Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gallimberti - Haslöhl
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1737136
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1741182
Gros , 
Antoine 
Jean, 
Baron. 
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GrOS, Antoine JCEIII, Baron, Historien- und Sehlaehtenmaler, 
wurde 1'271 zu Paris geboren. Sein Meister war David, dessen 
Schule er zu jener Zeit verliess, als die siegreichen französischen 
Heere in Italien einrücliten. Gros ging damals nach diesem Lande, 
musste sich aber anfänglich mit Miniaturbildnissen den Unterhalt 
verschaFfen, bis ihn ein glücklicher Zufall vor den jungen Ober- 
general Bonaparte führte, den er dann 1796 als Sieger von Areale 
malte, in dem Momente, wie er einem Soldaten bei der Brucke 
die Fahne aus der Hand nimmt und allein voranstiirmt. Longhi 
hat dieses Bild gestochen, und es ist eines derjeni en, welche den 
Ruf der Künstlers begründeten. Bonaparte fand iesonderes Ver-V 
gniigeil daran, und als Belohnung ernannte er Gros zumwMitglietld 
 jener Cornmission, die in Italien für das Centralmuseum zu Paris 
auf die wohlfeilste Weise von der Welt Kunstwerke auswählen 
musste. Zur Ehre dieses Künstlers sei es gesagt, er ging; unei- 
gennütziger zu Werke, als viele seiner Collagen, das Unbillige der 
Handlung wohl fiihlend. Dieses Geschäft entzog ihn einige Zeit 
der Iiunst, und es fand sich auch keine schickliehe Gelegenheit, 
sich durch ein öffentliches bedeutendes Werk zu zeigen- Im Jahre 
1802 malte er für Mailand das Bildniss des ersten Consuls zu 
Pferde, und erst 1804: brachte er jenes Bild zur Ausstellung, wel- 
ches seinen Ruhm für alle Zeiten zu sichern schien. Es ist dieses 
das Gemälde der Pestkranken zu Jaffa, das in Paris mit lebhaften! 
Beifall aufgenommen und besungen wurde. Indessen lauten in 
deutschen Schriften die Urtheile über dieses Bild nicht gleich gün- 
stig: Fiorillo (III. 480) nennt es abscheulieh, ein Werk, (las ei- 
neu zwinge die Augen wegzuweudcn. und Andere wollen in der 
NVahl des Gegenstandes gerade nicht den besten Geschmack des 
Künstlers erkennen. In der Anordnung und im Colorite passirt 
das Bild die Critik, die Zeichnung aber wurde allenthalben als 
unrichtig getadelt, und die Aehnlichkeit Napoleoifs, der mit der 
Hand eine Pcstbeule berührt, wird ebenfalls nicht ganz gelungen 
genannt. Ausführlich beschrieben ist es in Landoifs Annales du 
musee, VI. 12.51. Hierauf malte Gros 'die Schlacht von Ahukir, die 
seit 1831i in der Gallerie zu Versailles aufbewahrt wird. Er stellte 
den Angrili Murafs auf die türkische Armee vor, und Mustapha, 
der General der Türken, lässt, an der Hand verwundet, das 
Schwert sinken, welches sein neben ihm feehtender Sohn dem 
französischen Feldherrn überreicht. Im Jahre 1808 stellte Gros 
 den liaiser Napoleon auf dem Schlachtfelde von Eylau dar, und 
dieses Bild, keines seiner besten, erwarb dem Iiiinstler das Kreuz 
der Ehrenlegion. Ein anderes Bild aus der Kaiserzeit ist" jenes 
von Napoleon an den Pyramiden, wie er die Worte spricht: "Sol- 
daten! von der Ilühe der Pyramiden herab schauen auf euch vier- 
zig Jahrhunderte!" Dieses Gemälde war für die Tuilerien bu- 
stimmt, später verschenkte es Napoleon und zuletzt kam es in die 
Gallcrie Colbert. Dieses ist das erste Bild jenes Gegenstandes, 
nicht so umfassend im Plane, als die spätere Darstellung, welche 
er für die Regierung malen musste. Der Tod hinderte ihn an der 
Yollendung, und Debay führte die unvollendeten Theile, nament- 
llßh tlle Seitengruppen, nach zurückgelasscncn Studien des Mei- 
sters aus, S0 Weit in der Manier und im Colorit jenes Künstlers, 
dass gerade kein Missklang der einzelnen Theile mit dem Ganzen 
entstanden ist. In den Figuren des Mittelgrundes erkennt-man 
aber deutlich den Maler der Schlacht bei Austerlitz, den grosscn 
Maler der Kaiserzeit in den wilden bäumenden Schlachtrossen, 
und ganz. hesonders noch in den drei Verwundeten des Mittel- 
gruxides, einem Neger, einem Türken und einem Araber. In die-
        

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