Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dumet - Gallimard
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1725323
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1730182
Franque, Joseph.  Franquehn, Jean Augustin. 471 
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in grosser Dimension, und nach Allaut Cornposition ausgeführt.  
Für die Iiirche zu lYIoissac ist seine heilnlungfrau auf der Schlau- 
ge, Ausserdem fertigte er mehrere iStalfeleibiltler und auch 110,-- 
traute. 
Frnnquß, JOSCPh, Historienmaler und Bruder des obigen, ein 
liunstlcr von eminentclu Talente, bildete sich ebenfalls in David's 
Schule. Auch er trat 1806, zuerst mit Gemälden hervor, und 
zwar in COUCXILTBIIZ mit Pierre Franque mit der Darstellung a" 
Schlacht von Zürich, im Besitze des Marschalls Massenib und mit 
dem Bilde, welches die durch Ilerkulcs befreite Alceste vorstellt. 
Um diese Zeit malte er ein allegorisches Bild, welches den Zu- 
stand Frankreichs vor der Rückkehr aus Aegypten vorstellt, das 
Portrait des persischen Gesandten Asker-Iiau, Marie Louise, 
wie sie den Iiönig von Rom betrachtet, das Bild Napoleoifs und 
den Morgen vor der Schlacht an der MUSliOWQ. Später begab sich 
der Künstler nach Italien, und hier lebt er noch als Professor der 
Akademie dßr liiinste zu Neapel. In dieser Eigenschaft malte 01' 
1822 bei Gelegenheit der Cnncurrexiz um die erledigte Stelle eines 
Direktors der Altadeinie eine Scene aus jeneriSchrcckenszeit, WO 
Poinpei durch die Eruption des Vesuv bedeckt wurde, und wie die 
 Ungliicklichen von Steinen und Lava ereilt werden. Franquc 
zeigte hier nicht nur in der VVahl des Momentes, sondern auch 
in der kühnen genialen Darstellung seine schöpferische Kraft. Das 
Bild frappirt, fesselt den Zuschauen-und ergreift sein Inneres durch 
den rührenden Ausdruck. l)ie Haltung ist höchst gelungen und 
alles rundet sich, vom Einzelnen his zum Ganzen. ln den Formen 
ist schöne Auswahl und die (liegenden Gewänder sind mit grosser 
Leichtigkeit dargestellt, Die Fiirlauiig ist blühend, und von einem 
verständigen llelldunltel unterstützt, von magischem Einklange. 
Die Höhe, wozu der Maler seine Farben steigert, lässt sich nur 
mit Rubens vergleichen. In diesem Bilde finden sich alle Theile 
in einem Grade vereiniget, wie man sie selten beisammen erblickt. 
Iiurz der lYlaler hat alles aufgeboten, was nur irgend das Auge 
blenden und reizen kann. Doch äusserte man hiebei die Besorg- 
niss, der liiinstler möchte, dem Glanz des Aeussern zu sehr erge- 
ben, das höhere Ziel der Iiuust ausser Acht lassen: den reinen 
Ausdruck eines tief empfundenen Gedanken und ungescluninlsto 
Schönheit der Natur. Franqiitfs Pinsel hat allerdings mit dem des 
Rubens manche Aehnlichkeit, aber er nlihert sich Öfter der Effekt- 
malerei des Thomas Lawrcnee, obgleich er diesen Ahgott der neuen 
englischen Iiunst an Correktheit der Zeichnung weit übertrifft. Er 
ist im Besitze von ausgezeichneten Nlitteln, und bei einer ßliiCllll- 
gen Phantasie hat er ilngesviihnliehe Geschicklichkeit in der Aus- 
 fuhrung. Das bezeichnete Concursgemälde ist im Iiunstblatte 1823 
ausführlich erwähnt, 
Franqußlln, Jean Augustin, Historien- und Genrcmaler zu I'm- 
ris und geboren daselbst 1792. Er bildete sich unter Regnaullfs 
Leitung zum ltiiinstler und dass er als trclflicher Iititlstler geachtet 
 wird, heweisen die vielen Medaillen, die ihm zu verschiedenen 
Zeiten zu Theil wurden. Es finden sich eine bedeutende Anzahl 
schöner Bilder von seiner Hand, sowohl im Pi-ivatbesitze, als in 
ötlentlichexi Gallerien. Im Pallast zu Fontainebleau iSC Sßin T04 
der Malvina 18-19, in der Catliedrale zu Toni's Christus im Tem- 
Pel, ill der liirche St. Louis auf der Insel die Erweckung der 
Tochter des Jail-us, in der Kirche St. Philipp-du-ltoule die 
Taufe Christi. Mehrere seiner Genrehilder wurden lithogrßphiüv 
und die Originalien sind in Privatgalleriexi.
        

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