Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gallimberti - Haslöhl
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1737136
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1742097
486 
Ha ckert , 
Jakob 
PhiliPP' 
 lrn Jahre 1770 gingen die Künstler nach Neapel, wo Johann für 
Lady Hamilton Gouachegemälde und drei ihrer Hunde malte, Phi- 
lipp aber für den Ritter Hamilton den Ausbruch des Vesuv. de? 
für das Werk: Campi flegrei schlecht gestochen wurde. Herge- 
stellt von einem starken Fieber gingen die Künstler nach Rom zu- 
rück; hier aber bekam Philipp bald darauf die bekannte grosse 
Bestellung für die russische Kaiserin Catharina II. Es sind dieses 
zwei Gemälde, welche die Seeschlacht bei Tschesme und die drei 
Tage darauf erfolgte Verbrennung der türkischen Flotte darstellen- 
Der Fürst Orlow liess bei dieser Gelegenheit eine Fregatte in die 
Luft sprengen, um dem Iiünstler die Wirkung eines solchen Vor- 
falls zu zeigen. Auf solche Weise, und nach vielen vorhergegan- 
genen Studien, führte Hackert das Werk zu voller Zufriedenheit 
aus. obgleich er nie eine Seeschlacht gesehen und gemalt hatte. 
Die Gemälde gefielen der Kaiserin und dem Hofe so wohl, dass 
der Künstler Aufträge über Aufträge erhielt, und zuletzt belief sich 
die Anzahl dieser grossen Secstücke auf zwölf, denen im Peterhof 
ein Platz eingeräumt wurde. Ausführlich beschrieben sind diese 
Gemälde in Hackerfs Leben, von Göthe S. 286 E. 
Im Jahre 1775 überraschte ihn der Tod seines Bruders Johann 
schmerzlich, und er war jetzt lange Zeit zur Arbeit unfähig. In 
Nea el erniannte er sich endlich wieder. Im Jahre 1774 unternahm 
er Pxpeisen in verschiedene Gegenden Italiens, und zuletzt war in 
einem Umkreise von beinahe 60 italienischen Meilen in der Ge- 
gend um Rom kein Ort. keine reizende Aussicht, die der Künstler 
nicht gezeichnet und für seine Studiensammlung benützt hätte. 
Im Jahre 1776 besuchte er auch die Apenninen. Ravenna, Urbino 
und Perugia. Auf diesem Wege machte er eine Zeichnung von 
Cesena, dem Geburtsorte Pius VL, und verfertigte davon ein vier 
Fuss breites Oelgemalde zur grossen Zufriedenheit des Pabstes. 
Dieses ist der Pendant zur Aussicht auf die Peterskirche,_ die J- 
Volpato gestochen. Bald darauf enstand das Bild, welches von 
der Villa Melini aus die Ansicht der Stadt Rom gewährt, von 
Georg Hackert gestochen. Graf Fries kaufte das Gemälde. 
Im Jahre 1777 unternahm Hackert eine Reise nach Sicilien, und 
zwar mit Charles Gore und Henry Iinight, von denen der letztere 
ein genaues Tagebuch hielt, das in Göthe's Lebensgeschichte Ha- 
cker-t's abgedruckt ist. Im folgenden Jahre ging die Reise mit der 
Familie Gore nach Oberitalien und der Schweiz, und in Rom wie- 
der angelangt, benutzte er die mitgebrachten Schätze der mannich- 
fachsten Studien. Er malte dem Prinzen Aldobrandini in Frascati 
ein Cabinet in Gouache, und hierauf führte er für Marcantonio 
Borghese in der Villa Pinciana eine ganze Gallerie von Bildern aus, 
welche 1782 zu Stande kam. Zu gleicher Zeit malte er viele Staf- 
feleibilder; unter andern zehn Aussichten vom Landhause des Ho- 
raz, welche die Königin von Neapel ihrer Schwester, der Erbher- 
zogin Marie Christine in Brüssel zum Geschenke machen wollte- 
Allein das Schilf ging unter und die Bilder sind daher nur noch 
im Kupferstich vorhanden. 
Hacker-Vs Ruf hatte sich bereits weit verbreitet, und daher be- 
suvhten ihn alle bedeutende Fremde, von jedem Ran und Stand- 
Mit Bestellungen ward er überhäuft, von Grafen, äiiirsten und 
Königen. Besonders angenehm war für den Künstler der Aufent- 
halt in Neapel, wo er mit den höchsten Herrschaften in Berüh- 
rung kam. Hier freuten sich auch Kaiser Joseph II. und König 
Gustav Adolph von Schweden seiner Kunst. Im Jahre 1786 wurde 

        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.