Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dumet - Gallimard
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1725323
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1729836
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Franeeschi, 
Paul.  
 Franceschini , 
Marc 
Anton. 
wähnen. Von ihm sind die Arabesken am Monumente Appianfs, 
1327 vollendet.    
FTHDCCSGIÜ, Paul: genannt Fiamingo, einer der besten Land- 
schaftsnialer seinerzeit, gßll- Zufälltvfßrpßn 1540, gest. zu Vene- 
dig 159a E; studierte zu Venedig bei lintoretto, und diesem Sei- 
nem Meister malte er die Landschaften in seine Gemälde. Indes- 
sen hinterliess er auch viele eigene  Landschaf- 
ten, in denen er Vterdienst besitzt, weniger 111 historischen Damm]- 
hlngen, Einige seiner Historien wurden gestochen, von G. van 
Veen, E: Sadeler, J. Matham, Zucchi u. a. 
FTHIICBSChIÜI, IMEIFC AIIIIOH, Historienmaler, gcb- 111 Bologna 
1648, gvßt- 1729. Dieser Künstler, in welchem sich die letzte Ein- 
wirkung der carraccischen Schule offenbarc-t, erlernte die Anfangs- 
gründe der Iiunst bei Galli-Bibiena, und später wurde er Cigiia- 
ni's Scliiiler und vertrauter Freund. Unter der Leitung dieses 
Meisters machte er bedeutende Fortschritte, und dieser und Guido 
Reni waren es besonders, die er im_Colorite zum Muster nahm. 
Cignani bediente sich seiner öfter beim Entwurf und bei der Aus- 
führung der Gemälde, da Franceschini dessen YVeise vollkommen 
nachahmen konnte. Auch verschiedene Cartons führte er für die- 
sen Meister aus. 
Nachdem Franceschini mehrere Jahre bei Cignani gearbeitet hatte, 
versuchte er sich auch anderwärts als Iiiiiistler geltend zu machen. 
Im Jahre 1702 wurde er nach Genua berufen und 1711 zog ihn 
Clemens XI. nach Rom, um für die lVIusivarbeiten des St. Peters- 
domes Cartons zu zeichnen, eine Arbeit, die dem Künstler den 
Christusorden erwarb. In Rom schloss er auch mit Maratti Freund- 
schaft, wie sich denn dieser gebildete Künstler überall Freunde er- 
warb. Im Jahre 1714 ging er zum zweiten Male nach Genua und 
die übrige Zeit verlebte er meistens in Bologna. Er erhielt schon 
von Giordano eine Einladung an den spanischen _Hot', allein er 
lehnte sie ab, so wie er auch dem Rufe des Churfiirsten von der 
Pfalz nicht fol te. 
In Wien hiedt sich der Künstler einige Zeit auf. Er malte in 
der Gallerie Lichtenstein mehrere Plafonds; auch 42 andere gute 
Gemälde von seiner Hand sind hier zu finden. 
FraneeschinPs Werke sind eorrekt in der Zeichnung, aber in 
Bezeichnung des Ausdruckes hat er keine Mannigfaltigkeit. Es 
herrscht im Gegentheile in seinen Physiognomien eine gewisse Mo- 
notonie. Auch in den Stellungen, in der Lage der Hände ist we- 
nig Abwechslung, und seine Kinderfignren scheinen lauter Zwil- 
linge zu seyn. Indessen kann man ihin in seinen Gestalten und 
 Köyfen keineswegs Originalität absprechen, nur war seine Phan- 
tasie in dieser Beziehung nicht reich genug, um eine grössere Ab- 
wechslun zu bewirken. Im Colorite gleicht er in seinen ersten 
Werken dem Cignani, nachher vermischte er damit Guidrfs Lieb- 
lichkeit und Zartheit, wodurch er sich eine eigene gefällige Ma- 
nier schuf, die grossen Beifall fand.  Sein Pinsel ist frei und flies- 
Send, düCh nicht zu bestimmt in Führung der Umrisse, aber die 
Wirkung von Licht und Schatten ist wohl berechnet. Er verstand 
es, grosse Räume mit gefälligfen Bilderdauszufiillen und durch die 
Wahl der Motive zu imponiren. Bei dieser Gelegenheit malte er 
Cartons in der Grössc des zu gebenden Originals grau in grau, 
um an Ort und Stelle die Wirkung desselben zu berechnen. 
Für sein schönstes Frescobild erklärt Lanzi den Plafbnd des 
grossen Rathssaales zu Genua, den Mengs stundenlang betrach- 
tete. Dieses Werk ging aber 1777 durch Brand zu Grimdei
        

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