Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1732895
lä2 
Hess, 
Maria. 
Heinrich 
w'ier übereinander zu Stehen kommen. Die Räume zwischen den 
Rahmen und um die Figuren, wurden theils mit altdeutscher Ar- 
Cilitßl-tillf,_ theils mit Mosaik von rothen, grünen, violetten und 
gelhen Stücken verziert, zumeist im Einklang mit den Ornamenten 
an den noch vorhandenen alten Fenstern des Domes, um dadurch 
einige Qebereinstimmung der spätem Arbeit mit der frühern her- 
vorzubrmgen. Diese Cartons, mit Wasserfarben ganz in der VQL 
 lendung ausgeführt, welche die Glasgemiilcle erhalten sollten, eh 
warben sich durch die Correktheit der Zeichnung, dle Einfachheit 
und Würde des Styls, den schönen, tiefen und frommen Ausdruck 
der Iiöpfe und zudem noch durch ihre, für ,die Mittel und Gi-älb 
zen der Glasmalerei, äusserst zweckmiissige Anordnung den aus_ 
gezeichnetsten Beifall. Frank und Schwarz haben die Fenster aus_ 
geführt. Die übrigen Cartons wurden unter seiner Leitung von 
Buben u. a. gcfertiget. 
Ein glänzendes Werk des Künstlers sind die erhabenen Malß 
reien in der Allerheiligcn-Capelle, der neuen Holhirche zu Müxb 
chen, welche durch L. v. Iilenze auf ausdrücklichen Befehl des 
Königs im byzantinischen Style erbaut wurde. Hess stellte hier 
die Ilauptmomente der mosaischen Geschichte und der Christ]i_ 
chen Dogmen in schöner und bedeutsamer Verbindung dar. Die 
malerische Verzierung musste dem Charakter des Gebäudes ge_ 
mäss seyn. Die Gemälde erscheinen daher auf dem Goltlgrunde 
der Gewölbe und Iireise, in strengem Style gehalten, an die Mch 
saihen des späteren griechischen Iiaiserreichs eriunernd. Der 
Wille des Königs war es, den oberen Theil der Iiirche durch die 
Malerei verziert zu sehen, und so erscheinen Pfeiler, Wände, Ge- 
vviilbe und Kuppeln, so wie die Choruische mit reichen DarsfeL 
hingen christlicher Gegenstände, nach Art der" alten Basilikenl 
ohne farbige Hintergründe. Alles ist hier 1n_schoner_und bedent- 
snmer Verbindung, überall spricht sich ein tiefer religiöser Ernst 
 aus, und der rossartige Styl, welchen der Künstler sich für die- 
scs Werk gebildet hat, entspricht vollkommen der alterthümlichen 
Einfachheit der Anordnung. 
Da das Schiff der Iiirche in zwei Kuppeln , jede mit zwei Sei- 
tenlogen versehen, und in das Presbiterium sich theilt, so hat der 
Künstler den Cyklus seiner Darstellungen in drei Abschnitte ge- 
fasst; das alte und neue Testament und die symbolische Verklä- 
rung beider in der ecclesia triuinphaiis. 
Der Musihchor enthält zwischen reichen Verzierungen mehrere 
allegorische und symbolische Gestalten der Künste und Wissen- 
schaften in Bezug auf Religion. St. Cäcilia, die Repriisentantin 
der heiligen Musik, spielt die Orgel", und St. ILulcas, der Altva- 
ter der christlichen Malerei; ist im Begriffe die Madonna zu ms- 
len. Salomon mit dem Plane des Tempels von Jerusalem repriisen- 
tirt die heilige Baukunst. St. Gregor mit der symbolischen Tßube 
ist der Vertreter der geolfeubarten Lehre und David, das Haupg 
der heiligen Poesie, dichtet seine Psalmen. Vier kleinere Figu-  
ren bezeichnen die Cardinaltugenilev- 
Das eigentliche grosse Epos beginnt in der Mitte der ersten 
KIIPPQI . Wo der Herr Israel's, von Seraphim umgehen, als Mittel- 
punkt des ganzen alten Testaments erscheint. Unmittelbar an die 
Seraphim schliesst sich eine reiche Hranzverzierung.mit acht Fe]- 
dem, in denen die Schöpfungßgeschichte, das Paradies und die 
Vertreibung der ersten Menschen aus demselben vorgestellt ist. 
Den übrigen Umkreis der Kuppel nimmt die Geschichte Noah's und 
seiner Söhne bis zur Zerstreuung am 'l'hurmc zu Babel, in vier
        

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