Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dumet - Gallimard
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1725323
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1728874
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Agnolo, 
Fiore , 
etc. 
Fiore , 
Jacobello , 
EIC- 
teste Werk dieses Künstlers ist der heilige Hieronvmus von 1436, 
ehedem in der Sakristei yon S. Lorenzoi, jetzt in. den Studji zu. 
Neapel. Dieses Gemälde 1st nilßh Art der Oelmalerei behandelt, in 
der Manier- der niederländischen Meister. Lanzi nennt es ein Bild 
voll Wahrheit, welches die Fremden lange bewunderten. 
FIQTC, Agnolo oder Anmello del, Bildhauer zu Neapel, des- 
sen Lebensverhältnisse unbekannt sind. Er fertigte an zwei Grab. 
malereien von 111'117 und M70, in S. Domenico Maggiore zu Nea- 
pel, recht schöne und ausdrucksvolle erhobene Arbeiten und kleine 
Bildsäulen, namentlich eine Verkündigung und die Madonna mit 
dem bedeutsam stehenden und drei Finger aufhebenden Iiixide 
zwischen zwei anbetenden Engeln. Abgebildet bei Cicognara II. 
55. Andere gute Arbeiten dieses lYIeisters sind daselbst in der Ka- 
pelle des heil. Thomas von Aqninu, wo das Bild des Heiligen und 
das Crucifix zu sehen, welches ihm in lateinischer Sprache bezeugte, 
dass er über das Abendmahl gut geschrieben habe. 
FIOTB, FTQHCBSCO del, Maler zu Venedig, auch de Flure genannt. 
Er hatte fiir seine Zeit bedeutende Verdienste und Lauzi nennt ihn 
einen der Iieigenfiihrer in der Iiunst. Zu seiner Zeit, mit dem 
Beginn des 15. Jahrhunderts, gab Gentile da Fabrianci der Malerei 
in Venedig einen neuen Anstoss, in Folge dessen sie sich zu he- 
ben anfing. Werke von Francescds Hand scheinen in Venedig 
 nicht mehr zu seyn; im vergangenen Jahrhundert erwarb der Rit- 
1er Strangßinßoppelhild mit Fiorefs Namen und der Jahrzahl 
1412. Doch lebte der Künstler schon 1367, vielleicht im Jiinglings- 
alter, und 1454 starb er. In der Johann- und Paulskirche ist sein 
Denkmal. _ 
Fiore, Jacohello oder Jacometto del, Maler zu Venedig 
und Sohn des Obigen, über welchen sich von 1401 - 1455 Nich- 
richten finden. Man darf ihn nicht mit Jacometto von Venedig, 
einem späteren Miniaturmaler, verwechseln, doch vrar er eben- 
falls berühmt, wie dieser Iiiinstler. Im Jahre M01 machte er sich 
durch eine Tafel in S. Cassiano zu Pesaro bekannt und eine andere 
hat die Jahrzahl 14.09, beide unterzeichnet: Jacometto de Flor. 
Weit vorzüglicher ist nach Lahzi das Bild der Krönung Mariä im 
Dome von Ceneda, ein figurenreiches Gemälde, in einer handschriftli- 
chen Notiz das Paradiesbild genannt, im "Jahre 1452 auf Kosten 
des Bischofs Anton Correr verfertiget, ab exirnio illius temporis 
pictore Jacobello de Flore. Bei Girolamo Manfrin zu Venedig sah 
Lanzi eine Madonna von 1456 und im sogenannten Magistrate del 
Proprio die Darstellung der Gerechtigkeit zwischen zwei Erzengeln, 
von 1421. 
Im h. Museum zu Berlin ist van Jacobello ebenfalls das Bild des 
Erzengels, wie er mit der Lanzei das Haupt des Drachen durch- 
bohrt. In der Linken hiilt er die Wagschalen, in deren einer ein 
Verdammter, in der anderen ein Beseligter befindlich ist. Dieses 
Gemäldeiist in Tempera , auf dunklem Grunde- 
Jacohello del Fiore besitzt für seine Zeit ausgezeichnete Verdien- 
ste, und Vasari thut ihm Unrecht, wenn er Sagt, dass der Künst- 
ler nach Art der Griechen alle Figuren auf die Fussspitzen gestellt 
habe. Er befolgte die aufNaturwahrheit ausgehende Richtung und 
er gehört zu den Wenigen, welche damals lebensgrosse Figuren 
darstellten. Man hemerhtbei ihm ein Streben nach Schönheit 
und Würde und, wo es ndthig war, auch Bewegung. Indessen 
liebte er nach dem Gebrauche der Zeit überladenen Schmuck und 
goldverzierte Kleider.
        

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