Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1733827
Holbein , 
Hans. 
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Nach der Baseler Bibliothek ist das in jeder Ilinsicht so herr- 
lieh ausgestattete königl. bayerische Museum das reichste an higgg- 
risehen YVerken dieses Meisters, indem es seit Kurzem auch die 
(iemiilcle aus der fürstl. VVallersteiNschen Sammlung besitzt- Hier 
sieht man das trefiliche Blldniss eines reich gekleideten Mannes, 
mit dem Tode, der auf die fast abgelaufene Sanduhr zeifrt- Ein 
anderes merkwürdiges Bild stellt einen in Pelz gehiillten bärtigen 
Mann vor, wie er im Stuhle sitzt. Aus der Boisserceüsehen Samm- 
lung ist das herrliche Bildniss des Erzbischofs Johann von Caron- 
delet. Die ltönigl. bayerischen Sammlungen enthalten viele Bilder 
von Holbein. Für eines der schönsten Werke dieses Meisters hielt 
man früher die Maria mit dem Iiinde auf dem goldenen Throne 
m der Burg zu Nürnberg, allein ausserdem dass die Zeichnung 
für Holbeiu zu mager und hart ist, ist auch der Umstand gegen 
diese Angabe, dass auf der Rückseite eine Inschrift schon 1502 
die Besitzerin nennt. Das Bild bewahrte in Rom eine Frau als 
lierzogliches Geschenk. Die Malerei ist sehr vollendet, und die 
Entstehung kann desswcgen wohl nicht über 1500 hinaufreiebezi, 
eine Zeit, in welcher der jüngere Holbein noch nicht malen konnte. 
Es gehört wohl dem älteren Holbein an. In der St. Morizkapelle 
zu Nürnberg sind die Bildnisse eines Mannes und. einer Frau. 
In der k. k. Gallerie zu Wien sind 16 Portraite von Holbein: 
Johanna Seymour, Erasmus im Pelzverbrämten 'I'alar mit wenigen 
grauen Haaren, ein offenes Buch auf dem Tische; des Künstlers 
eigenes Bildniss etc. Jünger ist der berühmte Erasmus in dem 
Gemälde der Ptathsbibliothek zu Basel. Auch ir{ verschiedenen an- 
deren deutschen Gallerien sind Gemälde von Holbein, allein lie 
alle aufzuziihlen verbietet der Raum. 
l Das königl. Museum zu Paris hatte schon von jeher acht Bil- 
der von IIulbein, mehrere sah man daselbst zur Zeit der grossen 
Iiunstbeute unter Napoleon. Im hönigl. Museum zu Paris ist das 
Opfer Abrahanfs, die Grablegung des Herrn, die Stigmatisntion 
des heil. Franz, das Abendmahl, der Grosshanzler Th. Morus, 
der Erzbischof von Cauterbury, Nicolaus Kratzer, Erasmus, vier 
unbekannte Portraite.  
Im k. Museum zu Berlin sind die von Hirt bestrittenen Bildnisse 
des Kaufmanns Georg Gyzen und des englischen Goldschmieds 
iVlorett. Dagegen sprach sieh Hirt fur ein Bildniss der Anna Be- 
leyn aus.   
In der Gallerie zu Florenz ist des Künstlers eigenes Bildnis: und 
jenes des Martin Luther, angeblich von Holbein gemalt. 
Zu Prag hat man Bernhard von Orlay's grosses Gemälde am 
Hauptaltare der St. Veitslxirche mit Unrecht dem Holbein zuge- 
schrieben. Neuere Forscher erkannten es aber als Werk des er- 
steten. 
Am "wenigsten bekannt waren langeXZeit die Werke, welche 
sich in England von diesem, so wie von anderen Kleistern finden, 
und dieses ist überhaupt jenes Land, wo Holbeiifs grösster WVir- 
kungskreis zu suchen ist. Hier und in Basel ist die grössere Zahl 
seiner Werke, die geringere in Italieurobgleich auch insjenßßl 
Lande der Meister bekannt wurde. Die Italiener ertheilten ihm 
ärger den ehrenvollen Namen des deutschen Leonardo da Vinci. 
it den Werken Hol-bein's in England haben uns unlängst Pass-I- 
vant und Dr. Waagen bekannt gemacht; ersterenin seiner Iiuust- 
reise durch England und Belgien 1835, letzterer in (lßm Werke; 
Kunstwerke und Künstler in England und Paris I. 1357- 
Dr. Wangen sagt S. 176, dass sich in England wohl manche
        

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