Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1733001
Hetsch , 
163 
Carstens schon ein reineres Streben begann. In Rom malte er 1796 
den Herzog Ludwig Engen von Wiirtemberg zu Pferde, ein Bild, 
das in dem damals bestehenden Journal für bildende Künste ge- 
riihmt wird. Bald darauf wurde Hetsch Professor und Hofmaler 
zu Stuttgart, und 1798 erhielt er die Stelle eines Galleriedirßlitors. 
Zu Anfang 1111515135 Jahrhunderts brachte er das durch FreudhoPs 
Schwarzlsunstblatt bekannte Gemälde, das Paris und Helena vor- 
stellt, zur Ausstellung, und 1803 vollendete er in Rom ein 13 Fuss 
langes und g Schuh breites Oelgemälde des Oedip, der sich durch 
Theseus Vermittlung mit seinen Töchtern aussöhnt. An dieses 
Gemälde legte auch die Kritik ihren Maasstah. Sie fand den The. 
seus zu jung, ohne Leben, und Oedip trug ihr zu wenig das G9. 
Präge der ausgestandenen Leiden; doch entziicltte die Gruppe, die 
er mit seinen Töchtern bildet. Besonders gefiel ein früheres Bild, 
welches den Tod des Papirius darstellt, und dieses Gemälde hat 
Professor Leybold gestochen. In Wielandls deutschem Merkur 
von 1805 und 1807 werden zwei Bilder gerübmt, von denen das 
ältere St. Ciicilia vorstellt, wie sie den Harmonien des Himmels 
zuhorcht, und das zweite, Odin's Höllenfahrt, wurde in einem 
Zimmer des Schlosses zu Stuttgart aufgestellt. Für ein früheres 
Gemälde, welches den Abschied des Itegulus vorstellt, gab ihm 
der König eine goldene Dose mit 200 Dukaten, und als eines sei-' 
ner schönsten fruheren Werke erklärte man den Abschied des Bru-- 
tus von der, geliebten Portia. Dieses Bild malte Hetsch in Paris, 
wo sich der Künstler um 1808 mit den aufgeliäuften Iiuiistschiitzen 
Europe's befreundete. In Paris malte er aus Auftrag des Königs 
ein grosses ßltzrrblatt mit der Auferstehung Christi. .Im Jahre 
1310 ging der Huiistler wieder nach Stuttgart, und hier war fortan 
der Schauplatz seiner Kunst. Man sah von Zeit zu Zeit. meister- 
hafte Fainiliengruppen, und 1815 wurde auch ein historisches Bild 
geriihmt, die gewaltsame Wegnahme des Astyanax vorstelleiid. 
Drei Jahre darnach erschien sein Marius auf den Ruinen von Car- 
thago. Hetsch malte indessen nicht Historien und Portraite allein; 
er verdient-auch als Landschaltsmaler Lob. Mehrere seiner schön- 
sten historischen Bilder befinden sich im königlichen Schlosse zu 
Stuttgart, wie seine Tullia, Oedip, Begulus, Daniel in der Löwen- 
grube . Odin, der die Zauberin aus tausendjährigem Schlafe erweckt, 
Brutus und Portia. Seit mehreren Jahren hat der Künstler nichts 
mehr gemalt, indem er sich auch von der Welt zuriickzog. Viele 
von seinen Bildern zeichnen sich durch Einfachheit der Comno- 
sition und durch edlen Styl aus. Auch wusste er seinen Figuren 
charakteristischen Ausdruck zu verleihen, und dabei hatte er in 
der Technik ungeineine Sicherheit. Nur ist er nicht von der Ma- 
nier und dem Farheneffekte der französiseheil Schule ganz fern 
geblieben.  
Er wurde schon friih mit dem wiirtembergischen Civilverdienst- 
erden geschmückt.  
Von ihm ist'wohl auch folgendes. Blatt, das im Frauenholischen 
Catalog unter dem Namen Hetsch aufgeführt istv 
Die _Fmdung Mosis. u. 10 z., Br. ßiZ-  
1 
Hetsüh:  F": Architekt und Maler zu Copenhagen, ein Künstler 
unserer Zelt. der auch die Stelle eines Professors bekleidet. Vor 
Ietlichßll Jahren baute er zu Copenhagexi den neuen israelitisßhell 
Tem el und das Üniversitätsgebäude. Auch hat xman sehr schöne 
 Archgtekturstiiclxe von seiner Hand. Auch seine architektonischen 
Zeichnungen sind rührixlich zu eifwähnen.   
Man hat.vou ihm 6111 WNex-k über den Unterricht im Zßißhllen. 
11 i
        

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