Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Haspel - Keym
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1731237
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1732313
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H  
emhnu 
D 9 
Memling. 
Memmelinck , 
Haus. 
ronyxnus. Dieses Bild kaufte der Graf von Dr. Campe in Niirn- 
berg.  
Im Jsöniglichen Museum zu Paris wird ein diesem Meister zu- 
geschriebenes Werk mit "Instruction pastorale" bezeichnet. 
Meister Hemling iibte auch einen Zweig der Malerei, welcher 
sich in neuerer Zeit fast nur mehr auf das Portrait beschränkt, 
nämlich "die Miniaturinnlerei. Der anonyme Reisende des Mßrglli 
erwähnt eines prachtvollen Gehethuches, welches sich gegenwärtig in 
dem Iiirchenschatz von St. Marco zu Venedig befindet und als 
Verfertiger der wunderschönen Miniaturen desselben nennt er 
Zuan Memelin, Girardo da Guant, und Lievino d'Anversa. 
Von Hemling ist wahrscheinlich auch der rösste Theil der 
herrlichenMiniaturen in einem prächtigen Gebetläuche der königli- 
chen Hof- und Staatsbibliothek zu München. Es enthält ein Ca- 
lendarium roinanum, die oratio ad faciem Christi, mit der Abbil- 
dung des majestätischen Salvator Mundi mit der Weltkugel, einige 
Evangelien, Passio D. N. J. Ch. secundum Joannem mit dem Mi- 
niaturgemälde des leidenden Heilandes; Offieium parvum S. Cru- 
cis, mit Christus am Kreuze; Missa B. V. M. mit dem Sacerdos 
celebrans in Miniatur gemalt; Officium majus B. V. secundum 
usum romanum mit g Miniaturen der Verkündigung, Heimsu- 
chung, Geburt Christi, Anbetung der Hirten und er Magiexyße- 
schneidung, Flucht in Aegypten, Iirenzabnehmung und dann Auf- 
nahme der heiligen Jungfrau; Psalmi poenitentcs, mit dem biissen- 
den lJavid; Officium defunctoruin, mit der Erweckung des La- 
zarus.  
Dieses Gebetbuch war vermuthlich im Besit_z eines bayerischen 
Herzoges, doch kennt man die nähere Geschxchte des kostbaren 
Werkes nicht. 
Ebenso erkennt man den Styl Hemlingß in einem Gebetbuche, 
welches Pastor Fochem in Ciiln besitzt, doch Weiss man nicht, 
wer noch weiter daran gemalt hat, und welche Blätter von Hem- 
ling's Hand sind. Auch kann man mit Sicherheit nicht besthnmen, 
ob Hemling in Ciiln selbst zum Schmucke dieses seltenen Buches 
beigetragen habe, obgleich es ausgemacht zu seyn scheint, dass 
Hemling jene ehrwürdige Stadt gesehen, da aus seinen Werken 
zu viele Beminiscenzen an die alte Colonia Agrippina sprechen. 
Die Ufer des Rheins hatte er lieb gewonnen, und seine Land- 
schaften erinnern an Jene. In diesen Gegenden fand er wohl 
auch die Urbilder zu den Gestalten auf dem lleliquienkasten der 
St. Ursula. Die Stadt Cöln selbstist hier in einigen ihrer ausgezeichnet- 
sten Gebäude zweimal unverkennbar nachgebildet. Nichts erinnert auf 
diesem Gemälde an Roms antilie-Ueberreste, welche jedoch dem 
Meister ebenfalls bekannt waren, wie man_ aus einem anderen Ge- 
miilde ersieht. Hemling erhielt wahrschemlich seine Bildung in 
der-damals blühenden Cölnersehule. Herr von Lieversberg meint in ei- 
nigen in seiner Sammlung befindlichen alten Bildern mit der Lei- 
clensgeschichte, welche der niederrheinischen an Wilhelm von 
Cöln sich anschliessenden Zeit angehören, Hemlingks frühere Bil- 
dung nach den Musternjener Schule deutlich zu erkennen. Schnaase 
(Briefe S. 528) findet ebenfalls wenigstens insofern eine Annäherung, 
dass er zvf_ai' die ganze Weise der Eyclfschen Schule mit allen 
ihren Vorzugen behält, aber sie mit einem strengen Sinne jenen 
älteren Meistern ähnlich behandelt. Schon die Ziige der Köpfe 
sind weniger lieblich, aber ernster, die Gestalten nicht ganz so 
zierlich schlank, die Bewegungen weniger weich; ja er liebt selbst
        

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