Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1732880
Hess , 
Heinrich 
Maria. 
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bßßr, die Linke halt die Lcyer umfasst, während die Rechte aus 
ihr die Töne lockt, Das schöne, rechte Bein dient dem Körper 
als Stütze, während das linke, auf einen Stein gelaßbliji. die Leyer 
trä t. Der in der leicht bewe ten Luft flattern e dlfllllfmälltßl 
beclieckt nur wenige .'l'heile däs nie alternden lliiilrpeäs. Jläine 
Gruppe von neun Jungfrauen, in der schönsten B iit ie er alre, 
in den anmuthi sten Stellunwcn, ist um denedlen Jiinaling ver- 
sammelt, aufmeäksani, eine bjede im eigenthiimlichen öharakter, 
seinen göttlichen Tönen lauschend. Ihre idealen Formen, ihr ßdlCS 
VVesen, ihre Ruhe, alles zeigt uns Wesen einer liöliern Natur- 
Dieses grosse Gemälde, welches zu den ersten der neueren Zelt 
gehört, ist von der grössten Wahrheit und Iiraft der Farbe, voll 
'l'ransparenz der Töne, in allen Theilen plastisch gerundet und 
mit einer solchen Vollendung ausgeführt, [dass els), füllt; oder nalä 
betrachtet, immer den leieben Iieiz ewä rt. ic assen sim 
sehr verständig geordnetg, und die Hrzilt und Iilarheit, womit sie 
behandelt sind, zeigt von der tiefen Einsicht des Künstlers in die 
Gesetze des Helldunkels. Das Bild erinnert an die Werke der 
besten italienischen Meister der römischen und mailündischen 
Schule, ohne eben eine bestimmte Nachahmung der einen oder 
der anderen zu vcrrathen. 
Kurz nach Beendigung seiner Arbeit kehrte Hess in das Vater- 
land zurück, als ordentlicher Professor der Malerei an die könig- 
liche Akademie der Iiiinste nach München berufen, wo ihm ein 
seinem Talente würdiger Wirkungskreis angewiesen wurde. 
Nach seiner Rückkehr malte er im Göttersäale in der königlic- 
chcn Glyptotliek llElCll_C01'[lCllUS Zeichnung Daphne, in den Ar- 
men des Apollo niedersinkeiid, Neben ilir ist Eros, und der Lor- 
beerbaum, wälcher hinter ihr enßpoäteigtä wiÄidehseiui: Zgeige 
um A ollo's au t. Auf einen ie ing (es po o, ien ypa- 
rissusl: deutet diii) im Grunde stehende Cylpressc. Iln dilesenlgiit- 
terhallen waltete indessen P. v. Cornelius a s unumsc irän ter err, 
doch bald ewanu auch Hess ein freies Feld, um seine Eigen- 
tliiinilichlsei? zu entwickeln. Uin der alten Kunst der Glasmalerei, 
welche seit einiger Zeit wieder  auf sich ge- 
zogen hatte, aber grösstentheils bei unvollkommen gebliebenen 
Versuchen stehen geblieben war, Gelegenheit und Autrriunterung 
zu ausgezelichnelter Entvvickluriä zili äerscEhaEcn , hattghunig läd- 
wi 1827 cscli osscn, einen iei er cnstcr un onie zu e- 
geäsburg mit neuen Glasgernälclen versehen zu ilassen, "und Hess 
erhielt den Auftrag, die Gartens dazu auszufuhren. Fur den er- 
sten Versuch der Glasmalerei wurden die zwei Fenster in der Fa- 
Qade ausgewählt, zu beiden Seiten des Kreuzes bßiillßlllßh, mit 3c? 
hinter demselben angebrachten Rose ein (Janzcä lbililend. Da je- 
des dieser Fenster ausser den Verzicrunrrcn, we cie die S itzc des 
.Bogens füllen, seiner Breite nach in vier schmale Felder? getheilt 
ist, S0 wählte der Zeichner für die vier Mittelfelder die Gestalten 
der Evangelisften als Hauptiiguren. In dein ersten Fenster wurde 
Mülllllällß und Lukas, ii1 dem zweiten Markus und Johannes n! 
beinahe 5 FIISS hohen Figuren neben einander dargestellt, und 
über ihlle? ihre Attribute in altdeutschen Rahmen gelb in Gell) 
gemalt. Dlß beiden Seiterifeldcr eines jeden Fensters wurden mit 
Brustbildern verschiedener Heiligen in kleiner L0bGllSgVö55f31 z' B- 
der vier Iiircheiilchrer, Hieronymus, Gregorius, Ambrosiiis und 
Allgvßtillllää dann Qlllige der ersten lYIärtyrer und llfglilrtyrlnnc": 
als Stephanus, Laurentius, Catliarina u. s. W- ßjliäellllltylvclcllß 
gleichfalls in güldilfllßßll, gemalten Rahmen gefasst, y: vier und.
        

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