Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gallimberti - Haslöhl
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1737136
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1739513
liehen Hochzeit eines reichen Botzners, eines H. v. Mayrl, gela- 
den; darauf malte er die Hochzeit zu Iiana in Galiläa, ein grus- 
ses Stiich, das 20 Schuh lang und 9 Schuh hoch ist. Alle Köpfe 
der Hochzeitgäste sind Portraite von jenen Gästen, die auf der 
Hochzeit waren. Dieses Stück, eines seiner vorziiglichsten, befin- 
det sich in der Prälatur Ncustift bei Brixen. Im Speisesaal des 
aufgelösten Dominiltanerklosters zu Batzen war ein geschütztes Stiicli 
von Landschneck, das eine Scene aus dem Leben des heil. Yincenz 
vorstellte. Auch hier hatte er sein eigenes Portrait und das eines 
Botzner Biirgers, der das Gemälde hatte machen lassen, angebracht. 
Im Jahre 1712 malte er das Hochaltarhlatt der Franzislaanerlsirche 
zu Bolzen, das die Legende von den Wundinalen des heil. Franz 
von Assisi vorstellt, auch eines seiner vorzuglichsten Stücke, an 
dem besonders die Figur des Heiligen geschätzt wird. Von dem 
in diesem Blatte auf einem Bauxne sitzenden Ginipel geht die Sage, 
der Künstler habe ihn als Portrait eines dummen Kritikers gemalt, 
der das Gemälde auf einer Seite gar zu leer fand. tVIan erzählt 
auch von Glantschnig, er habe während seines Sunnuerautentlialtes 
auf den Gebirgen bei Botzen und andern Orten die spreehendsten 
Physiognomien der dortigen Bauern cupirt und darnach dann seine 
Apostel gemalet. Apostel von Glantschnig besitzt (1308) der II. v. 
Egger zu Innsbruck. Auch jene, die in dem Gebäude des aufgelösten 
Doinstifts zu Hall sich noch befinden, werden ihm zugeschrieben. 
In der Pfarrhirclxe zu Botzen finden sich von diesem Meister 
drei Altarbliitter, von denen das erste, die drei VVeisen aus dem 
Morgenlande, für sein Nleisterstiiclt gehalten wird. Richtige Zeichw 
nung und Wahrheit des Ausdrucks und des Colorits, die Haupteigen- 
schatten der Gemälde dieses Meisters, zeichnen es vor andern aus. 
Auch das Altarblatt der heilige Catharina ist eine vorzügliche 
Zierde dieser Kirche. Das dritte Blatt ist das des St. Floriansaltares. 
Von Glautschnig sind ferner die Altarbliitter in der heil. Grab- 
ltirche zu Batzen, in der Iiaplaneilairche zu Azwvang, Christus am 
Iireuze, und in der IWaria-Sciltxiee-Kapelle zu Oberbotzen, eine 
schöne Madonna. Zu Innsbruck sieht man in der Spitalltirche 
die Heil. Anna und Joachim. Zu liorschach in der Schweiz malte 
er 1721 (wie die Unterschrift zeigt) den heil. Anton von Padua als 
Wvtmrlerthäter. Zu den Figuren dieses sehr schönen Gemäldes 
wählte Glantschxiig lauter Portraite damals lebender Bürger, wel- 
che, laut '1'raditiox1,.zuut Sprechen getroffen seyn sollen. 
Als der lldagistrat. von Batzen mit (lem Venetianischen Maler La- 
zaro Lazarini Wegen des Iloehaltarblattes der dortigen Pfarrliirclxe, 
die Himmelfahrt Mariä vorstellend, in Unterhandlung stand, und 
dieser Künstler eine sehr beträchtliche Summe foderte, sagte Glanz- 
schnig mit dem Gefuhle des Correggio: Lazarint 1st ein braver Ma. 
1er; aber auch 10h kann malen ,  und er erbat sich, fiir die näm- 
liche Summe Geldes sieben Altarhlätter zu malen, so dass auf je- 
des Hauptfest Mariens ein anderes Blatt vorgeschoben wertleu 
könnte. Allein der Botzner Maler musste zuriiehstehexi, wie wohl 
er den Attsländer siebenfaclr überboten hatte. Immerhin erhielt 
der Magistrat von Lazarint ein sehr schönes Gemälde, 
Staffeleistiiclte mit Darstellungen aus der Religionsgesehichte fin- 
den sich zu Botzen, llorseltach und in vielen ianderil Orten sehr 
viele. Mehrere schöne Stücke sind im Besitz der Herren von 
Mayrl zu Kotzen, im Stifte Neustift u, s. w, 
Seine ländlichen Gesellschaftsstiiclie zeigen seine Figuren gewöhn- 
lich in der Tiroler-Nationaltracht, und beweisen zugleich seine 
Stärke in den verschiedenen Gegenständen; einige sind vortrefflich.
        

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