Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dumet - Gallimard
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1725323
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1725916
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Auto n 
van . 
lhm war es verliehen, mit Wärme und Gefühl das individuelle Le- 
ben genau und charakteristisch zu fassen und so das Bildniss in 
vollendeter Aehnlichkeit zu geben. Dazu kommt noch ein lebens- 
warmes Colorit, das unter seinem leichten und fleissigen Pinsel markig 
verfloss und reizend und doch naturgetreu entgegentritt. Im Ganzen 
steht er seinem Lehrer Rubens an Feuer und Iiraft des Genies 
nach, er ist aber correltter und besonnener, und auch an VVahp. 
heit erreicht er ihn. Dabei trat er selten, oder nie, in die sinn- 
lich rohen Fussstapfen seines Meisters, doch wird Rubens als lli- 
storienmaler höher geschätzt, als van Dyck. Die Anzahl der hi- 
storischen Bilder des letzteren ist nicht geringe, wie aus dem fol- 
genden Verzeichnisse der Werkevan Dyclfs zu ersehen ist. Seine 
ausgefuhrten Zeichnungen aber sind selten und die Skizzen manch- 
mal so leicht hingeworfen, dass es nur ihm allein möglich war, 
sie zu verstehen. 
Van Dyck hatte auch Schüler , aber sie kamen zu keinem grus- 
sen Ruf. 
Frühere Verzeichnisse von van Dyclds Gemälden in England sind 
jetzt in der Angabe des Ortes, wo sich solche befinden, nichtmehr 
sicher, und wir folgten daher Passavant, der 1835 seine liunstreise 
durch England und Belgien durch den Druck bekannt machte. 
In der National-Sellerie ist das von van Dyck Portrait des Rubens. 
welches J. Reynolds besass und sehr hoch schätzte. Für eine der 
ersten Zierden der Gallcrie hält man das Portrait des Gevartius, 
vonJ. Rogers gcst. Nach Einigen soll jedoch nur die Gcwandung 
von van Dyck, der Iiopf von Rubens seyn. 
In Dulwich-Cullege die Maria mit dem Rinde, ein sehr lieblich 
und schön colorirtes Bild.  
In Hamptun-Court das berühmte Bild von Karl I. zu Pferde. 
In Windsor werden ihm viele Portraite zugeschrieben, und unter 
diesen zeichnet Passavant folgende aus: Iiarl I. mit seiner Gemah 
lin und zwei Kindern, ein grosses schönes Bild, gestochen von 
Strenge; Iiarl I. zu Pferd mit einem Diener; die Kinder IiarPs I. 
mit einem grossen Hund, ein sehr schönes Bild, gesßvon Strange; 
Jakob I. in ganzer Figur, Cepie van Dyclfs nach einem ältern 
Bilde; H. Iiilligrew, der Poet und F. Carew, halbe Figuren, beide 
Witzlinge tretflich charakterisirt; Lady Venetia Dygby, sehr schon. 
In Iiensington die zwei Söhne des Herzogs von Buckingham als 
Knaben. Nichts kann die Natürlichkeit, den Reiz und die Zart- 
heit dieses sehr vollendeten Bildes iibertrelfen. 
In der BridgevvaterVGaIlerie ist eine Madonna mit dem Rinde, 
eines der schöneren Madonnenbilder des Meisters. 
In der Gallerie des Marquis von Stalfurrl in York-House das 
Portrait des Grafen von Aruudel, eines der schönsten und im Cha- 
rakter anziehendsteil Bildnisse des Meisters. 
In der Grosvenor-Gallerie Maria mit dem Iiinde und einem be- 
tenden Engel, im Grunde Rosen- und Orangengebiisehe, halbe l'i- 
guren und eines der schönsten Bilder (lieggr Art; von van Dyck, 
lieblich und zart, voll Ausdruck und Innigkeit- 
In der Devunshire-Galleric das Kind Moses im Nil ausgesetzt, 
{ein sehr schönes Bild von reizender Farbe. 
In der Gallerie des Herzogs vonWellington eine Wiederholung 
von KarPs- I. Reiterhild in Windsor. 
In der Sammlung des Herrn Coesvelt die biissende Magdalena, 
ein vorzüglich schön COlOFlPIGS  Titiayf5  50 ähn- 
lieh , dass es öfter für eine solche gehalten wil-(L 
In der Sammlung des Lord Cowper ist ein grosses Familienbild 
von Jvllillln. Grafen von Nassau, mit seiner Gemahlin, einem line- 

        

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