Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gallimberti - Haslöhl
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1737136
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1742187
Albert, 
Haelweg o 
auch Haelwegh , Halweg 
etc. 
495 
steller halten ihn für S. de Pas (Iiassaetis) Schiiler und Gehiilfen, 
und vielleicht folgte er diesem Iiunstler. auch 1D der Stelle ein", 
Hofkupferstechers nach. Im Jahre 164:? hatte er bereits den T1- 
tel eines Sculptor regius, und somit ist Fiosfs Angabe, dass der 
Künstler um 1670 äeboren wurde, ganz unrichtig. Er muss im 6.3- 
gentheile bald nae 1670 gestorben seyn, da Ruinohr und Thiele 
keine sPätere Arbeit auffinden konnten, als von 1672- Haelwegk 
Blätter gehören zu den Seltenheiten, doch hat er häufig auch mit- 
{elmägsige Arbeiten geliefert. Vieles mag erWon seinen Gesellen 
und Sehiilernhaben arbeiten lassen. Seine Arbeiten sind auch sehr 
ungleich. Flumohr und Thiele theilen sie in vier Klassen ein. Die 
erste umfasst die frei radirten, stark geätzten Blätter, in denen der 
Grabstichel bald gar nicht, bald doch nur sparsam angewendet ist. 
Die zweite "enthält eine geringe Zahl eng und fleissig rndirter, mit 
feiner Grabstichclarbeit beendigter, doch meist sehr gleiclitüniger 
11155913 In". die drittewClasse gehören Bildnisse. in welchen die Ba- 
dirnadel, bei zunehmend freierem Gebrauche des Grabstichels, die- 
sem letzteren mehr und mehr Baum gibt. In diesen Arbeiten zeigt 
Sich viel Ungleichheit, und einige scheinen ihm nur untergeschoben 
zu seyn. Etliche dieser Werke sind jedoch sehr schön und ver- 
dienstvoll. in die vierte Classe stellen die erwähnten Schriftsteller 
die allegorisch umgebenen Bildnisse die, obwohl, von I-Iaelweg 
bezeichnet, häufig schlecht sind, wohl nur Arbeiten von Schülern 
und Gehülifen.  
Bumohr und Thiele glauben auch, dass Haelweg nicht ursprüng- 
lich zuinliupferstecher, sondern zum Maler sich bestiminthatte, und 
dass er nur durch das Mittelglied der malerischen Radirung nach und 
nach zum Iiupferstiche übergegangen sei. Verschiedenes deutet ih- 
nen auf eine Studienreise des Iiunstlers hin. die wohl noch vor 1640 
möchte stattgefunden haben. Sein Herkules ist eine Zusammenstel- 
lung römischer Studien und seine ältere Theilnahme an Suyderhoefs 
12 Monaten, nach_J. Sandrart. zwingt zur Voraussetzung einer Ver- 
bindung mit auswärtigen Iiunstlern. Nach seiner Rückkehr dürfte 
Haelweg dem Karl van Mander begegnet seyn, der ihm häufig Vor- 
bildcr geliefert haben kann. Zunächst schloss er sich dem de Pas 
an, um im Stiche auch Methode zu erlangen. Sofort sucht Rumohr 
die künstlerische Entwicklung Haelwegks zu bezeichnen, und zuletzt 
steht er nicht an, denselben als grossen Künstler in die Klasse der 
malerischen Kupferstecher, oder Peintres graveurs, zu versetzen, ob- 
gleich Haelweg aus seiner Kunst ein Gewerbe gemacht, vielleicht 
selbst ein Monopol ausgeübt zu haben scheint. 
In der erwähnten Beschreibung des königl. dänischen Kupferstich- 
kabinets sind 155 Blätter dieses Künstlers aufgezählt. 
Herkules gegen den Stier die Heule erhebend, im Grunde eine 
römische Säulenruine, ein Studium nach dem bekannten Akt 
Doininicliinds in der Gcissluug des heil. Andreas in einer Sei- 
tenkapelle von St. Gregorio in Rom. Die Nadel ist frei und 
meisterlich geführt. In den erklärenden Versen scheint eine 
Anspielung auf den Tod des Prinzen Ulrich von Dänemark ent- 
halten zu seyn. H. 16 Z. Ö L., Br. 9 Z. 7  8 L. 
Psyche beleuchtet den schlafenden Amor; der Neid mit Schlan- 
genhaar lüftet den Vorhang. nach Rubens, auf unreiner Platte ge- 
ätzt. H- 12 Z. 6 IL, Br. 9 L. 7  8 L. 
Loth und seine Töchter, ohne Namen des Erfinders, ikräftig 
geätzt. H. 20 Z., Br. 14 Z. " 
Der Tod des lieil. Sveno, nach G. v. Mander, wirkungsvollesBlatt, 
besonders in frühem Drucke. H. 20 Z. 7 L., Br. 16 Z. 4 L. 
Diese Blätter fallen in. die erste Klasse. 

        

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