Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1732934
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Hess, 
Carl. 
Es stellt dieses den Engpass des Bodenbühls an der Tyroler Gränze 
vor, wo 1305 eine kleine Schaar Bayern ein Unternehmen von 
geltgner Kühnheit ausfiihrte. Es ist dieses ein drittes Meisterwerk, 
das auf einem 11 Schuh breiten und 7 Schuh hohen Raume bis 
auf das kleinste Detail ein für Bayern merkwürdiges Ereignis; 
schildert. Auf diesen Schlachtbildern "sind immer zahlreiche Por- 
trnite angebracht, und in einem anderen herrlichen Gemälde, wel- 
ches Graf Schönborn zum Andenken an die Gruntläteihlegung der 
von ihm errichteten Constitutions-Säule ausführen liess, sind 50 
der Anwesenden portraitartig gehalten und in lebendige Gruppen 
vcrtheilt. Bei Gelegenheit der Hunstausstellung von 1852 sah man 
in München sein Gefecht bei Wörgel in Tyrol, das 1809 vorfiel, 
ein treFfliches Bild, wie der Engpass des Bodenbiihls im Besitze 
des Köni s Ludwig, und genau beschrieben im Iiunstblatt 1354 
Nro. 62'   
Im Jahre 1835 bot sich dem Künstler eine neue Gelegenheit um 
Ruhm zu ärndten dar. In jenem Jahre zog Prinz Otto von Bayern 
in Nauplia als König von Griechenland ein, und Hess erhielt den 
Auftrag, diesen Einzug an Ort und Stelle zu zeichnen, und ihn 
dann zu malen. Im Jahre 1335 sah man dieses grosse Biltllllergt 
auf der Iiunstausstelliing in München, und es gewann allgemeinen 
Beifall, beim Volke wegender interessanten lfleuheit des Gegen- 
standes, und von dem gebildeten und verständigen Theile neben- 
bei auch wegen der meisterhaften Anordnung und Ausführung des 
Ganzen. Es ist dieses ein Gemälde voll des herrlichsten Contra- 
stes in Mannigfaltigkeit des Costüms und der Physiognomiii, in den 
scharf marliirten griechischen Zügen, und den iiberseeischen Uni- 
fbrmniännern. Hess verweilte neun Monate in Griechenland, und 
zu den Arbeiten, die er sich zur nächsten Ausführung machte, gc_ 
hört neben diesem, von Hohe lithographirten Einzug Otto I., die 
Landung der bayerischen Truppen in Griechenland, die ]_-1n1di_ 
igung und andere interessante Momente. .Dl8_ Anzahl der Bilder, 
welche er geliefert, ist bedeutend, und wir können sie hier nicht 
alle verzeichnen. Jedes findet ungetheilten Beifall. Eines seine;- 
neueren Genrebilder stellt eine Jagdgesellschaft vor, wie sie iin 
Walde gelagert ist, mit Portraitliguren, und darunter auch jene des 
Künstlers selbst. 
Hess ist Pensionär und Mitglied der Akademie der Künste in 
München, und wie sein Bruder Heinrich unter den Genossen, 
die auf die VViederci-vvecliung der ächten Iiirchennialerci hinarbei- 
teten, eine der ehrenvollsten Stellen einnimmt, so ist P. Hess das 
Haupt der Genremaler in München, so wie er denn überhaupt zu 
den ausgezeichnetstcn deutschen Genreinalern gehört. Er ist ne- 
ben den gefeierten Künstlern H. Vernet, Granet, Robert und D. 
Wilkie zu nennen.   
Mehrere seiner Bilder sind durch Lithographie bekannt. "In sei- 
"ner früheren Zeit hat er auch einige Blätter mit Pferden und an- 
deren Thieren nach A. Van der Velde , Dujardiii etc. radirt. 
Ein späteres Blatt stellt das Innere einer Alpenhiitte dar, in wQL 
eher ein junger Mensch die Sennerin lieblioset und ein anderer 
raucht. _Linlis bläst ein Bauer die Flöte, und im Grunde sitzt 
ein Weib neben der Thiire, durch Welche eine Kuh den I-{npf 
reicht. Im Bande liest man: Die Maler auf der Alpe. H. 4 Z. 
5 L„ Br. 5. Z. 8 Z. 
IIGSS, Cüfl, Maler, Ücfjüngefe Brudcnr von Heinrich und Petei- 
Hass, wurde 1801 zu Düsseldorf geboren, und auf der königl. Aka-
        

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