Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dumet - Gallimard
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1725323
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1729887
Francia , 
Francesco. 
441 
beit dem Caraclnsso von Mailand zugeschrieben. Die Miinzstempel 
fertigte er für Giov. Bentivoglira, und auch Medaillen führte er 
iiir diesen Fürsten aus. Derselbe besass auch mehrereGold- und 
Silber-Geschmeide von Francitüs Hand, aber dergrösste Theil der- 
selben ging bei der Vertreibung des Hauses Bentivogllo zu_Grunde. 
Später soll er auch fiir Pabst Julius II. verschiedene Medaillen ge- 
fertiget haben, lauter treifliche Stücke, unter denen Vasart beson- 
ders jenes lobt, welches der Künstler auf den Einzug des Pabstes 
in Bologna schnitt. Es stellt das Brustbild des Pabstes _dar und 
auf der Rückseite den Saulus vor, wie er vom Pferde stürzt. und 
ein Weib, das sich zu erheben scheint, die personifizirte StadtBo- 
logna, von dem Tyrannen befreit. G. Lucchio, Bonanni und M0- 
linct erkennen darin irrthiimliclm eine Anspielung auf den Krieg, 
den Julius mit Alfonso d'Este von Ferrara führte. 
Man liest darauf: Contra stimulum ne calcitres, aber nicht: B0- 
nonia per Julmm a Tiranno liberata; wie Vasari will. Diese Worte 
scheinen sich nur auf die Allegorie zu beziehen. Die Zeichnung 
zu dieser Medaille soll Rafael gefertiget haben. 
Abgebildet ist sie in Cicugnarafs storia della scultura II. tav. 
LXXXV. 9. 
Bei dieser Gelegenheit erwähnen wir auch der Niellen, Iwelche 
dem Francia zugeschrieben werden, und dann seiner Gemälde; 
denn erst in späteren Jahren trat er als Maler auf, nennt sich 
aber aufGemälden Auritex und auf Goldschmiedsarheiten Pictor. 
Das eine der Niell0's beschreibt Bartsch Pagr- XIU- - 49 Nro- 1- 
Es stellt die Geburt Christi vorffoder wie "Maria und Josephs das 
Iiind anbeten, das auf einem Teppich auf der Erde liegt, wie denn 
Francia das göttliche Kindlieberandierswohin, als in den Schoos 
der Mutter legte. Oben in der lauft halten drei Engel einenlRei- 
fen mit der Schrift: EVANGELICO VOBIS GAUDIUM MAGNUM. 
In einer Rundung liest man: DONIINUS. PHILIPPÜS. STANCHA- 
BIUS. HOC. OPUS. FIERIL PRECEPIT. TERCIO. KALENDAS. 
JULII. Alle diese Schriften sind verkehrt. Durchmesser 1Z. g L. 
Vom 2ten Niello beschreibt Bartschl. c. Nro-Ä. einen Abdruck. Die 
Pace ist von Silber und im Institut zu Bologna. Sie stellt Chri- 
stus am Kreuze dar und zu seinen Seiten zwei Engel. Rechts am 
Kreuze steht die heil. Jungfrau, im Grunde kniet Franz von Assisi; 
links steht St. Johannes und geigenden Grund hin ist St," Hiero- 
nymus auf den Knien. H. 2 Z.  Br. 1 Z. 9 L.  _  
Die Auferstehung des ,Herrn, von Zani in den Materiah p." 129 
beschrieben. H. 5 Z. [t L., Br. 2. Z. QL.   
Die Silbcrplatte ist im Institute zu Bologna.   
Ein Weib mit drei Männern und einem Satyr, nachOttley Ral- 
bolinfs Werk, Durchmesser 2 Z. 2 L.  . 
Der erste Druck hat irn Grundenur einfache diagonale Taillen, 
der zweite ist mit Iireuzstrichcn.  Im Jahre 182d Würde ein Ab- 
druck aus dem Cabinet Sykes zdLondou um 14 Gnineen verkauft. 
Ueber diese Niellen handelt auch Duchesne im Essai sur les 
nielles 1826. 
Franciaüs Ruhm war gross, und man nannte ihn den ersten Mann 
seines Jahrhunderts, wie Millvasia Sagt, ohne beizusetzen in Bo- 
logna. Diesen Ruhm erwarb er sich anfänglich als Goldschmied, 
aber auch als Maler steht er hoch, obgleich er bis zuseinen rei- 
fen Mannsjahren die Malerei nur als Nchczlsache betrieben zu ha- 
ben scheint. Er soll nämlich erst im Mannesalter den Pinsel er- 
griffcnhaben und in wenig Jahren Schüler und Meister in der 
Malerei gewesen seyn, so dass er mit den geschicktesten Ferrarßrll 
und Modenesern in die Schranken treten konnte, undlzwar bei
        

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