Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dumet - Gallimard
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1725323
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1729903
magna einheimischen Maler. Er bildet den Uebergang zwischen 
den Meistern der alterthiilnlichen und der modernen Richtung, 
-Es finden sich noch mehrere Gemälde von dicsenrMeister, doch 
wurden seine Compositioneu von seinen Schülern vielfach nachge- 
bildet und nachgeahmt. Der namhafteste darunter 18K Selll Sohn 
Giacomo.      
Dasjenige Gemälde, "welches dem Goldschmiede ZUBTSt einen 
Ruhm als Maler erwarb, und das ihm um 1490 Bentivoglids Allf- 
träge zur Malerei YßfSCball-ler jäli der heil. Sebastian, der aus der 
Kirche della Misericordia in ;dxe Gallerie der Akademie zu Bologna 
kam, wo noch andere schöne" Bilder von der Hand dieses Künst- 
lers aufbewahrt werden. Darunter ist eine Anbetung der Könige 
und eine liebliche Madonna mit dem Kinde, die in allen seinen 
Bildern sich mehr oder weniger gleichet. Das grosse schöne Bild 
mit dem heil. Sebastian hat Bosaspina in der Pinacot. Acad. ge- 
stochen.  
 Dieser St. Sebastian ist nicht mit jenem berühmtenBilde zu ver- 
wechseln, das Francia 1522 malte. Das zweite Bild hatte lan e als 
Canon des Nackten gedicnßwvieieine durch die Carracci, Albano 
und Malvasia erhaltene Sagean ibt. Albani setzte noch bei, dass 
darüber selbst RafaePs lheil. Cäcigia vernachlässigct werden sei, und 
dass desswegen Francia das Bild- we genommen habe, um den 
Schein zu vermeiden, als habe er mit äafael im Wetteifer gemalt. 
Diese beiden Künstler waren Freunde, und schon vor 1508 einander 
bekannt: In diesem Jahre gingilßafael nach Rom und von hier 
aus schrieb er den 5. September des bezeichneten Jahres an Fran- 
cia. Sie tauschten damals gegenseitig Zeichnungen aus") und im 
Jahre 1518 bat Rafael in einem Briefe unsern Künstler, er möchte 
bei allenfallsiger Beschädigung oder Fehlerhaftigkeit sein damals 
nach Bolognafiiberscndctes Bild der heil. Qäeilia ausbessern und 
verbessern. Bei dieser Gelegenheit lässt Vasari den Künstler ster- 
ben, und zwar aus Rührung beirn Anblick der orgclspielenden Cä- 
cilia, was jedoch nicht wahr istfweil er 1522 noch obiges Bild 
des heil. Sebastian und noch später malte. Dieses Bild ist ver- 
schollen, wenn es nicht jener, Sebastian an der Säule ist, der im 
Residcnzschlosse zu Cremsier in Mähren aufbewahrt wird. ' Man 
erzählt, dass der Cardinal Giustiniani das Original ansser Landes 
geschenkt und selbes durch eine Copie ersetzt habe. Das Bild die- 
ses Heiligen in Cremsier ist wegen der Correktheit derZeichnung, 
der gelungensten, kühnsten Verkürzung und wegen der ganzen 
Ausführung ein sehr schätzenswerthes Stück. S. Hormayfs Ar- 
chiv etc. 1825. S. 68g.   
In S. Giacomo Maggiore zu Bologna sind in der Kapelle links 
am Hochaltare ein Altarbild und Fresken von Francia's Hand, und 
in der verfallenen Kapelle der heil. Ciicilia daselbst malte er eben- 
falls Frescobilder. Von seiner Iiand ist die Vermählung der heiligen 
(läcilia mit Tiburzio, (nicht die Vermählung Marieus, wie Vasari 
Sagt), und das Begräbniss der Heiligen. Die übrigen Bilder sind 
V0I1_Amic0, Costa u. a.  
E111 ausgezeichnet schönes Bild von Francia ist auch im Pal- 
lastc Ercolano zu Bologna, die thronende Madonna mit dem Kinde 
Vßfslenend, zu ihren Fiissen liebliche, musizirenrle Engel. 
Drei wunderschöne Bilder von Raibolini bewahrt ebenfalls die 
Brera zu Mailand: die Mutter mit dem ihr im Sclmosse liegenden 
Rinde, die Darbringung des Kindes, und die Nladomia mit dem
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.