Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gallimberti - Haslöhl
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1737136
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1740111
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Gonelli , 
Giovanni 
F rancesco. 
Gronord, 
Frangois. 
herzustellen, nämlich die Villa Adriane. Doch kam sein Unterneh- 
men nicht zu Stande und die Detailzeichnungen, die er an Ort und 
Stelle ausfiihrte, schenkte er seinem Freunde Peranesi. Ein Port- 
feuille von Zeichnungen nach Werken des Paliadio brachte er mit 
 sich nach Paris zurück; Zeitumstände verhinderten ihn aber von 
seinen Schätzen Gebrauch zu machen. Jene Epoche der Verwir- 
rang war unfruchtbar für die Kunst, und für Gondouin war die 
Bahn geschlossen. Er lieferte nichts Bedeutendes mehr; denn die 
von ihm errichtete Fontaine vor der Fagade der chirurgischen, 
hierauf medicinischen Schule, verdient keine Beachtung. Dass er- 
untcr Denon mit Lepere die Vendöme-Säule aufgestellt habe, ist 
gerade von keiner grossen Wichtigkeit, wie denn überhaupt nur 
der bildnerische Schmuck hier Alles ist. 
Gonelli, Giovanni FFEIIICBSCO, Bildhauer, genannt der Blinde 
(Cieco) von Gambasso, seinem Geburtsorte, einem kleinen Flecken 
in der Nähe von Volterra. Er lernte die Anfangsgründe der Bild- 
hauerei unter der Leitung des Clarissimo Fancelli und Pietro Tacca 
und machte so grosse Fortschritte, dass ihn der Herzog in seine 
Dienste nahm. Als die deutschen Truppen im J. 1630 Mantua- mit 
Sturm eroberten, wurde Gunelli so sehr gemisshandelt, dass er 
1652 sein Gesicht gänzlich verlor. Jetzt fing er an, in Wachs und 
Thon zu inodelliren, indem er den Gegenstand, den er copiren 
wollte, mit den Händen befiihlte. Er brachte es selbst so weit, 
dass er vortreffliche Büsten machen konnte und der Gegenstand der 
Bewunderung mehrerer Schriftsteller wurde. Da jedoch einige Ver- 
dacht hatten, dass er vielleicht noch etwas sehen könnte, so liess 
sich der Herzog von Bracciano mit ihin in ein ganz dunkles Zini- 
mer einschliessen, wo Goiielli seine Büste meisterhaft verfertigte, 
und allen Zweitlern bewies, dass er sein Auge an der Fingerspitze 
habe. Wirklich liess auch Hesselin, der das Portrait des Künst- 
 lers zu haben wünschte, ihn mit einem Auge am Finger malen. 
Gambassi lieferte unter andern Arbeiten auch eine schöne Büste 
des Papstes Urban VIII., des Königs von England, des erwähnten 
Hesselin und anderer vornehmen Personen. In der Galleria Gerini 
T. II. tab. 18. findet man ein Portrait des Blinden von Gambasso, 
gemalt von Livio Maus.   
GODIII, Franz, Maler aus Turin und Zögling der k. Akademie da- 
selbst, der sich unter den jetzt lebenden piemontesischeu Malern 
besonders auszeichnet. Er ist correkt in der Zeichnung, ein guter 
Culorist, und überall bemerkt man treEliche Studien. Dabei ber 
sitzt _er eine feurige Einbilduiigskraft, und daher sind seine Com- 
positionen von ungewöhnlicher Wirkung. 
Seine Werlie bestehen in Historien und Genrebildern, und auch 
Lithographien hat man von seiner Hand. 
GODOPÖ, ein französischer Iiupferstecher um 1'769. Man hat von 
ihm einige Blätter in Zeichnungsmamer, darunter weibliche Figü- 
ren zum akademischen Gebrauche, nach C. N_ Cqchin, 
Das Bildniss des Schöppen J. D. Lampareur, nach Cochilfs 
Zeichnung, 1761- 
Gonord, FIQIIQOIS, Maler und Hupferstecher, wurde zu St. Ger- 
main in Departement de I'Eure 1750 geboren, und von Descainps 
zu Rauen in der Kunst unterrichtet. Seinen Namen verkündet eine 
wichtige Erfindung fiir die Kupterstecherkunst; diese hat einige 
Aehnlichkeit mit Per-Ina's Siderographie. Gonord ist im Stande von 
derselben Platte mit Leichtigkeit und mit gleichen Kosten iede be-
        

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