Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dumet - Gallimard
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1725323
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1730904
Galniiel, 
Jacques 
Auge. 
Gabriel, 
Paulus 
Joseph. 
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General Jnspektmr der k. Bauten, der k. Gärten und Manufaktu- 
ren und zugleich Ober-Ingenieur des Strassenbaues. 
Gabriel, Jacques Auge, Architekt und Sohn des obigen, geb 
zu Paris 1710. gest. um 1782- Er war Schüler und Nachfclger sei- 
nes Vaters, und überhaupt einer derjenigen Architekten seiner Zeit, 
dem die beträchtlichsten Aufträge zu Theil wurden. Indessen ist 
er auch einer der ersten, die im vorigen Jahrhunderte einem rei- 
neren Geschmack huldigten und sich grösserer Currektheit befhs- 
sen als die Meister der Verschnörlaelungs  Periode. Zll Seiner 
Zeit dachte man endlich an die Vollendung des Louvre, und Ga- 
briel vollendete nach Peraulfs Planen einen Theil des Inneren ge- 
gen die llue de Coq und gegen jene von St. Germain-PAuxerrois. 
Von grösserer Bedeutung für diesen Künstler ist die doppelte Colon- 
nade des Platzes Ludwigs XV. Jede dieserSäulenreihenist27O FusS 
lang, und Gabriel scheint hier ein Gegenstück zu den Colonna- 
den des Louvre beabsichtiget zu haben. Indessen ist von keiner 
Nachahmung Cliß Rede. GabriePs VVerk ist, von jenem Perraulfs 
verschieden, von grösserer Wiirde, in der Anordnung, wie in der 
Verzierung. Doch darfman diese Colonnaden nicht zu den merk- 
wurdigsten Monumenteny der neueren Zeit rechnen. 
In grossartigeren Massen erscheint das grosse Gebäude der Mili- 
tärschule; die ebenfalls Gabriel erbaute. Der reinere Geschmack, 
welcher im Ganzen, wie in den Theilen dieses Gebäudes herrscht, 
so wie die zweckmüssige Einrichtung, erhebt selbst zu den schön- 
sten Bauwerken der Stadt. 
Gabriel, P3111113 JOSePh, Maler und Bildhauer, wurde 1785 1-11 
Amsterdam geboren. Er wollte sich anfangs der Musik widmen, 
zog aber dann die Pvlalerei vor, als ihn sein Vater, ein Bildhauer, 
mit der Zeichenhunst bekannt gemacht hatte. Er malte anfänglich 
wohlgleichende Mipiaturbildnisse, hierauf aber, nachdem er in 
Paris zwei Jahre studiert hatte, ergab er sich zu Amsterdam der 
Plastik, worin er bald erfreuliche Proben lieferte. Mit seinem Modell 
des Borghesischen Gladiator erhielt er den Preis der Gesellschaft 
Felix meritis. Im Jahre 180g fand er an Ludwig Bonaparte, dem 
Könige von Holland, einen Gönner, der ihm Gelegenheit ver- 
schaffte in Paris unter Cartellier seine Studien fortzusetzen; und 
 nach zwei Jahren reiste er als holländischer Pensionär nach Rom, 
wo sich bei eifrigen Studien der Iireis seiner Iiennmisse ungemein 
erweiterte , besonders auch durch den freundschaftlichen Bath Ca- 
novais. Nach dritthalb Jahren verliess er Italien, und nachdem er 
sich noch einige Zeit bei Cartellier in Paris aufgehalten hatte, 
kehrte Cr 1813 ins Vaterland zurück, wo sein Talent volle Aner-- 
diennung fand. Man sah von dieser Zeit. an mehrere seiner Werke 
auf den Iiunstausstellungen zu Amsterdam, sowohl Figuren als 
ähnliche Biisten. Mehrere solcher Brustbilder von verdienstvollen 
niederländischen Männern fertigte er im Auftrage der Regierung, 
wie die von Hugo Grotius, Pieter Cornelissen, Christian Huy- 
gens "etc. Auch das Bild des Königs rneisselte er. Im Jahre 1820 
 vollendete er das Monument des Ritters Meermann, mit der _Stat_ue 
der Religion, die auf dem Medaillen mit Meermanzfs Blldllißß 
ruht. In der neuen Kirche zu Amsterdam ist von ihmmdas Denk- 
mal des Ritters van Iiinsberg, dessen Büste er früher fur das In- 
stitut ausfiihrte. Ein anderes Monument für eben denselben fer- 
tigte er fiir die Kirche zn Appeldoorn.  
Gabriel wurde 1820 Direktor und Professor an der Akademie zu
        

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