Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gallimberti - Haslöhl
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1737136
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1739219
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Giotto 
di Bondone. 
theilig war, so liess es Urban VIII. 1659 über den Haupteingang 
der Peterskirche einsetzen, zuvor aber von Franz Berretta copiren, 
um, wenn es bei dieser Versetzung zu Grunde gehen sollte, wenig- 
stens die Composition zu erhalten. Unter Inno cenz X. kam es 
wieder an die unter Paul V. erhaltene Stelle des päbstlichen Pal- 
lastes zuriick und blieb "dort bis zur Erbauung der Colonnaden der 
Peterskirche. Unter Clemens X. ward es endlich von Orazio Ma- 
nelti rcstaurirt, oder vielmehr, wie Baldinucci sagt, neu verfertiget 
und da eingesetzt, wo man es gegenwärtig sieht. Richardson 
(Traitö de la peinture III. 558.) erwähnt einer Originalzeichnung 
des Giotto zu diesenrMosaik, die in den Besitz seines Vaters aus 
der Sammlung des Vasari gekommen seyn soll. Auf dieser Zeich- 
nung fehlt der erwähnte Angeliischer, welcher demnach erst bei der 
Ausführung dieses Werkes von dem Künstler hinzugesetzt wurde. 
In der lYIinerva, der Kirche der Prädikanten-Mönche, malte Gi- 
otto ein grosses Crucifix a Tempera, und nach düägincourt noch 
andere Frescogemälde im Innern des alten Portikus von S. Giovanni 
in Laterano auf Befehl Bonifaz VIII. Diese Gemälde gingen bei 
der Errichtung des neuen Portikus zu Grunde, nur das Bildniss des 
Pabstes wurde von der Mauer abgenommen und im Intiern der 
Kirche iiber dem Grabmale desselben angebracht. Das Bild wurde 
von der Familie der Gaetani unter Glas gefasst und so ist es an 
einem Pfeiler von S. Giovanni im Laterano noch zu sehen. S. den 
Umriss bei (Plkgincourt peint. pl. 115. 
Ausser den angeführten befinden sich noch Gemälde von Giotto 
in der Stanza capitolare der St. Peterskirche. Sie dienten ursprüng- 
lich zum Schmuck der Thiirenyeines Ciboriums auf dem Hauptal- 
tare der alten Peterskirche. Dieses liess der Qartlinal Stefaneschi 
verfertigen, und bezahlte dem Iiunstler fur die Malereien 800 fl. 
Auf dem mittleren Gemälde sieht man den Heiland in einer Gloria 
von Engeln, und vor ihm auf den Hnieen den gedachten Cardinal. 
Auf der Rückseite ist derselbe vorgestellt, wie er dem heil. Petrus 
das Ciboriurn darbringt. Auf dem zweiten dieser Bilder sieht man 
auf der einen Seite die Kreuzigung des heil. Petrus und auf der 
andern zwei Apostel. Auf dem dritten ist auf der Vorderseite die 
Enthauptung des heil. Paulus vorgestellt, und auf der Hinterseite 
sind die Figuren zweier Apostel gebildet. Vier kleinere Bilder, 
welche die Basis des gedachten Ciboriums schmückten, stellen die 
heil. Jungfrau zwischen zwei Engeln und mehrere Apostel vor. 
Lanzi nennt diese Bilder graziosissime miniature ed estremamente 
finxte, "sie sind aber a tempera gemalt. 
Im Archive der Peterskirche 1st eine Handschrift, das Leben des 
heil. Georg enthaltend, mit Miniaturen von Giotto verziert, welche 
Gegenstände aus dem Leben dieses Heiligen und Pabst Nikolaus 
V. vorstellen. Der Cardinal Stetaneschi schenkte sie der Peters- 
kirche. (Vergleiche, ausser den Anmerkungen der deutschen Ausgabe 
des Vasari von Schorn I. 147 fi, auch die neueste Beschreibung 
Bom's von Bunsen etc. I. 471. E.) ' ' 
Nach dem Tode Benedikfs IX. ging Giotto mit Pabst Clemens 
V. nach Avignon und verfertigte nicht nur dort, sondern aiich in 
vielen andern Städten Frankreichs, eine Menge Tafeln und Fresco- 
nialereien. 
Della Valle ist geneigt, die Reise Giotto's nach Frankreich ganz 
zu bezweifeln, da. es ihm nicht gelungen ist, Spuren seiner Gemälde 
daselbst zu entdecken (Lett. Sanese, II. 95.) Es finden sich jedoch 
noch Ueberreste derselben in Avignon, worunter die Fresken in 
den zwei Stockwerken des viereckigen Thurmes noch wohlerhalten 
sind. Sie stellen heilige Personen xxnit verschiedenen Attributen vor.
        

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