Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731561
Haygz , Francesco. 
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gut gezeichnet sind, wie die Extremitäten. Dabei Ü! e! mit brei- 
tem Pinsel gemalt, harmonisch in der liarbung, und es erinnert 
an jene grossen Meister-l, denen man die Wiederherstellung der 
Malerei in Italien verdan lt.  
Ein vorzügliches Gemälde ist auch jenes, welches _M3I'l.ü Stuart 
vorstellt, wie _sie das Schaffot besteigt. Es zeigen sich lHCYIVlGlG 
Figuren, die in schone Gruppen vertheilt sind. Ilayez zeigte 
hier sein grosses Talent in der Mannigfaltigkeit der Physiognomie, 
und die Leichägkeilt), mit wclehä-r er) Cllß. Gillliiflglgßllulgeblllllßßgl 
Seidenzeuge, en amast, Ww ergt In lät 7M 9mm elfn- V 
Page, welcher vorausgeht, soll die einzige F1gur_se_yn , die fehlerl- 
haft zu nennen ist. Im üVorgrunil ist eine weibliche Figur, iin 
blauen Corset, das auf einem weissen Rock aufliegt, eine haufig 
wiederkehrende Gestalt, gleichsam das Siegel von Hayez Genial- 
den. Letzteres mit Maria Stuart wollen Kenner den Erzeugnissen 
der guten lYIeister, die unserm Iiunstler vorangegangen, an die 
Seite setzen. Der Iiunsthändler Ilicordi gab davon eine lithogra- 
phische Nachbildung heraus, und die Zeichnung auf Stein soll 
der Maler selbst besorgt haben. B. Valsecchi hatndabs Gernailde, 
auf welchem sich mehr als hundert ausdrucksvolle hopfe befinden, 
in Miniatur copirt.     
Ein grosses Gemälde, das 1829 111 äellßfl W313 151 ICPQS: Wel- 
ches Philipp Maria Viscoiiti von Mailand vorstellt, wie er, den 
zwei Königinnen von Arragonien und Nairarra, die von den Ge- 
nuescrn gefangen wurden, ihre Iironen ziiriickgibt. Hayez zeigt 
auch hier Geist in der Erfindung und schone Anordnung._ Alles 
"ist in Bcivegung, wie wenig ein Akt dieser Art auch auf die 7,1l- 
schauer mit Lebhaftigkeit einwirken kann. Man sagt, die Phy- 
siognomie der vornehmen Geiiueser drucken den Aerger aus, sich 
in der Hoffnung auf ein grosses Liisegcld betrogen zu sehen. 
Die grösste Iiuiist liegt also hier in der Physiognomie, nicht im 
Dramatischen, welches in diesem Eilde nicht vorherrscheiidvseyn 
kann. In der VVii-kuug des Lichtes, im Costuine und in der hiinst 
zu drapiren hat Hayez, wie immer Vorziigliches geleistet. Meister- 
haft sind die mit Gold durchivebten Stoffe und andere Zeuge 
nachgeahmt. 
An dieses Gemälde reiht sich jenes an, welches Peter den Ein- 
siedler vorstellt, wie er die Berge der Schweiz durchstreilt, um 
einen Kreuzzug zu bewirken. Diese Coinposition ist sehr male- 
risch. Der geniale Iiiinstler wusste der Handlung auf eine 
geistreicheWeise durch Einführung glücklicher Episoden Inter- 
esse zu verschaffen. Bei allen Schönheiten fand man aber diese 
beiden Compositionen doch nicht fehlerfrei. In dem ersteren Bilde 
ist die Zeichnung etwas vernachliissiget und die Figur des iii- 
schofs nicht edel genug; in letzterem _ist die Figur des auf der 
Erde knienden Einsiedlers schlecht gezeichnet. Besonders wurden 
die Hände getadelt. Sie sind zu klein und jene, mit welcher er 
das lireuz hält, hat nicht den Ausdruck, welchen die belebte 
Miene Peter's ilir geben musste. Der _Lcib_ des lYIiidchens, das 
sich zu dem Fusse des Eremiten herabneigt, ist zu lan  
Ein namhaftes Bild ist auch jenes, welches die melde von 
Lambertuzzi vorstellt, wie sie in ihrem Zimmer den Geliebten 
empfängt und voii_den Brüdern iiberrascht wird, die Beide der 
Iiache opfern, da die Familie in Feindschaft lebte.  
Iiii Verlaufe dieser Zeit svählte er noch niehrcrß Mag die m" 
glückliche Maria Stuart zum Gegenstande seiner Darste ung, Q1! 
Opfer ihrer Feinde, in tiefe Trauer versenkt oder mit unerschut- 
terlichem Muthe im Tode. Im Jahre 1835 sah man d" Vonuß" 
2D
        

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