Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gallimberti - Haslöhl
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1737136
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1741209
Grosch , 
Heinr. 
All? 
Grosclaude , 
Bldme. 
Jenny. 
397 
fernte sich von der ewigen Quelle des Schönen und Wahren, und 
Gros ist einer derjenigen, der ihr den verlernen Weg wieder zu 
weisen suchte. Er verlieh seinen Gestalten einen wahren mensch- 
liehen Charakter, aber eben dieses verursachte ihm damals grossen 
Kampf, in welchem ihn aber der erste Consul und das Publikum 
kräftig unterstützten. Besonders war dieses bei der Ausstellung 
der "Pestltranlten von JalTa" der Fall, wo die Anhänger der herr- 
schenden Schule ihn verketzerten. Sie schrien, dass er die all- 
tägliche gemeine Wahrheit für den reinen Geschmack, und die 
schöne Zeichnung für die Färbung im Stich lassen wolle. Gros 
trat siegreich aus dem Kampfe hervor; es stand ihm aber hart- 
näckig eine Partei gegenüber, welche fest an der Form und an 
dem Ideal-Schönen hing. Die Reformatoren verlegten sich dage- 
gen mit ungestiimem Eifer auf das Ausfiudigixiachcn des Natürliche 
wahren und der Farbe, woraus die Anhänger den neuen romanti- 
schen Schule hervorgegangen sind. 
Gros's Colorit ist brillant, öfter grell. Bei ihm ist der Effekt 
Hauptsache, und diesem opferte er sogar nicht selten die VVahr- 
heit auf. In seinen Composilitmen spricht sich ungemeiner Reich- 
thum der Phantasie aus, und war einmal die Aufgabe gegeben, 
so führte er sie mit Feuer und VVärme aus. Er beurhundete in 
vielen Werken ein reiches und schönes Talent, wenn er auch 
nicht überall gleiche Kraft und Vorzüge entwickelte. Zu bitter 
waren die Schmiihungen, mit welchen man ihn 1335 überhänfte. 
Man behandelte ihn als eincnManieristen, dessen Glanzperiode 
verschwunden wäre. Gros nahm diese Undanlabarkeit so in Her- 
zen, dass er auf verhängnisvolle Weise den Tod in den Wellen 
der Seine suchte. 
Grosch, Hlllnflßll August, BIalcr und Iiupferstecher, der 1765 
.zu Lübeck geboren wurde. Er studirte auf der Akademie zu Ko- 
penhagen und 1793 wurde ihm hier eine Medaille zu Theil. Von 
dieser Zeit an arbeitete er in Kopenhagen, und man findet daher 
bei den Iiunstliebhabern dieses Landes Landschaften in Oel, so 
 wie Blätter mit ähnlichen Darstellungen. Ob dieser Iiiinstler noch 
am Leben sich befinde, konnten wir nicht erfahren, 
GIOSGlQIIÖB, LOUlS, Maler aus Locle, ein trefflieher Künstler, der 
jetzt in Neuchatel seine Kunst übt. Seine Leistungen wurden 
schon mehrfach in öffentlichen Blättern beslnrochen, und diese be- 
stehen in Historien, Genrestüchen und Landschaften. Diese Bilder 
haben durch die breite und freie Behandiung einen eigenthümli- 
chen Reiz. Sie sind mit laeeliem Pinsel gemalt, nicht eben sehr 
vollendet, da ihn seine Lebendigkeit nicht zu jener zarten Vollen- 
dung kommen lässt, die nur zu oft mehr anspricht, als geistreiche, 
wveniger sorgfältige Behandlung des Pinsels. Seinen Figuren aber 
fehlt es nie an Wahrheit und Ausdruck, nnd dabei sind seine See- 
nen häufig durch landschaftliche Umgebungen gehoben. Die Dar. 
stellungen entnimmt er nft dem niederen Leben, der Sage, der 
Küche und dem Stall, er weiss sich aber auch in einer höheren 
Sphäre zu bewegen. Die Färbung ist durchaus tüchtig, und im 
klelldunkel, so wie in Vertheilung des Lichtes besitzt er grosse Ein- 
sieht. Seine Bilder sind ungemein harmonisch im Ton, und die 
Figuren wie aus einem Gusse gegeben, ihrem Charakter gemäss. 
Grosclaude ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin 
und überhaupt einer der ersten Genremaler unserer Zeit. 
Grßsßlaude: Mdme- Jiöüny; Malerin zu Neuchatel, eine jetzt 
lebende Künstlerin vonßedeutung. Sie malt Genraßtücke, die in
        

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