Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gallimberti - Haslöhl
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1737136
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1742936
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Hartmann , 
Mathias 
Christoph." 
 stellt Eros und Anteros vor, von Böttiger in der Jemfschen Lite- 
raturzeitung beschrieben, und als Titellaupfer daselbst abgebildet. 
Das Original kam in den Besitz des Fürsten von Anhalt-Dessau. 
Hierauf malte er ein grosses Bild, welchesden Aeneas vorstellt, 
wie er aus den Thoren von Troja ins blutige Schlachtfeld eilt. 
Dieses Bild , welches nach St. Petersburg kam, zeichnet sich durch 
einen männlichen Slyl aus und es zog auch die Aufmerksamkeit 
und Bewunderung auf sich. Im Jahre 1807 sah man auf der Kunst- 
ausstellung zu Dresden, wo der Iiünsller nach seiner Rückkehr 
aus Italien als Professor der Akademie angestellt wurde, das Ge- 
mälde der drei Marion am_ Grabe des Ileilandes, welches mit der 
I Hebe in den Besitz seines Gönners, des Herzogs von Dessau, kam. 
Vorzüglich ist auch, das Gemälde, welches die Magdalena vorstellt, 
wie sie dem Herrn die Füsse salbt, und nicht weniger Lob ver- 
dient der Erlkönig nach Göthe's Dichtung, wie auch sein Christus am 
Oelberg. Im Jahre 1812 bewunderte man das grosse Gemälde, wel- 
ches Hektor und die Trojaneriuncn vorstellt. Man rühmt die 
Mannichfaltigkeit des Ausdrucks, den Farüenreiz, die Schönheit der 
Gruppirung und die Geschicklichkeit in Darstellung der Gewan- 
dung. Ein herrliches Gemälde ist sein Hektar, wie er aus der 
Schlacht zurückkehrt, womit er sich nicht weniger Ruhm erwarb, 
als durch den Abschied dieses Helden. Ein Gemälde von kunst- 
reicher Gruppirung, voll Leben und Bewegung, ist sein Hylas, der 
von der Nymphe in die Quelle gezogen wird, und vorzüglich ist 
auch jenes von 1816, Welches den Theseus vorstellt, wie er dem 
Oedipus seine von Creon gerauhte Tochter zurückführt, gelungen 
im Ausdrucke und in der Anordnung, die, so wie die Färbung, 
grossenilleichthum bietet. Früher, bald nach der Völkerschlacht 
bei Leipzig, malte er den apokalyptischen Tod auf dem falben 
Pferde.  
Um 1820 ging Hartmann das zweitemal nach Rom, und 1823 
kehrte er wieder nach Dresden zurück, wo er im folgenden Jahre 
Direktor der k. Akademie der Iiiinste wurde. In diesem Jahre 
sah man ein vortrelfliches Gemälde, welches den Herlsules mit dem 
nemäischen Löwen darstellt, wozu ihm der Franzose Lebesnier 
zum Modelle diente. Man sah fortan noch mehrere andere Bilder 
woxrllartmann, sowohl Historien als Portraite, und auch in der 
Landschaft ist er Meister. In seinen Bilduissen bewundert man 
die ausserordentliche Wahrheit der charakteristischen Auflassung 
und die grosse Zartheit der Ausführung. Zu den vorziiglichsten 
Bildern dieser Art gehört des Iiiiilstlers eigenes Bildniss, wie er 
den heil. Georg malt, und ein vollendetes Kunstwerk ist das Por- 
trait des Hrn. v. Quandt, welches Hartmann 1817 malte. Im fol- 
genden Jahre begleitete er den Prinzen Friedrich von Sachsen 
nach Italien, und bei dieser Gelegenheit sah er Rom zum dritten 
Male. 
Hartmann ist ein genialer Künstler, der, gebildet nach den ho- 
hen Meisterwerken der Kunst, welche aus älterer classischer Zeit 
uns übrig geblieben, in eigenen Werken Tiefe des Gemüths und 
einen glücklichen Sinn für Reinheit der Form olTenbaret. Dabei 
ist er im Besitze vollkommener technischer Mittel, und der liebe- 
volle Fleiss und die Sauberkeit der Ausführung bestechen mit der 
reinen und wahren Färbung das Auge. Seine Werke verkünden 
auch eine wahrhaft erhabene Dichter-Phantasie, und so gebührt 
ähneln. ein Stelle unter den besten neueren Erzeugnissen der Ma- 
erex.     
Hartmann, Matlnas Christoph, lNIalcr zu Nürnberg, wo er 179i
        

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