Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dumet - Gallimard
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1725323
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1730661
Füger , 
Fricdriph 
fleinrich. 
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Gemälde befriedigen in Zeichnung und Colorit jede Forderung. 
Fues. hat auch einige llliitter lithtigraphirt und andere radirt, 
Eines seiner geätzten llllitter stellt eine junge Biiurixi vor, "die vor 
dem Hause spinnt, neben ihr lehnt sich; ein Bauer an die Ihiire 
und vor ihr sind drei Iiinder. Dieses Blatt ist selten, und mit ei- 
nem Wlüilltlglülllllllß bezeichnet, so wie seine Lithographien, und 
die meisten seiner Mulwerlse. Auch die Initialen C. F. {indetijnan 
auf seinen Arbeiten.  
iiger, Friedrich Heinrich, I-Iistorienmaler, geb. zu Heilbronn 
1751, gcst, zuQWien 1818- Mit grossem Talente begabt lllalle er 
schon als Knabe von 1x Jahren Miuiaturportraite ohne Anleitung. 
Erst in Stuttgart sollte er sich mit den Regeln der liunst vertraut 
machen; allein hier verlor erbeißetrachtung der Meisterwerke, Öle 
er aufgestellt fand, den Muth zu ferneren Hunststudien, und er 
 begab sich nach Halle, um sich der Jurisprudenz zu widmen. Hier 
bestimmte ihn Professur lilotz aufs Neue zur Iiunst und so reiste 
er nach Dresden, lllll sich in der Zeichnung auszubilden. Im 
Jahre 177i begab sich der liiinstler nach Wien, wo er durch Hof-  
rath Birhenstoclt Gelegenheit fantl, als kaiserlicher Pensionär in 
-Rom seine Studien fortzusetzen. Er blieb acht Jahre in dieser 
Stadt, bis er 1782 Neapel besuchte, wo ihn Graf Lamberg in sein_ 
Haus aufnahm , und zwei Jahre Gaistfreuxxtlsehaft an ihm übte. In 
 Neitpel erhielt lfiiger auch den Auftrag zur Ausführung umfangrei- 
cher Gemälde im Bibliothehsaale der Königin Caroline zu Caserte. 
Es sind dieses acht historische Stücke,- in Fresco gemalt, die dem 
 Iiiinstler eben so grosses Llob erwarben, wie das gelungene Bild- 
niss der lNltlnzn-chin. lm Jahre 173i. wurde Fiiger endlich als Vi- 
eedirelttor airdie Altadeinie zu Wien berufen, wo er Ilofmaler, 
Professor, Rath und wirklicher Direktor wurde. Nach seiner Küch- 
kehr beschäftigte er sich anfänglich aussehliesslich mit der Minia- 
turinalerei, die cr aber in einer laiihnen Mlanier behandelte. In der 
Zwischenzeit bildete er sich auch in der Oelmalerei mit bestem Er- 
folge, wovon mehrere Gemälde (las redendste Zeugniss geben. Er 
ist indessen nicht von Manierisnnts frei, im technischen 'I'l1eil aber 
 war er wohl erfahren. Seine Zeitgenossen erhoben ihn mit ausge- 
zeichnetem Lobe und man sah in ihm einen der schönsten Sterne 
am ljiiixistliinmiel prangen. Das Ziel seines Strebens war jenes des 
gefeierten Rafael Menge; aber beide erreichten das wahre:Ziel 
nicht, weil sie nicht bei der Natur der uns gegebenen sinnlichen 
Offenbarung, sondern in Formen, welche diese überbieten sollten, 
dasjenige suchten, was sie das. Ideal nannten. Als Direktor lei- 
stete er die erspriesslichsten Dienste, durch Unterricht und Auf- 
munterung der Zöglinge. 
Eines seiner früheren vorzüglichen Compositiouen ist die Ermor- 
dung CiisaNS, das er aber erst in der letzten Zeit seines Lebens 
in Oel aiusfiihrte. Das Bild haut in den Besitz des H. v. Zimmer- 
mann in Wien. Andere trelfliehe Werke sind: Gamillus aus dem 
Exil als Diktator nach Rom berufen, der Pendant zum Coriolan in 
der gräll. Czerniifschen Gallerie, gestochen von liininger; die Be- 
freiung des Prometheus durch Herhules; Virginiafs Tod. gestochen 
von Piehler; Apollo mit den neun Musen, ein sehr gefälhgßß 311d; 
Dido, die sich in der Nähe des Seheiterhaufens das Herz durch- 
lwllfl , ein grauenvolles Gemälde; Alceste, die sich, um den am Steilh- 
thum leidenden Aclnnct zu retten, dem Tode ilvßihh. PHI gwßcs 
Bild mit znhlrcichenliligurenQ das man noCh 1820 ber der EKPU" 
sition zu Wien sah; Jupiter und Thetis, nach der UMS; Venus 
 Llrania; der begeisterte Homer von seinen Zulroreru umgeben , S59-
        

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