Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gallimberti - Haslöhl
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1737136
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1739358
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Girardin, 
Girardon , 
Frangoiu. 
Girardm, J- S. auch Gerardin. 
Girardin, Alexander Franz Ludwig, Graf von, Historien- und 
Landschaftsmaler, wurde 1767 zu Paris geboren, und von M. Bi- 
dault in der liunst unterrichtet. Man hat von seiner Hand meh- 
rere sorgfältig ausgeführte Bilder, Ansichten und andere Scenen. 
Sein J. J. Bousseau auf der Insel St. Pierre-en-Seine wurde von 
Maurin lithographirt. Gabel: verzeichnet im Dictionaire des ar- 
tistes li-aneais mehrere Bilder von diesem geschickten Iiiinstler. 
Er ist Bitter der Ehrenlegion und des Ordens St. Louis. In der 
Biographie universelle wird eines Colonels, Marquis Reue Louis 
Girardin erwähnt, der dem J. J. Rousseau in seinem Territorium 
von Ermenouville eine Zuflucht gewährte, und hier setzte er ihm 
auf einer Insel auch ein Monument. Das erwähnte Gemälde scheint 
darauf Bezug zu haben Von diesem Girardin hat man ein Werk: 
De la coinposition des paysages, ou des inoyens (Tcinbellir la na- 
ture pres des habitations, en y joignant l'utile a Pagreable. Paris 
1777., 4. und 1805-, 8. Es wurde ins Deutsche undEnglische über- 
setzt, und noch ist das Buch beliebt. Dieser Girartlin starb 18021 
Girardon, FPQIIQOIS, berühmter Bildhauer, geb. zu Truyes, nach 
Einigen 1627, nach Andern 4650, gcst. zu Paris 1715. Sein Vater, 
ein Brnnzegiesser, wollte an dem Sohne einen Advokaten haben, 
allein dieser fand keine Lust dazu. Seine Neigung zog ihn zur 
Iiunst, zum Aergcr des Alten, und daher gab er ihn zu e.nem un- 
geschickten Holzschnitzler in die Lehre, um ihm das Handwerk zu 
verleiden. Doch vergebens; der junge Girardon modellirte aus 
 freiem Antriebe in Wachs und wagte sich auch an Figuren, die un- 
verkennbare Spuren eines grossen Talentes trugen. Nun kam er 
zu einem Verzierungsarbeiter, der auch Ileiligenhilcler für liirchen 
fertigte, und dieses bewog den Girardon die verschiedenen Statuen 
in den liirchen von Truyes zu studieren. Die erste lfrncht seiner 
Bemühung war eine iä-Schuh hohe Statue der Madonna, die sich 
in Zeichnung, Haltung und Gevvandung schon wohl ansehen liess. 
Als er hierauf im Schlosse zu St. Liebault mit seinem Meister ei- 
nige Basreliefs in Holz ausfiihrte, fand er an dem Besitzer , dem 
Kanzler Seguier, einen Gönner, der ihn _zu 12'. Aiiguiei- nach Paris 
schickte, und hierauf nach Rom, um seine Studien zu vollenden. 
In Rom gewann ihm sein gefiilliges Benehmen die Freundschaft 
des P. Mignard und nach seiner Heimkehr (1652) erwarb er sich 
auch die Zuneigung des ersten Malers C. Lebrun, die ihm eine 
grosse Anzahl von Aufträgen für die k. Schlösser in Versailles und 
Trianon bewirkte. Lebrnn fand Seim!!! Schützling immer in Un- 
tßrthänigkeit und (iieses gefiel ihm sowohl, dass durch seinen Ein. 
{liiss Girardnn schon als Jüngling von 27 Jahren Mitglied der 
Akademie wurde. Im Jahre 1059 Wurde er l'rofessor an derselben, 
1674 Correktor und 1695 endlich lianzler der Alaadcinie. Nach 
Lebrun's Tod ernannte ihn luudwig XIV. auch zum General-In- 
spektor über die Werke der Plastik, und indieser Stellung soll er 
sich den Hass des Puget, seines gefährlichen Gegners, zugezogen 
 haben. Verschiedene Unannehmlichkeiten bewogen diesen nach 
Marseille sich zu begeben, da er auch das noble Wesen des liunst- 
tyrannen Lebrun nicht ertragen konnte. Er liebte die Unabhän- 
gigkeit, Während Glrardun das Gegeiitheil gar nicht zu fühlen 
schien. Er huldigte dem Geschinaclie des ersten tranzüsischen Ma- 
lers, und an seinen Werken Wird überall der Styl ilci- Zeichnung 
jenes Künstlers sichtbar, besonders in jenen, die er für die Gärten 
zu Versaillesfiusfiihirtc. Dieburincn (lerselbcii sind im Ganzen edel
        

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