Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dumet - Gallimard
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1725323
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1727969
Farinati , 
Paolo. 
249 
Farmati, Paolo, Historienmaler und Iiupferstecher von Verona, 
aus der Familie Degli Uherti, wurde 1522 geboren. Dieser groß- 
artige liiinstler soll sich in Giolfinds Schule gebildet haben. und 
zuletzt studierte er zu Venedig Titian und Giorgione. _Lanzi II. 
15g möchte ihn, dem Style nach zu urtheilen , oft fur Glulio R0- 
mano's Schüler halten, der in den Tinten die Venediger nicht Ver- 
nachlässiget hatte. Farinati brachte sein Leben bis auf 81h Jahre, 
und seine Laune verliess ihn nie, so wie er auch einer derjenigen 
ist, die bis in ihr hohes Alter mit Verdienst gearbeitet haben. In- 
dessen ist er nicht durchaus fehlerfrei; selbst seine besten Werke 
sind nicht durchaus correkt in der Zeichnung, undauch im Colo- 
rite ist er nicht gleich vorzüglich; nicht selten matt, besonders in 
Oelbildern, während die Färbung in seinen Fresken kräftiger er- 
scheint. Es ist daher dem Lobe nicht unbedingt zu trauen, wenn 
es heisst, Farinato zeichne sich durch richtige Zeichnung und feu- 
riges Colorit aus. Phantasiereiche Erfinclungsgabe besass er, aber 
in Haltung, Färbung und in Correktheit der Zeichnung lässt selbst 
sein bestes Werk, das Wunder mit den Broden, in St. Giorgio zu 
Verona, vieles zu wünschen übrig. Diese Mängel hängen auch 
andern Gemälden an, die anerkannt zu FarinatPs bessern Werken 
gehören, wie die Taufe Christi in St. Giuvanni in Fonte. 
In Italien finden sich nicht viele Gemälde von diesem Künstler, 
denn er soll in Spanien zur Ausschmiickung des Escurials auf das 
thätigstc mitgewirkt haben; indessen erwähnt Lanzi davon nichts, 
und auch Fwrillo übergeht in seiner Geschichte der Malerei in 
Spanien diesen Umstand. Gestorben ist er in Verona mit seiner 
Gattin an einem und demselben Tage, und zwar im Jahre 1606. 
In St. Fermo liegt er begraben. 
Bartseh P. gr. XVI. p.- 161 beschreibt von Farinati zehn Blät- 
ter. Sie sind nach seinen eigenen Erfindungen und mit breiter 
Nadel gefertiget.  
St. Peter im Buche lesend, rechts unten die Initialen: PF, und 
links eine Schnecke, deren er sich auch auf seinen Gemälden 
bediente, nach Lanzi um damit anzuzeigen, auch er habe das 
Haus auf dem Iiopfe, um mit Betrügern anzubinden. H. 4 Z. 
5 L., Br. 2 Z. 10 L.  A1 
St. Magdalena mit dem Buche vor dem Crucifixe, im Grunde 
Felsen. Links unten ist die Schnecke und dariiber steht: 
PAVL FARINAT. F. H. 7 Z. 4 L., Br. 5 Z. 
St. Johann der Evangelist auf Wolken, mit Buch- und Fellen 
paulo farinato f. 1567. 
Die ersten Abdrücke sind vor den Worten: Paulus farinams ve- 
ronensis fecit. Ju. Sadeler eiccudit. 
Die Cbaritas mit zwei Kindern in einer Landschaft, mit der 
Schnecke und den Buchstaben SPF. H. 8 Z- l-l- L-, Br. 8 Z. 
7 L. 
Apollo mit der Leyer unter dem Baume, und zu seinen Függen 
Amor mit dem Bogen. Mit der Schnecke unten rechts. H. 
a z., B124 z.1o L.  
Venus auf der Wolke von Amor geherzt, 1566, mit den Initia- 
len P. F. und der Schnecke. Diese Platte hat Farinati mit 
dem Grabstichel übergangen, aber nicht glücklich. H. 10 Z., 
 ßr- 9 z. 6 L. 
Die ersten Abdrücke sind vor StephanonPs Adresse, und vor 
den Buchstaben P. S. 17., was Petri Stephanoni tbrlnis bedeutet. 
Amor aut (lcnx Delphin, 1568. l-I. 2 Z. 9 L., Br. 4 Z.;5 L.  
Amor lIl einer Landschaft am Boden schlafend: P. F. und die 
Schnecke. H. 5 Z., ßr, 7 Z, 5 L,
        

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