Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gallimberti - Haslöhl
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1737136
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1741160
Gros , 
Pi errc 
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{erungen in gr. fol. als Studien für Kunstliebhaber._ Landsehafter, 
Baukiiustler elc. Auch eine Sammlung von Decoratloneu hat man 
von ihin.   
Dieser Künstler ist königl. Decorateur und seit 1322 Mllglied der 
Akademie der Iiünste in Berlin. 
Gros, Pierre le, Bildhauer, geb. zu Paris 1656. geßl- z" Älvlh 
1719. Sein Vater, Bildhauer und Professor an der Akademie zu 
Paris, war sein erster Meister, und als Züjiihriger Jüngling errang 
er den grosscn Preis der Sculptur, mit dem Basrelief, WßlChßS 
Noah vorstellt, wie er mit seiner Familie in die Arche einzieht. Nun 
kam er als lnPensitmär nach Rom, WO er bald seinen Ruf gründete- 
Zu jener Zeit wollten die Jesuiten den I-Ianptaltar der Kirche 
 des heil. lgnaz zieren, und zu diesem Zwecke eröffneten sie einen 
Cuncurs. Le Gros hatte den Muth, in die Schranken zu treten, 
doch fürchtete er, man möchte ihn seiner Jugend wegen nicht zu- 
lassen, wesswe en er glauben machte, dass seine Modelle von Ge- 
nua kiimen. Such Le Gros Entwurf zog bei der Ausstellung alle 
Augen auf sich, und dem angeblichen Genueser wurde einstimmig 
der Preis zu Theil. Das Werk stellt den Triumph der Religion 
über die Ketzerei daf Jetzt wurde ihm die Anfertigung eines Bas- 
relilefs übertragen, das unter dem Namen der Verklärung des see- 
ligen Ludwig von Gonzaga berühmte Werk im Collegio Romano, 
gestochen von Frezza. Hierauf führte er die Statue des heil. Sta- 
nislaus liostka auf dem Sterbebette aus, hatte aber dabei den selt- 
samen Einfall, das Gewand von schwarzem, das Bett von farbigem 
, und den Kopf nebst Hände und Füsse von weissem Marmor zu 
fertigen; allein trotz dieser Bizarrerie zählte man doch diese Sta- 
tue zu den berühmtesten Werken der Plastik jener Zeit in Rom. 
Eine gleiche Stelle wies man auch seinen Aposteln Thomas und 
Bartolomiius an, für die Latcraukirclie ausgeführt; die griisste 
Achtung erwarb ihm aber die bewunderte Statue ilcs heili- 
gen Dominicus in" der St. Peterskirche. Nach Vollendung diese: 
Werkes ging Gros nach Paris und hier verzierte er das Hotel Cro- 
zat; auch für Montmoreney führte er einige Sculptilren aus. 
Ob er zu jener Zeit auch die unter dem Namen des Silence be- 
kannte Bildsäule im Garten der Tuilerien ausgeführt habe, ist un- 
bekannt; bald nach seiner Ankunft in Frankreich wurde ihm aber 
eine bedeutende Anzahl von Werken für die Gärten zu Versailles 
aufgetragen. Diese Sculpturen gefielen nicht;- doch sind sie nicht 
so gar unbedeutend, wie Thornassilfs Stiche derselben..ln Frank- 
reich konnte Le Gros durchaus keinen solchen Beifall finden, wie 
er ihn zu erregen glaubte, und auch die Akademie war nicht zu 
bewegen, ihm die Tbore zu öffnen. Gros und Puget waren keine 
französischen Akademiker. Nach zwei Jahren kehrte er endlich 
aus Verdruss wieder nach Rom zurück, wo er bis an seinen Tod 
verblieb.  
Unter den Arbeiten, welche er jetzt noch afusführte, erwähnt 
man: das Basrelief mit 'l'obias, welcher dem Gabelus zehn Talente 
leiht, in Monte del Pieta; die Statue des Ceardinzils Casanata in 
der Minerva; das Grabmal desselben Cardinals in S. Giovanni in 
Iiaterano; jenes des Cardinals Alclobraudini in S. Pietro in Vincoli; 
das Mausoleum Pius IV. in St. Maria Maggiore und die Gruppe 
des heil. Iguaz mit zwei Engeln, neun Fuss hoch, für die Jesus- 
kirche in ilber ausgeführt. Zu Turin zählt man seine Marmor- 
statue der heil. 'I'heresia in der Carmeliterkirche unter die schön- 
sten Werke. Ußberhaupt ist Le Gros in Italien mehr bekannt als s 
in Frankreich. Er erinnerte sich auch nur mit Unwillen an sein 
Vaterland.
        

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