Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gallimberti - Haslöhl
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1737136
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1738137
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Gänod, 
Michel Philibert.  
Gcnoels 
0d. Genaels Abr. 
heit vollendet, was überhaupt den eigenthüinlicheii" Charakter der 
Erzeugnisse jener Schule__ausspriclit. 
Die Gemälde dieses Iiunstlers sind in verschiedenen Gallerien 
zerstreut. Mit Geist, Laune und Wahrheit aufgefasst, ist sein jun- 
ger Landmann, der_die Geliebte vor das Bettfles kranken Vaters 
fiilirt, in der Gallerie Luxembourg. Daselbst ist auch sein Mönch 
aus den Pyrenäen, und im Museum zu Lyo_n der Abschied des 
Kriegers von seiner Familie, und in St. Niziendaselbst die heil. 
'l'heresia. Andere seiner Bilder sind in der Gallerie Berry und in je- 
ner des Herzogs von Orleans. Mehrere sind auch durch die Litho- 
graphie bekannt. 
Genoels oder Genaels, Abraham, Landschaftsmaler und im- 
pferstecher, genannt Archimedes, geb. zu_ Antwerpen 1653 Qder 
1640. Sein erster Meister war J. Bakereel, bei welchem er vier Jahre 
verweilte, blos mit der Portraitmalerei bescbiiftiget, bis er endlich 
seinen Beruf als Landseliaftsmaler erkannte. Nachdem er jetzt bei 
Firelans zu Ilcrzogcnbusch Perspektive und Mathematik studiert 
hatte, ging er nach Paris, wo er mit L. Frank und F. Millet in- 
nige Freundschaft schloss und bald bekannt wurde. De Seve be- 
diente sicli seiner Hiilie bei der Ausführung der Tapeten des Mi- 
nisters Louvois, und unser Künstler malte acht grusse Landschafts- 
Taibleaux; verschiedene andere Werke, die er für französische 
Grusse ausfiihrte, vermehrteniseinen Ruhm von Tag zu 131g. Karl 
Le Brun ward bei dem Anblicke einiger solcher Gemälde so be- 
friediget, dass er den Künstler aufmunterte, tur die Gubeliug 1,11 
arbeiten, und nun befand sich Genoels auch bald unter der Zahl 
der Akademiker. Mehrere seiner Collegen bedienten sich seines 
Pinsels, und auch Le Brun liess durch ihn die Grunde seiner Ale- 
xanders  Schlacht malen. 
Endlich zog ihii die Vaterlandsliebe wieder in die Heimath, wo 
ihn bedeuten eAufträge einige Zeit beschäftigten, bis er 1674 nach 
Rom reiste, wo ebenfalls sich bald sein Ruhm verbreitete. Hier er- 
hielt er in der Schilderbent den Namen Archimedes, wegen seiner 
Kenntnisse in der Mathematik. In Rom lag er mehr dem Studium 
als dem Erwerbe Qb, und daher übertrifft die Zahl seiner Skizzen 
und Zeichnungen jene der Gemälde dieser Epoche bei weiten. Nach 
fast achtjährigein Aufenthalte _in Rom kehrte Genoels nach Frank- 
reich zurück, wo ihn die vortheilhaftesten Anerbietunqeii zurückhalten 
sollten. Doch vergebens; der Künstler ging 1682 nach Antwerpen, 
und hier starb er im hohem Alter. Genoels war ein tleissigei- Beo- 
hachter der Natur undun technischer Hinsicht kann man sa en, 
dass er keinen Pinselstrich an unrechter Stelle machte. Seine gär- 
bnrig ist wahr und kräftig, und in der Compositiun ist er immer 
geistreich zu nennen.   
Seine geützten Blätter sind in einer breiten Manier gefertigt, 
mehr Skizzen als beendigte Arbeit. Grossen Effekt beabsichtigte er 
dabei nicht, doch sind diese Blatter mit angenehmer Nadel gegeben. 
Bartsch P. gr. IV. 162i. beschreibt von seiner Hand 75 Stücke, doch 
glaubt er, dass es nicht ausgemacht sei, dass Genoels nicht meli. 
rere Blätter geliefert habe. er RigaPsche Catalog hat auch wir-l;- 
lich noch 7 andere Stücke. Sie sind nach eigener Zeichrnm aus. 
getiihrt, und die Angabe Basan's, dass Genoels auch naeii van 
der Meulen gestochen, ist ein Irrthuni. 
Die Landschaft mit zwei am Ufer des Flusses knienden Figuren. 
Durchmesser der Höhe 2 Z. i L. , jener der Breite 2 Z. 3 L. 
Dieses sehr leicht und geistreich geätzte Blatt ist eben so selten. 
Die Landschaft mit einem architektonischen Monumente, das
        

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