Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dumet - Gallimard
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1725323
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1730158
Frank , 
Sigmund. 
traut, welcher durch einen Verein von Künstlern und Technikern 
dasselbe unter seine;- Leitung ausführen liess. Beide Fenster wur- 
den im April 1323 aufgestellt, und schon die ersten Versuche lionn- 
ten gelungen genannt werdeny man sah aber dolch, in "Vergleich 
mit den älteren Malereien,_ (11155 die Farben noch nicht die Tief'c 
und Kraft erreicht hatten, rllß Jcucn eigen ist. Die Gläser waren 
völlig transparentjßnicht matt gehalten, wie die alten Glasgemälde, 
und daher erscheinen sie zu hell und ermangirln hie und da der 
Harmonie. Dennoch bewirkte Frank schon eine grosse Iiraft und 
Klarheit desUeberlangglases in den schwierigsten Farben, wie im 
Rothen, Blauen, Grünen und Violetten. Auch die Farbe des Flei- 
sches an Kopf und Händen war kräftig und inmanuigfaltigeu Tin-- 
ten. Den technischen Theil der Aufgabe hat Frank befriedigender 
gelöst, als Schvrarz; in künstlerischer Hinsicht aber ist das Fenster 
es letzteren sehr erfreulich, da er sich dazu des geschickten Ma- 
lers Schraudolph bediente. Doch ist nicht zu vergessen, dass beide 
Fenster sowohl in technischer als künstlerischer Beziehung die er- 
sten grossen Versuche waren, und zwar in einer Iinnst, die so 
lange in lethargischem Schlummer lag. Diescs in Betrachtung zie- 
hend, und die erfreulichen Resultate erwägend, beschlossniin Iiö- 
nig Ludwig, eine Reihe von Fenstern im Seitcnschiffe des Domes 
zur Rechten allmählig mit Glasmalercienverzieren zu lassen. Pro- 
fessor H. lless gab die Ideen zu den Darstellungen, die dann Ru- 
hen in Cartuns ausführte; und das darnach gemalte nächste Fen- 
ster stellt in der grössern Abtheilung die Anbetung der Könige 
dar; nur die Seitenfenster sind nach Schorn's Cartons gemalt. 
Dieses zweite Fenster gehört in technischer Hinsicht dem Sig- 
mund Franl-z allein an, und es ist in Pracht und Uebereinstiinmung der 
Farben und in liuustrcicher Zusammensetzung der Glasstüclie weit 
vorzüglicher als das erstere; aber doch erschien es nach der 132g 
erfolgten Aufstellung in der Kirche, ungeachtet der grosscn Far- 
benpracht, noch zu hell gegen die alten Fenster,  und man fand 
es für nöthig, bei den folgenden dem Schmelze eine noch tiefere 
Sättigung zu geben, und durch das Mattschleifen der einen Seite, 
welches sich auch in den Glasmalereien der Alten findet, der kräf- 
tigen und harmonischen Wirkung der Farben nachzuhelfen. 
Im Herbste des Jahres 1330 wurden zwei neue Fenster vollendet, 
und in der Fagadc des Domes auf der sogenannten Josephsseite 
eingesetzt. Sie zeigen die Geburt des Johannes und dessen Pre- 
digt in der Wüste, nach Iiuben's Cartons. Hier sind die dunklen 
und glänzenden Farben, so wie die gedämpften Töne, zu Veincin 
harmonischen Ganzen vereiniget und die Schwierigkeiten völlig über- 
wunden. An Ort und Stelle erscheinen sie, bei gewöhnlichem Ta- 
Feslichte gesehen, beinahe zu dunkel, und nur von der Sonne bc- 
euchtet, lassen sie an Gluth und Tiefe der Farben, so wie in llar- 
monie derselben, nichts zu wünschen übrig. Es war daher noth- 
wendig, den Gesamrntton der Farben nach der natürlichen Be- 
leuchtungbalcl heller oder tiefer zu halten, was in den folgenden 
Fenstern genau berücksichtiget wurde.  
Das der Zeit der Entstehung nach nächste Fenster ist jenes im 
Kreuzschid des Domes oben rechts gegen Morgen befindliche. Es 
stellt in der Mitte den heil. Benno dar, zu den Seiten die Heili- 
ien Emeran und Wolfgang, St. Ludwig _und _Therese. Was die 
usführung dieses Fensters anbetrifft, sind die Töne noch reiner 
und bestimmter als -bei den früheren und auch die schöne Harmo- 
nie des Ganzen erfreut das Auge. 
S0 gewahrt man in den Erzeugnissen der neuern Glasmalerei in 
Bayern von Stufe zu Stufe grössere Vollkomuienheiten und auch
        

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