Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gallimberti - Haslöhl
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1737136
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1742483
Phygalia. Auch an den Ausgrabungen zu Cartlmea nahmen sie 
wichtigen Antheil, und so haben wir dieser unerschrockeueg Rei- 
segesellscliaft die Erhaltung von VVerken zu verdanken, die zu den 
schönsten der alten griechischen Kunst gehören. Bayern findet sich 
besonders dem König Ludwig verpflichtet, und Heller besorgie 
die grossartigezx Aufträge desselben.  _ 
Huller war ein edler Mann, der bei ungewöhnlichen henntuis. 
sen keine Aufopferung zu gross fand. Ilnn verdankte ßaron Sta- 
clielberg aufNegropunte die Rettung aus Tlzdesgefahr. lhtterBriin- 
sted spricht in der Vorrede zu seinem Werke: Voyages dans 1a 
Größe, accompagnes de recherches archeulogiques etc. mit warmer 
Theilnaluue von diesem Künstler. Baron Staclielberg gab exu WVerli 
über den Apolloteinpel in Bassä heraus.  
Haller, JOhElnIl, Bildhauer, gelmzulnnsbritck1792,g_est.zuMiinehen 
1826. Dieser treffliche Künstler, der leider schon in der Bluthe 
der Jahre seiner rühmlicheit Bahn entrissen wurde, lernte anfangs 
bei seinem Vetter Joseph Wipper zu Iinst die Kunst des Ilolzschnt- 
tzens, und kam dann, nachdem er noch bei Renn einige Jahre 
gearbeitet hatte, im Jahre 1810 'nach lYlünchen zum Bildhauer 
Schöpf. Hier bildete er sich im Zeichnen aus und in kurzer Zeit 
entwickelte sich sein ungewöhnliches Talent für die Plastik. Als 
Zögling in die liiinigl. Akademie aufgenommen, lenkte er bald 
die Aufmerksamkeit der Professoren und selbst die des Kronprin- 
 zen Ludsvig, des hohen Beschützers der Kunst, auf sich. Nach 
drei Jahren gewann er den Preis mit seinem Theseus, welcher den 
Felsen anfheht, um unter ihm die Sandalen seines Vaters zu {in- 
den. Zugleich erhielt er von Sr. Majestät dem Könige mehrere 
Bestellungen; unter andern wurde ihm aufgetragen, die Figuren 
an dem Iirönungswagen zu machen, die er zur allgemeinen Zufrie- 
denheit ausfiihrte. Im Jahre 1817 erhielt er vom Kronprinzen Lud- 
wig, der jetzt mit Ruhm den Thruniseiues Vaters bestiegyden Auf- 
trag, die colossaleix Statuen in die Nischen an der vordem Seite 
der Glyptotheli in München zu verfcrtigen. Um dieselbe Zeit 
führte er das Iiind auf dem Delphin in Sandstein aus, welches im 
königl. Hofgarten zu Nymphenburg aufgestellt ist, dazu die hei- 
den Caryatiden an der liünigsloge in dem neuen königl. Huf- und 
Nationaltheater.  
Im Jahre 1818 übertrug ihm König Ludwig auch die Bilder- 
gruppe für das Giebelfeld der prachtvollen Glyptothek in München 
zu verfertigen, mit der Bestimmung, dass Heller diese Arbeit in 
Zeit von fünf Jahren in Ruin ausführen, und dadurch Gelegenheit 
erlangen sollte, seine Ansichten durch Betrachtung der Plastischen 
Iiunstwelt in jener Hauptstadt alter und neuer Sculptur zu reini- 
gen, und seine Bildung in der Nähe der ersten Bildhauer unserer 
Zeit zu vollenden.  
Iin März 131g "kam er in Rom an, und führte zuerst zwei co- 
lossale Figuren für die Nischen der Glyptuthek aus, die von den 
sxechs ihm früher übertragenen noch mangelten. Um dieselbe Zeit 
führte er auch mehrere Büsten, sowie die kleinen lYlodelle für das 
Giebelleltl der Glyptuthek aus. Indessen nöthigten ihn seine kränk- 
liehen Umstände in die Heimath zurückzukehren, Wo er 1825 zum 
zweiten iWIale die beiden Caryatiden an der Iiönigsloge, nachdem 
die ersten im Brande des Theaters untergegangen waren; mehrere 
eolossale Büsten berühmter Männer, verschiedene andere Arbeiten 
für öffentliche Gebäude und noch drei colossale Figuren für das 
Giehelfeld fertigte. Allein der Künstler qc-izas auch im Vaterlande 
 nicht, sondern starb im 55. Jahre eine: Lebens, das durch die ra- 

        

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