Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dumet - Gallimard
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1725323
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1729822
Frau cesca , 
della. 
Franceschetti Q 
Giovanni. 
435 
Domes zu Rimini ist das nicht mehr ganz unberührte Hauptbild, 
das Fresco mit Sigmund Malatesta vor seinem Schutzpatron , be- 
zeichnet: Petri de Burgo Opus MCCCCLI. In der Dvfnsakristei 
zu Urbino trägt die Geisslung Christi folgende Inschrift: Opus 
Petri de Burgo sci sepulcri. Dieses Bild ist längstens M69 gefer- 
tiget. In diesem Jahre scheint der Künstler zum wiederholten 
Male in Urbino gewesen zu seyn. 
Auch in Arezzo sind Werke vor della Francesca. Hier vollen- 
dete er die umfassendste aller seiner Schöpfungen, die Legende 
von der Auffindung des Kreuzes, im Chor von St. Francesco. Die- 
sem Werke haben Hohheit und Nachlässigkeit mehr geschadet, als 
die Zeig; doch wurden noch keine Restaurationsversuche gemacht. 
Von andern Sachen, welche Vasari noch in und um Arezzo anf- 
fiihrt, ist lßllt m11" noch die heil. Magdalena an der Thüre der 
Domsakristei erhalten. 
In Perugia bewahrt die Akademie nur ein Bild von ihm, die 
thronendelWIaria, zu den Seiten Johannes der Täufer, die heil. Ro- 
salia und Franz. 
In den Udizi zu Florenz sind die interessanten Profilportraits des 
Grafen Friedrich von Montefelro und seiner Gemahlin Batista. 
Einige seiner Werke sind im Iiunsthandel. Vergl. Iiunstblatt 
1335. Nru. 85 (Gaye) 
Seine Bilder sind nach Bumohfs Versicherung (ital. Forsch. II. 
536) wirklich mit Fertigkeit gemalt, doch sehr manierirt, also von 
keiner grussen Bedeutung, wie auch diejenigen, welche man im, 
Jiunsthandel zu Arbeiten dieses Künstlers gestempelt hat. Sie sind 
nicht frei von Härte der Alten, kleinlich im Faltenwurfe, die 
Fiisse aber sind gut verkürzt, obgleich weit auseinander stehend. 
Lanzi sagt, dass sich darin in Zeichnung, Haltung und Colorit 
der Idiguren jener Styl andeute, den sein Schüler Pietro Perugino 
verbesserte und Rafael vollendete. Allein es ist noch ungewiss, ob 
Piero Perugin0's Lehrer war, und kein italienischer Geschichtschrei- 
her und lbpograph weiss recht eigentlich anzugeben, welcheHich- 
tung dieser Iiiinstler verfolgt, in welcher Manier er gemalt habe. 
Des merkwürdigen Bildes des hl. Sigmund, zu dessen Fiissen. Sig- 
mund Malatesta kniet, erwähnt ebenfalls Lanzi. Dieses Wandbild, 
so wie ein anderes mit der Geburt Christi daselbst, ist so im Cha- 
rakter des della Francescajusgeführt, dass man auch dieses ihm 
zuschreiben möchte. 
Zu Ferrara malte er im Pallaste di Schivanoja, und auch nach 
Rom wurde er berufen, wohin damals die Päbste von Avignon ih- 
ren Sitz wieder verlegt hatten. Er arbeitete unter Nicolaus V. in 
den vatikanischen Zimmern, die Gemälde wurden aber unter Ju- 
lius II. zerstört, um Rafael Platz zu machen. Auch weiss man 
nicht, was sie Vorgestellt haben. Dr. Fea lässt in der Nuova de- 
scrizione di Boma den Künstler gar noch im Pontiiicate Julius II. 
arbeiten, was aber unmöglich ist, da dasselbe erst 1505 begann. 
 wo Piero lange nicht mehr lebte. Auch sagt Vasari ausdrücklich, 
dass Francesca unter Nicolaus V. nach Rom gekommen. 
Der Tod ereilte ihn zu Borgo S. Sepolcro. 
Francescllettl, Giovanni, Bildhauer von Brescia, ein Künstler 
unserer Zeit und der Sohn eines Bildhauers, veriertlget Statuen 
und Büsten und auch im Verzierungslache ist er ruhmllch zu er- 
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