Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gallimberti - Haslöhl
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1737136
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1739234
200 
Gioltü 
Bondone. 
In der Capelle des heil. Thomas von Aquin in eben dieser Stadt 
ist ein schöuis altes Madonnenbild unter Glas, das dem Giutto beiv 
gelegt wird.  
Als Giotto Neapel verliess, um nach Rom zu gehen, hielt er 
sieh in Gaeta auf, und malte dort in der Nunziata einige Darstel- 
lungen aus dem neueinTestamente, die schon zu Vasax-Ps Zeit sehr 
zzelitten hatten- In Bimiili verfertigte er in der Kirche S. Fran- 
iiesco viele Malereien , die aber mit der Iiirehe zu Grunde gingen. 
Im Hreuzgaxige des Klosters malte er die Geschichte der seligen 
lNTichelina in Fresco , was nach Vasari eines der besten und vor- 
trefflichsteil Werke Giottds war, dahin" er es denn mit grossem 
Lulxe erhebt. Die-Gemälde dieses Iireuzgalzges sind iiberweisst, 
und wahrscheinlich nicht von Giutto, da derselbe zwanzig Jahre 
vor der seligen Miclieliua starb. 
Zu Ravenna haben sich noch Frescogemiilde von Giotto an dem 
Gewölbe einer Iiapelle der Iiirche St. Johannis des Tiiufers, dann 
in einem kleinen Chor des Klosters St. Chiara, nächst dem Pallast 
des Theudericli und in der Hauptealaelle und dem Presbyterium 
von St. Maria iri Porto vor der StadUerhalten. S. Vasari l. c. 158. 
die Anmerkung. 
Hoch geehrt und mit einem grussen Vermögen kehrte endlich 
Giotto xmch. Florenz zuriicls und malte hier noch mehrere Bilder, 
von denen aber nicht alle der Zeit widerstanden haben. Noch jetzt 
wohl erhalten ist das vortreffliche Cruciüx in S. Mnrcu, und das 
ähnliche, welches er für die Capelle Ognisanti malte. Letzteres 
befindet sich mit der ehemals durt befindlichen Madonna mit dem 
liindc von vielen Engehl" umringt, in der Gallerie der florentini- 
sehen Aluulenlie. Dese. delP Aicad. pag. 28. 
Dnsjenigc Bild, welches Mich. Angelo als vorzüglich naturgetreu 
belebte, und den Tod der Maria vorstellt, von den Aposteln um- 
geben, und ein Christus, der ihre Seele als kleines Mädchen 
in seine Arme aufnimmt, verschwand zu Vasarfs Zeit aus der 
Capelle der Ognisanti, kam aber später wieder _zum Vorschein und 
ward in der Etruria pitt. I. tav. 9., darausbex djAgixicourt peint. 
p]. 114 Nro. (j gestochen. Es trägt, W10 jenes U1 St. Croce, die 
Inschrift: Opus. Magistri Jocti, Im Jahre 1326 war es im Besitz 
des Young Ottley zu' London,'woselbst Dr. Schorn es sah, wohl 
erhalten bis aufeine kleine Verletzung. 
In Florenz malte Giotto auch eine lange Reihe kleiner Bilder, 
welche ehedem die Sakristei der Minoritenliirche schmückten, die 
aber jetztiheils in der Gallerie daselbst aufbewahrt werden, {heiß 
durch den Iiunsthandel zerstreut wurden. Einige befinden sich 
jetzt in der k: bayerischen Gallerie. Der _Gegenstand dieser Dar- 
stellungen, die in der Behandlung sehr leicht und sliizzenhaft er- 
scheinen, ist aus dem Leben des hl. Franz genommen, eine naive, 
"doch etwas vermessene Vergleichung mit dem Leben des Erlösers. 
.Ghiberti erwähnt nur im Allgemeinen, dass Giogm in S; Cmce 
vier Capellen und vier Allarhilclcr gemalt habe , die ältere Autm-i- 
tät für die Alälrunff; jener Folge kleiner Bilder beruht nur auÄ 
Vasari. Doch hält Rumohr diese Bilder für 55cm, w-eil sie die 
Eigenlhiimlichkeit dieses Dlleisters deutlich zu Tage geben. Im 
ILebeiJ des heil. Franz neigt er sich hie und da zuni Scherzhaflezi, 
in jenem des ÄHeilandes aber hat er verschiedentlich die herkömm- 
liche Anordnung hervorgezbgen, besonders in der Transfiguratinn, 
welche den altern Darstellungen griechischer Dlaler nachgebildet ist.
        

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