Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731533
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Haydon , 
Benjamin 
Robert. 
denen er seinen Salomon vollendete, schwiiehten seine Gesund- 
heit in hohem Grade. Diese: Gemälde, das II. in Sprin-Garileiis 
aufstellcirliess, wurde aber gelaauft, und es fand allgemeinen) Bei- 
fall. Die Direktoren der britischen Institution sandten ühin ein 
Geschenk VOR 100 Guineen, und auch seine Ieiiitle liesseii end- 
lich seinem lYIuthe und seinem Talente Gerechtigkeit widerfahren. 
Im Jahre 1311i- ging er seiner Gesundheit und seiner Ausbildung 
wegen mit Williic nach Paris. Die' IYIeuge interessanter Charak- 
tere unter den fremden Truppen und die Schätze des Louvre bo- 
ten reiche Gelegenheit, seine Studien zu fördern. Er lißllvlß in 
demselben Jahre nach London zurück und begann des Heilands 
Einzug VlIIJJCYLXSGlCLII-l Im folgenden Jahre vollendete er mehrere 
landere Geiniildc, niussteäber steter Iiriinlslichlscit wegen London 
bald ganz verlassen. Erst 1816 begann er zu genesen. Zu dieser 
Zeit bemühte er sich Lord Elgiifs Sammlungen zu einem Staats- 
gut und seinen Landsleuten zugänglich zu machen und er hatte 
auch die Freude, dieselben vom Parlamente angekauft zu sehen. 
Ini Jahre 1821 stellte er sein neues Geiniiltle, Christus am Oel- 
berge, aus. Christus ist darin mit leuchtendem Körper, von wel- 
chem Strahlen ausgehen, gemalt. Haydoii huscht nash dein Lobe 
eines grosseii Coloristen, und nicht minder schrneiclielt ihn jenes 
"eines treliliclien Zeichners. Ueberhaupt setzte sich sein unun- 
-terbroehener Eifer die Aufgabe, in der höchsten Gattung der Hi- 
storienmalerei die Palme zu brechen. Allein bisher hatte es noch. 
nicht das Ansehen, dass Haydoii als Historieiimaler bei der Nach- 
welt eines ausgezeichneten Namens sich erfreuen werde. Es tehlt 
seinen Arbeiten an Tiefe und Originalität und wo sich Spuren ei- 
nes eriinderischen Geistes zeigen, vermisst man das äicht poetische 
 Gefiihl.  Doch zollt man iliin das Lob eines guten Zeichners, 
dass er die Farben zu behandeln wisse und in der Gesammtiw-ir- 
kung zu überraschen verstehe. Dieses ist besonders mit den hu- 
moristischen Bildern der Fall, die er seit einigen Jahren lieferte. 
Diese sind frisch und heiter in der Farbe, voll Leben und geist- 
reich behandelt. Auch als Portraitmaler erwarb er sich Ruf, da 
seine Bildnisse das Gepräge der Individualität tragen. Er weiss 
den rechten Lebensinoinent zu fassen, und dann das Bild mit 
Geist und Kraft zu behandeln. Seine Portraite haben ganz den 
reichen glühenden Farbenton, der seine Gemälde auszeichnet. 
Unter den rein historischen Bildern ist sein „lYIuses von Pharao 
entlassen," eines seiner geschiitztesten. Er leistete hierin mehr, 
als mit seinem viel besprochenen Einzug in Jerusalem, einem gros- 
ses Gemälde, das 1820 zur _Ansstellung liam. Haydoii arbeitete 
sechs Jahre daran, und naclf seinen vorangegangenen eifrigen 
Studien war die Erwartung des Publikums nichtgeringe. Das 
Bild fand im Allgemeinen auch grossen Beifall, doch erhob sich 
ebenfalls die Critilr, besonders in den Times vom 8. April 1330. 
Der Beirrtheiler-verglich es mit Paul Veroiiestfs cananiiischer Hoch- 
zeit. An .eiiiigen Figuren, besonders an jenen des Vorgrundes, 
tadelt er die Carnation wegen des durchsichtigen und iniirben 
Ansehens. Die Sehattenparthien sollen nicht durch Wirhlißltß 
Schattenmassen, sondern durch dunkel colorirte Gegenstände her- 
VOFQCl-tfßflht seyn, wodurch der Effekt des Ganzen bedeutend ge- 
stört wird. Gcpriesen wird aber der grosse Styl, die 56115111101! 
und Correhthcit der Zeichnung, besonders der lixtreniitiiten. Der 
Kopf ldes äIEllüIllClES gab hingegen witiler zu Lltllllt"yifilßüällctlölgäl-Cn 
Urthei en eran assun . as "riisste ob erthci tel im (er Ser- 
ver, und auch in deä Annal: of the Tine artsSvird der Äciiinstlcr 
dieses Bildes wegen geriihmt. TVIau hat von ihin selbst eine Be-
        

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