause war ein Meisterstück optischer Täuschung.  
Gegenwärtig sind "diese Gemälde iibermalt.  
Eines der vorzuglichsten Werke Holzefs ist auch der Plafond,
        

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