Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gallimberti - Haslöhl
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1737136
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1738274
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Gdrard , 
Frangois. 
die Malerei, und daher ging er zu Brenet, einem mittelmässigen 
Maler, um sich derselben zu widmen. Doch bald verliess er auch 
Brenet und eilte in David's Werkstätte, der durch den glänzenden 
Erfolg seiner Horatier der Iiunst eine neue Bahn brach, und um 
welchen sich damals alle jungen hoffnungsvollen Künstler versam- 
meltenn wie Di'uais_, Girodet, Gros, Guörin, Fahre von Monpellier 
und Gcrard, der sich bald vonallen auszeiehncte. _Im Jahre 173g 
erhielt Gerard den zweiten Preis _der lVIaleral-iaclemie zu Wem, C111 
wider seine Erwartung Thevenin den ersten gewann , doch 
sChrecli-qte ihiiI dieses! nicht ab, es init einem] zweiten Gemälde zu 
versuc en. {um icmnte er erst 1T 1 seien, er kehrte aber 
in demselben Jahre wieder nach Paris Qzuriick, weil ihm bei liin- 
garen-i Aufenthalte die Gefahr drohte, auf die Emigranten-Liste 
gesetzt zu werden. Bei seiner Ankunft fand er die Revolution in 
vollem Ansbruche, und die geringen Einkünfte seiner Familie wa- 
ren zu nichts herabgcsunlicn. Seine lWIutter, eine Italienerin, war 
unterdessemgestorben , und es blieb ihm plötzlich, ohne alle I-liilfs- 
qnittel, die Sorge fiir die Erziehung zweier Briider und einer jungen 
ätante, seiner Mutternschwester, die er bald darauf heirathete. In 
(ieser verhän nissvo en Zeit erschien iim Dido als rettender 
Engel. Die äebriider Didot unternahmen näinlidh damals ihre 
herrliche Ausgabe des Virgil, des Racine, jene von Daphnis und 
Chloe; und sie wandten sich an David, um die Zeichnung zum 
Virgil zu erhalten. Dieser empfahl ihnen Gärard und Girodet, 
welche die Zeichnungen zur Zufriedenheit ausfiihrten, und dadurch 
gegen Mangel und Entbehrung Schutz fanden. So beschäftigte er 
sich mehrere Jahre mit kleinen Arbeiten, um die nöthigsten Be- 
diirfnisse zu befriedigenl, aberf im JahreDiYQÄ W112 er Vvillens ein 
erstes bedeutendes Wer: zu "ertigen. er 10- u ust hol: dazu 
 eine Revolutions-Scene. Gerarcf überreichte der Colgnmiggign eine 
Skizze; Zeitumstände aber verhinderten die Ausführung eines Eng. 
wurfes, welcher nach dem Qrtheil der Iienner eines seiner vorzüg- 
liclisteuViferlie geworden ware. dllein Gerard war nicht bestimmt 
Bevolutionsmaler zu seyn, und mitwder Darstellung des 10. Au. 
gusts, d. h. mit dem Qrabeudes Iruiiigthums, mit der Entthru- 
nung der Bourbons seine lsunstlerische Bahn zu erölTncn. Im 
gehräi 1'294 (tinlelite etgljvicder auflilie Anfertigung eines Gemäldes 
11T W "S5 C [m8, ein wer su te unterdessen für seine Familie 
sorven? Jsabey der Vater sicherteilim 'edoch als erstes Gebot ei- 
Dßäbjcglichßn Gemäldes ÄOQ Louiscfor zlu, mit der Befiigniss Gü- 
Tards: es emem andFTn Ilßlller für einen höhern Preis zu überlassen. 
Jetzt unternahm Qcrard seinen Belisar, der durch Desnoyere liup- 
fäfStICll bekannt ist, und durch andere Nachbildungen. Dieses be- 
rnhmte YVerls ltälfll zuerst iur den Preis Vgl) 130 Luuimyor in die 
Hande _des hollandischen fzesandten und später nach München, 
wo es jetzt in der herzoglich von Leuchtenbergschen Gallerie he- 
wundert wird._ Nach zwei Jahren erschien ein anderes Vgrerk, das 
der MEISIGY, mit Iiunimer und Entbehrung mühevoll gepflcgt, Seine 
Psyche. Gerard betrachtete dieses YVerk mit Vorliebe, und er 
legte bis an seineirTod auf selbes einen ausgezeichneten Werth. 
Allein unbarmherzig waren die Urtheilc gegen (News Bijd; jaut 
war der Tadel, bitter und allgemein. Doch spricht der Umstand 
zu seinen Gunsten, dass die Psyche, die anfangs unter allein 
Preise blieb, nach Verlauf von drei Jahren für 6000 F13, 5953er- 
hin an uenleral _Bapp 'fu_r 15000 Fr., und nach dessen TQd für 
50,090 F1"; für dlefGilllerlß Lnxembourg angekauft wurde. Indes- 
sen entwickelte Gerard in seinem Belisar eine grössere Meister- 
sch aft, und das Edle der Erfindung und die Natürlichkeit der Auf-
        

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