Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gallimberti - Haslöhl
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1737136
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1738289
Geirard , 
Frangois. 
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fassnug zeigte ein Streben, das auf etwas Tiefere: gerichtet war, 
als die David'sche Schule es beabsichtigte. Sein in einer naiven 
Art behandeltes Gemälde mit Amor und Psyche, das uns auch 
tlllfßll G. Bodmcfs schöne Lithographie bekannt ist", ist weniwei- 
gründlich in der Ausführung, und es erinnert in manchem Betrazht 
mehr an David's Manier. 
Ein erwälinenswertlies Werk ist auch sein durch Godefroyk 
Stich bekannter Ossian, Welchen der erste Consul für Malinaisun 
bestimmte, und 1808 sah man auf der Anstellung seine Darstellung 
der vier Lebensalter, jenes pliilosophischeBild das in seiner Rein- 
heit und Einfachheit die ganze Menschheit ansipriclit. ILMQrghen 
hat es rgestoclien. Im Palais ltoyal zu Paris ist eine Copie davon; 
das Orminal wurde an die hoiugin Caroline verkauft und gegen- 
vvartig ist es in den Handen der Regierung von Neapel. A. Mas- 
sard hat das berühmte _Gemilde_ IIIiPUIIIODIET gestochen, so vfie spli- 
ter das Bilclniss Carl_ Im, und ein trulieres merkwurdliges Bild, dlß 
Schlacht von Austerlitz ist wieder durch Godcfrofs Stich bekannt. 
Dieses grosse Schlachtstiick liess der Kaiser für die '.l'uilerien ma- 
len aber Ludwig; XVIII. glaubte statt der Austerlitzcr Schlacht 
welche doch den Ruhm seiner Nation verkündete, ein anderes Bild 
setzen zu iniissen, und er bestellte 1816 bei dem Maler jener 
Schlacht den Einzug Heinrich IV., welcher jetzt im Louvre dem 
Schlachtbilde friedlich gegenüber hängt. Louis Philipp findet dar- 
in nichts Orninöses, wie jener Bourbon. Im Einzuge Heinrich IV., 
welchen Toschi meisterhaft gestochen, zeigt sich Gerard auf einer 
hohen Stufe der Iiunst. Geleitet durch häufige Beschäftigung mit 
Bildnissmalen bahnte er sich der Davichschen Schule geeeniiber ci- 
nen Weg, auf dein er VVahrheit, Lebendigkeit und eriiiste Griisse 
ohne theathralischen Pomp und antikisirende Formen erreichte. 
In diesem grossen Bilde zeigte er sich ebenso grandios und leben- 
dig in derComposition, als frei von aller Adektation, dem Einfach- 
Natiirlichen ergeben, dass dieses Gemälde an großartiger Würde, 
wie an Iiraft und Klarheit, der Farbe sehr gut neben den gefeierten 
Schlachten eines Lebrun bestehen kann. Mit dem Einzuge Hain- 
rich IV. erwarb sich der Iiiinstler auch allgemeinen Beifall. Es 
wurde ihm der Titel eines Barons zu Theil, eines Malers des liö- 
nigs, und das Oliieierkreuz der Ehrenlegion. Das Gemälde mit dem 
_Einzuge Heinrich IV. war des Iiiinstlers Triumph , aber dieser wurde 
21m1 nicht im gleichen Maasse mit der Darstellung der Salbung 
ar X. zu Theil, in seinem grossen IiEÖDUXI"S"Gt11äl(lC, das er 
in't? vollendete. Dieses Gemälde wurde der Gegenstand bitterer 
hritik. Eine eigene Schrift, betitelt: Le peuple au Sacre, critique 
de tableau de lYIr. Gerard pnr A. Jall, zeigt die bliingel desselben, 
uäldllegt den Personen, welche es bei deriAusstellniig sahen, Ur- 
t Ei e über das Bild in den iYIund die eben nicht zu dessen liuliui 
gereichen. Es heisst, Baron Geraiitl sei lanrrc Zeit kalt und trocken 
a! seinen Gemälden gewesen, und nun auf, einmal ein Colorist ge- 
särdeQ, allein dadurch, dass er seine Manier habe Lindern wollen, 
des eäatlttlteine noch mangelhaftere gefallen. Die Köpfe seines Bil- 
Licht b e man transparent, wie aternen von Horn, worin das 
'enes. rßllut. So steht es im Capitel la couleur; sehr: bosliaft 1st 
hün il L9 Peuple au Sacre." In einiger Hinsicht triisteten den 
 15 efrlfohl die 80,000 Fr., welche er fiir dieses  sein bourlw- 
Egäeleg ämmPlj-Gemälile erhielt. Es ist indessen eine höchst miss- 
d I, ac O1 bei Solchen Pruzikstiicken den reinen Anforderungen 
e? "lllllil zu entsprechen. In der Johns-Revolution erlitt 1119595 
qemald"  Barbarei durch jene bekannte Heldeusehar- D" 
hoPf dei lilülllgS wurde durchschosscn, so wie der des DKIIPhIÜw
        

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