Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gallimberti - Haslöhl
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1737136
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1739369
Girardon , 
F rangois. 
213_ 
und eorrelit, aber der Anblick ermüdet bei ihrer Monotonie. Gi- 
rardon wäre sicher im Stande gewesen, seinen Charakteren grössere 
Mannigfaltigkeit zu ertheilen, wenn er nicht so ängstlich dem Ge- 
schniaclac seines Protelitors gehuldi et hätte. Indessen hinterliess 
er auch sehr schöne Werlie, die jedoch das ausserordentliehe Lob 
nicht verdienen, die ihin einige Sehüngeister jener Zeit ertheilten. 
llacine, Boileau und Lafontaine waren seine Freunde und die 
beiden letztern ver ötterten ihn fast. Lafnntaine nannte ihn den 
Pliidias des Jahrhunferts, ein Beispiel, wie weit inan damals vom Geiste 
der Antike entfernt war. Girarilon war ein galanter Franzose, der 
Allen Compliniente machte. Nach Lebruxfs Tod schnieiehelte er 
dein Mignard, dem Feinde seines Gönners, und man sagt, (liescr 
habe die Herrschaft über den Schnieichler manchmal ziemlich weit 
ausgedehnt.   
lfiir Girardon's Meisterstiicli galt das Mausoleum des Cardinals Hi- 
clielieu, welches er in der Sorbonne aiisfiihrte." Die Jakobiner haben 
es in der Revolution verstümmelt. Man fand in demselben alle 
Schönheiten und auch alle Fehler Le Bruifs, nach dessen Entwurf 
das Werli ausgeführt wurde. Iin Jahre 1'294 wurde dieses Grabmal 
auf A. Lenoir's Verwendung restaurirt. Die Hauptfigur ist sechs 
Fuss hoch und zu den Seiten sind die allegorischen Gestalten der 
Religion und der Gelehrsamkeit in natürlicher Grösse. Ilierauf 
fiihrte er die Figuren jenerGruppe in Versailles aus, die unter dein 
Namen des Apollo-Bades bekannt ist. Für dieses Werk fertigten 
auch die Gebrüder Marsy eine schöne Gruppe, doch gingen sie 
leer aus, während Girardon durch die Gunst Lebr-urfs aus den 
Händen Ludwigs XIV. eine Börse von 500 LouisrPor empfing. 
Dieses Bad des Apollo hat Edelink fiirFelibieNs Description de 1a 
grotte de Versailles, Paris 1679, gestochen. Die Gruppe ist in ei- 
ner Grotte. Der Gott sitzt und dienende Nymphen umgehen 
ihn. Sie waschen ihm die Fiisse, giessen Wohlgerüche auf die 
Hände und ordnen ihm die Haare. Girardon fertigte auch die 
bronzene Reiterstatue Ludwigs X1V., die auf dem Platz Vendönie 
errichtet stand, bis sie die Bevolutionairs den 10. August 1792 uin- 
stiirzten und vernichteten. Sie war 21 Fuss hoch. Der linke Fuss 
des Pferdes wurde in das Nlusee des Petits-Augustins gebracht und 
dort sah man auch ein lileines Modell in Bronze von dieser Statue. 
Dieses ist von Girardons eigener Hand und es gibt eine volllioiii- 
niene Idee von jenem schönen Werke, welches die Terroristen 
zerstörten.  
Die Anzahl seiner Werke ist bedeutend, zu den merkwürdigsten 
gehören noch folgende:  
Der Raub der Proserpina, eine nicht ganz gelungene Nachah- 
mung des Sabinerraubes von Johann da Bologna; die Fontaine 
des Saturn, die Figur des Winters unter der Gestalt eines Al- 
ten mit der Glutpfanne, und eine Unzahl von Basreliels in 
Versailles; die schönen liindergruppen zu 'l'rianon, die Orna- 
mentfiguren im Schlosse der Tuilerien, die erste Pteiterstatue 
i-illflvvigs XIV., die, weil man sie fiir den Vendorucfs Platz zii 
116111 hielt, der Stadt Beauvais überlassen wurde; die Grabinii- 
f" der Prinzessin von Qonti, des Castellans und des Ministers 
Lääjvqls, mehrere Portraite en buste und in Basrelief, _wie jene 
mm ggöäilln, AntouArnaulcVs und Boileaifs. _I"ui diese letz- 
Schrift: C '49 der Vertasser der Art poetique die bekannte 111- 
, Gräce im Phidias de notre äge, ' 
lud Me _voila sur de vivre autaiit que Punivers, etc. 
1mm 59111" Werke wurden gestochen.
        

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