Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gallimberti - Haslöhl
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1737136
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1741461
Guendter  
Johann 
Georg. 
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Lipnwsls? im bayerischen Iiiinstlerlexicon sagt. Sein Vater, ahgn. 
falls Bilt heuer, und zugleich Bürgermeister. unterrichtete ihn in 
der Bunst, wahrscheinlich bis zu seiner Reise nach Wien, und 
so dürfte er nicht bei J. Straub zu München in der Lehre gemm- 
den haben, wie, ebenfalls Lipowsky angibt. Sein Vater ielbgt 
War ein geschickter Künstler, und 1753 schickte er den Sohn nach 
Wien, um an der Akademie der Iiünste seine Studien zu vollen- 
clen. Er erhielt da den ersten Preis dcr Bildhauerei, wie wir aus 
dem akademischen Zeugnisse des Rektors Mich. Aug. Ünterberger 
ersehen, und zugleich auch den Cursus der Architektur machte er 
durch. Dass Guenclter in diesem Fache nicht gewöhnliche Kennt- 
nisse besass, beweisen seine Blätter im Yitruve bavarois. Vvll 
WWien ging der Iiiinstler nach München, und hier fand er reich- 
liche Beschäftigung. Er fertigte neben Groti verschiedene Arbeiten 
in Blei nndHolz für die churfiirstliehen Gärten, und nach GroiYs 
Tod wurde er Hotbildhauer. Für den Hofgarten in Nymphenburg 
sollte er die Marmorstatuen des Mars und der Pallas (7 Sch. 9 Z. 
hoch) ausführen, wurde aber durch den Tod an der Vollendung 
der Arbeit gehindert. Er hinterliess nur vier Modelle in Holz: 
Mars, Pallas , Merkur und Venus, und diese wurden dein R. Beos 
übergeben. Von seiner Hand sind auch die Verzierungen des Por- 
tals der Hauptwache in München und clietneuen Thüren der Me- 
tropelitankirche daselbst. In der Kirche selbst ist von ihm ein 
rosses Crucifix und eine Statue der unbelleckten Empfängniss 
älariä, und in der hl. Geistkirche sieht man von seiner Hand die 
Statuen der Muttergottes, des Johannes und der Magdalena. Auch 
für die ehemalige Pränmnstrateuser-Abtei Neustift bei Freising 
führte er Statuen und Ornamente aus. Im erwähnten Vitruve ba- 
varois, einem bayrischen Werke mit französischem Titel, ist seine 
Zeichnung der Festdeeoratien zu Ehren der Jcsepha Antonia, der 
Tochter Bard's VIL, von V. Funek gestochen, und auch die Ab- 
bildung des Opernhauses von München ist in diesem Werke nach 
Gucndteafs Zeichnung gestochen. Er zeichnete auch mehrere Pru- 
spekte der Stadt llzliinchen. Jungwirth stach neben andern die 
lsarbrüche mit dem sogenannten rothen Thurm, der 1797 abgetra- 
gen wurde. 
Dieser Künstler wird auch im Wincklefschen Gataloge (Ginter) 
erwähnt, und hier Ilistorieninnler und Kupferiitzer genannt, der 
1769 ein Blatt radirte, welches Pygn-mliun vorstellt, wie er die 
Venus f?) meisselt. Auch ein radirtes Blatt mit dein Ecco homo 
wird ihm beigelegt. Es ist in 12., und mit einem Monogramme 
bezeichnet.  
Gncndter, 301131111 Georg, Maler und Gallerie-Inspektor zu 
Augsburg, geb. im Markte Altmannstein im bayrischen Begenkreise 
1'266, gest. 1352. Er war der einzige Sohn aus der zweiten Ehe 
seines Vaters, eines Bilrlhauers, und wnrdevschou in hiiher Jugend 
einem Regensburger Maler zur Unterweisung übergeben, dessen 
Zweckwidrige Anleitung und rauhe Behandlung ihn aber veran- 
lasste, seine Ausbildung in München zu suchen. Nach längerem 
Aufenthalte begab sich Guendter nach Augsburg, wo er bei. meh- 
"neren Glasmalern angenehme Beschäftigung fanrl. Der Ruf seiner 
fortschreitenden Thätigkeit veranlasste die dasige Malerswitlvve, 
Djlane Anna Gasslcr, gehorne Stolz, 1788 sich mit ihm zu verehe- 
lfchßll- In jener Zeit trieben Augsburger Kaufleute noch den thä- 
tlgsten Handel mit Malereien auf Glas nach verschiedenen Länv 
dem, besonders nach Spanien, wo solche Gegenstände mit Gold 
aufgßwvsen Würden; daher hatte auch Guendter gewöhnlich mehr
        

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