Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gallimberti - Haslöhl
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1737136
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1741868
Guttenberg, 
Häinribh. 
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Lebensgefahr und Tod zuzog. Das Grab, wo A. Dürer ruhte, deck: 
seine Gebeine. 
Guttenbcrg war als Mensch einfach und schlicht, vom heiterm 
Humor und biederer Gesinnung; als Künstler vereinigte er Talent 
mit Kenntnissen, Fleiss und Geschmack, und war gleich bewan. 
dert im Historischen, wie im Landschaftsfache. Für Nürnberg 
begründete er durch seine Schüler eine neue Epoche, ein reges 
frisches Leben unter den daselbst sich befindlichen und sich bil- 
denden Iiünstlern. Guttenberg bewegte sich im Landschaltsfache 
ganz besonders, und mit solcher Freiheit, wie sonst nur jene Mei- 
ster, welche sich ausschliesslich demselben widmen, und dadurch 
eignete er sich vor vielen zum Stich der Gemälde aus der nieder- 
ländischen Schule, da er Vieh, Landschaften, Figuren oder Por- 
traite mit freier Nadel und sicherin Grabstichel zu behandeln ver- 
stand. Er leistete in diesem Fache wirklich Ausgezeichnetes. Seine 
vorziiglichsten Arbeiten sind nach Rembrandt, Bega, Bloemaert, 
Zorg. Flink, Van Dyck, Thom. Wyck, Rubens und Teniers. Bem- 
brandfs Portrait. Carl V. nach van Dycls, eine grosse Iireuzab- 
nahme nach Rubens für das Musee Napolöon , sind darunter seine 
Meisterstüche; das letztere war die vorletzte Arbeit, welche er mit 
golläm liüustlerfeuer vollendete. Es ist dieses_die Krone seiner 
UC e. 
Aber auch nach den Meistern der italienischen Schule stach Gut- 
tenberg Blätter mit vielem Geiste und mit grosser Reinheit, wovon 
sich seine heil. Familie nach Raphael, eine Beschneidung nach Fra 
Bartolomeo, eine heil. Familie nach Baroccio u. A. auszeichnen. 
Unter seinen Landschaften nimmt eine grnsse, nach Dietrich, den 
ersten Plaz ein, da sie das Gemälde jenes Meisters mit vielem Geiste 
wiedergibt. Andere stach er nach Meyer, NVagner, Vernet, WVei- 
rotter, Poelcrnburg u. A.  Die Blätter nach Zeichnungen, Vig- 
netten, und Bilder zu-grössern Prachtwerken oder kleinem Schrif- 
ten, oder die einzelnen Stiche haben all das Gefällige, Wahre und 
Richtige, was. seine grössern Arbeiten auszeichnet; manche davon 
sind in ihrerArt unvergleichlich. Am wenigsten frei fühlte er sich bei 
den Gemmen, die er nach Nahl stach. Die Platte eines seiner gräs- 
sern Blätter, Napoleon vor der Schlacht von Wagram, am Wacht- 
feuer im Kreise seiner Generale eingeschlossen, ward von ihm un- 
vollendet-bei Seite gestellt, da die veränderten Zeitumstäinde es ihm 
widerriethen, damit hervorzutreten; erst nach seinem Tode ward 
sie von seinen Schülern bekannt gemacht. 
Vergl. die Niirnbcrgischen Iiüustler, geschildert nach ihrem Le- 
ben und ihren Werken, II. Heft, wo sich auch sein von A. Reindel 
gestochenes Portrait befindet.  
Büste des Miltiades, nach Anastasi; die Eauforte ist von Beindel 
und Geissler (Visconti's iconographie). H; 1 Z. 6  t Z- 
Der Belveclerische Apollo, nach L'e Barbier's'sen. Zeichnung. 
 H. 8 Z. 3 L., Br. 5 Z. 9 L. Beide Blätter aus der letzten gu- 
ten Zeit des Künstlers. 
Eine Ruhe auf der Flucht nach Egypten, nach F. Baroccio. (Ga- 
lerie du palais royal). H. 7 Z. 2 L., Br. 5 Z. 11 L. 
 Ausstellun Christi im Tem el, nach Fra Bartolomeo; Der Stich 
 .5  P  
1st vorzuglich gut. Auf den ersten Abdrucken stehtbloss de? 
Name Bartolome pxt. H. 8 Z. 5 L., Br. 4 Z. 9 L.  
Das Milchmadchen, nach Baudouin. H. 8 Z. 7L., Br. Ö Z-1L. 
In den gewöhnlichen Abdrüclsen liest man: Perrette, und da- 
run_ter_ drei französische Verse. 
Die Weiber unter dem frhorweg, nach G. Bega. H. 7 Z. 5 In.
        

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