Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dumet - Gallimard
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1725323
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1727807
Falconet, 
Johann Maria. 
etc.  Falconetto od-Falconetta, 
233 
Falconet hatte sehr wenige Schüler; man zähltdarunter den Bild- 
hauer Berruer und Mlle. Collot, die hernach se1u_e Schwiegertoch. 
ter und sein tröstender Engel in den spätem leidcnvollen Tagen 
wurde.  
Man hat von diesem Künstler mehrere interessante Schriften, 
welche im Druck erschienen, unter folgenden Tlteln: Reflexions 
sur la sculpture, 1768, 8.; Observations sur la statue de Marc Au- 
rcle et sur d'autres objets relatifs aux beaux-arts 177i. 8- Tftltluc- 
tion des Livres 34, 55 et 36 de Pline, Amsterdam 1772, L3 Haye, 
1775, 2 Vol.; Lettre a M"" ou reponse ä un pretendu cxamen 
de la Traduction des trois livres de Pline, Petersbourg 1775. 8-; 
Collection des oeuvres de Falconet, Lausanne 1782, 6 Vol. 3.; 
Paris 1737, 5 Vol. 8. Das erste dieser Werke wurde auch lnS 
Deutsche und ins Englische übersetzt. In der französischen Ency- 
clopädie sind von ihm die Artikel: Draperies, Basreliefs, Sculpture. 
Er führte auch den Gebrauch ein, die Professoren in einem Con- 
curse zu ernennen, in welchem nach ihren Merken geurtheilt wird, 
statt sie wie vorher nach der anciennete zu wählen. Er selbst ver- 
dankte nur seinem '.l'alente seine Ernennung zum Professor. 
Falconet wurde zu seiner Zeit mit Ruhm überhäuft, doch fällt 
jetzt das Urtheil strenger aus. Man vermisst in seinen Werken 
das Studium der Antike, doch erhebt er sich in dem grössten 
Theile seiner Sculpturen auf erfreuliche Weise mehr über den 
schlechten Geschmack seiner Zeit, als andere damalige Künstler ge- 
thau. Unter seinen kleineren Compositionen hält man die Statue 
des Amor für ein Meisterstiick. Voltaire schrieb darunter folgende 
Verse: 
t Qui que tu soi, voici ton maitre, 
Il l'est, le fut, ou le doit ätre. 
Auch der strenge Diclerot sprach sich günstig über Falconetä 
Kunst aus, nur über seinen Charakter macht er sarkastische Be- 
merkungen. Strenger beurtheilt ihn Cicognara in der Storia della 
scultura. Er nennt ihn I. p. 485 den Milizia der Franzosen, des- 
sen gefährliche und freie Lehre viele irre führen könnte. Falco- 
net's Vorbilder waren le Gros, Algardi, Beruini, M. Caffa, A. 
'Bossi etc., die wenig reine Werke hervorgebracht haben. Auch 
Faleonet erkannte die reinen Principien der alten Plastik nicht, und 
daher ist seine Manier auschwveifencl. In seinen Basreliefs ist das 
Malerische vorherrschend. Doch war Falconet in seinen Schriften 
ein strenger Richter, aber sein Urtheil ist oft falsch, was eum V_Vi- 
derspruche reizte, daher seine Controversen. Er selbst hielt seine 
Iiunst sehr hoch, wenigstens den Antiken gleich, wenn er sich 111 
seiner theatralischen Weise nicht gar über diese stellte._ 
Uebrigens war Falconet ein braver, guter und wohlthätiger Mann, 
seine Härte oft nur scheinbar, einige Schroffheiten hingen ihm 
noch von seiner vernachlässigten Jugenderzichung an. 
FElCOHOtO, P1313813, Zeichner und Bildnissmaler zu London um 1766. 
Die Lebensverhältnisse dieses Künstlers sind uns unbekannt, nur 
aus den Blättern kennen wir ihn, die nach ihm gestochen und- ge- 
schabt wurden. Selten ist jetzt die Lucinde, welche Watson in 
Kupfer gebracht hat. Pariset stach nach ihm 14 Portraite in 
CWYQQ Manier, in runden lvledillllüllä, und V. Green hat 4 andere 
gute Bildnisse geschabt. Dixon stach nach ihm eine Früchtenhällllv 
Grill. und Green einen alten Botaniker im Walde. 
Falconetto oder Falconctta, Johann Maria, Maler und be- 
rühmter Architekt von Verona-k geb. 1458. 8691- 1554- VE" w"
        

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