Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gallimberti - Haslöhl
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1737136
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1742712
5.48 
 Handgeßi s 
Hnngoder. 
Egbert lülarinus 
Frederil: 
mählig bemüchtiget hat. In den Nachbildungen herrscht die grörstß 
Treue und Wahrheit. Ausgezeichnet sind: die Iilavierspielerlll 
nach Netscher, und der Wilclprethändler nach G. Metzu", beide 
von Hanfstiingel lithographirt. Nicht minder schön ist der Zins- 
gruschexi nach 'I'itian und der hl. Sebastian nach Crirreggio; mel- 
sterhaft sind aber immer die Nachbildungen niederländischer Ge- 
mälde, worin es Hanfstängel bisher am weitesten gebracht hat. Im 
Kunstblatt 1856 S. 426 heisst es, dass es bis jetzt keinem Litho- 
graphen in demselben Maasse gelungen, mit dem allgemeinen Ef- 
fekt, dem Zauber des Helldnnkels, und der feinen Charakteristik 
seines Originals auch den eigcnthiiinlichen Vortrag, das Glatte 
oder Mnrkigc, Leichte oder Derbe des Pinsels vermittelst der li- 
thographischen Kreide kenntlich wiederzugeben, und mithin, so 
weit es nur immer die Abwesenheit der Farbe gestattet, den Mei- 
ster in seiner völligen Eigenthiimlichkeit vor uns erscheinen zu 
lassen. Im dritten und vierten Hefte sind G.  Dame im 
Atlasklcide, die Baucrnschenlte nach A. Ostadc, die Wildpret- 
hiintllerixi von G. lVIetzu und der Sehreibmeister von G. Dow. 
Alle Blätter dieses Galleriewerlaes sind nicht von Iinnlstängel ge- 
zeichnet. Verschieden davon ist die Sammlung von Lithogra- 
phien nach den vorziigliehsten Gemälden der k. Gallerie zu Dres- 
den, gezeichnet und lithographirt von den berühmtesten Dresd- 
ner und Pariser Künstlern, von Wunder in Leipzig begonnen 
und durch Dr. Meissner unter dieser Firma fortgesetzt. Das For- 
mat ist weit griisser, als das von Hanlstiingel. 
Die Münchner Lithographie hat sich also bereits durch grossc 
Werke bewährt. Sie zollte der Geburtsstadt ihren Tribut durch 
die prachtvollen Werke über die Münchner und Sehleissheimer" 
Piualaothek; sie vervielfältigte die Leuchtenbergische, Boisseree- 
sche und SpetNsehe Sammlung; und durch Ilanfstängcl wendete 
sie sich auch den Meisterwerken in Dresden zu. 
Hangoder, ein Thiermalcr, dessen in dem früheren Verzeichnisse der 
Gemälde-Sammlung des Belvedere in Wien erwähnt wird. Die- 
 ser Hangoder könnte wohl M. Hondehoeter seyn. 
Handgest, Egbert lVlarmus Ferderik d", genanntp- Y v 0 y, Kunst- 
liebhahcr, der auch unter den Künstlern eine Stelle behauptet- 
Er wurde 1746 zu Utrecht geboren, und von J. Verstege in der 
Zeichenknnst unterrichtet, neben seinen Schnlstudien. Hierauf 
 studirte er besonders die Zeichnungen grosser Meister, wandte 
sich aber dabei auch zugleich an die Natur. Er zeichnete Land- 
schaften, Ansichten "von Städten, Burgen und Dörfern. Diese 
Zeichnungen sind auf Papier oder Pergament ausgeführt, mit 
ostindischer Tinte oder mit Wasserfarben. Er machte verschie- 
dene lleisen, um Studien zu sammeln, und endlich fing er auch 
an, Rhein -Ansichten und felsige Landschaften in Säftleveds Ma- 
nier zu malen, verliess aber diese Weise, als er grössere Fertigkeit 
des Pinses erlangte hatte. Doch malte er auch jezt noch Land- 
schaften und Marinen von verschiedener Grösse. Auch inländi- 
sche Gegenden malte er, und staffirtc dann diese Bilder auf reiche 
YVeise aus. J. de Wit Jz. hat eine seiner Ansichten gestochen. 
 Mit diesem Bnpferstecher machte er auch viele Versuche im Stiche 
nach Zeiehnungsmanicr. Sie fertigten eine grnsse Platte nach ei- 
ner Zeichnung des B. Vinlieles, welche die Ankunft des Hugo 
Grotius mit dem Heißer bei Daatzelaar zu Gurniehem VOrslnillI, 
doch behielt er die Ahdriieke von diesen Versuchen alle liir sich- 
Auch seine Gemälde und Zeichnungen bewahrte er allein auf, 
 und nur wenige kamen in den Besitz seiner Freunde.
        

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