Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dumet - Gallimard
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1725323
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1727772
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Falcone, 
Aniello 
durch eine grössere Fülle, womit er Schlachtpferde malte. AH- 
drea di Leone gleicht ihm, aber man erkennt bei diesem Meister 
die peinliche Nachahmung.   
Bal-tsch P, gr, XX. _95 ff. beschreibt von Aniello Falcone 20 Blät- 
tef, und darunter sind. drei, welche mit Ang. Falco, bezeichnet 
sind. Dieser Falco ist ganz unbekannt, und Bartsch glaubt daher 
mit vieler Wahrscheinlichkeit, dass der Name aus Falcone abge- 
kürzt ist. Es gibt" aber auch einen Giovanni Angelo Falcone, nach 
Soprani ein beruhmter loinbarclischer Architekt, der zu Genua 
arbeitete, und daselbst 1657 an der Pest starb. Dieser Falcone 
könnte ebenfalls der Verfertiger dieser Blätter seyn, doch glaubt 
sie Bartsch eher dem Neapolitaner zuschreiben zu müssen; ob- 
gleich sie gerade nicht an die Ideen eines Schlachtenmalers erin- 
nern. Indessen war Aniello's Talent vielseitig. 
Die Blätter dieses Künstlers sind selten, aber trefflich. Sie ver- 
rathen eine lebhafte Einbildungskraft, eine sichere und verständige 
Zeichnung, eine leichte Nadel, die oft geistreich zu nennen ist. 
Die vier Apostel, in einer Folge von 4 Bl., welche St. Jakob 
major und minor, St. Johann den Evangelisten und St. Ma- 
thias vorstellen. H. lt Z., Br. 2 Z. 6  7 L. 
Bartsch scheint es wahrscheinlich, dass Falcone alle 12 Apostel 
gestochen habe.  
Zwei andere Apostel, jeder auf einem Blatte. Der eine im Man- 
tel geht nach links, hat aber den Kopf nach rechts gewendet. 
Die Zeichnung zu diesem Stiche schreibt man dem Parmesano 
zu. Der andere Apostel, ebenfalls nach links gehend, hat ein 
grosses Buch unter dem linken Arme. Die Zeichnung wird 
ebenfalli dem Parmesano zugeschrieben. H. 4 Z. 4 L., Br. 
3 Z. 1 . 
Die heil. Jungfrau mit dem Iiinde, welches die Hände gegen 
Johannes ausstreckt, der ihm Früchte reicht. Vorn kniet Eli- 
sabeth. H. 7 Z. 8 L., Br. 5 Z. 3 L. 
Dieses Blatt hat unten in der Mitte ein Zeichen, welches A. 
Falcone bezeichnen dürfte. Der Künstler scheint es nach der glei- 
ähen nur grüsseren Darstellung des M. del lVIoro gefertigct zu 
aben. 
Ein stehendes Mädchen mit dem Arme am Rücken und mit ge- 
kreuzten Beinen. H. 4 Z., Br. 1 Z. 7 E. 
Eine Cariatyde, eine junge Frau in antiker Kleidung vorstellend, 
ein sehr geistreiches Blatt, nach Parmcsands Zeichnung. H. 
4 Z., Br. 1 Z. 7 L. 
Zwei Cariatyclen an einander, mit Falconds Zeichen. H. 6 Z. 
1 L., B124 z. 1 L. 
Apollo und Marsias, ersterer im BegriiTe den letztem zu schin- 
den, nach Parmesano, mit FalconesZeichen. H. 5 Z. 5  
Br. 4 Z. 5 LJ?) 
Bellona, eine kleine weibliche Statue mit der Rechten haltend, 
geätzt und mit dem Grabstichel übergangen, ohne Namen und 
Zeichen. H. 10 Z. 2 L., Br. 7 Z. (j L. 
Das Grabmal, welches oben das Bild der heil. Jungfrau und un- 
terhalb einen sitzenden Mann mit einem Buche vorstellt, nach 
Parmesands Zeichnung. H. 11 Z- 5 L-y Br. 8 Z. 2 L. 
Die spiitcrb Abdrücke sind retuuchirt, und man kennt sie an 
dem Grunde der Nladoilna. Im ersten Drucke ist er weiss, im 
spätem mit Taillen bedeckt. Die retouchirten Abdrücke sind mit 
Aug. Falco bezeichnet. 
Man hat von diesem Blatte eine gute anonyme Copie. Man er- 
kennt sie an der umgekehrtne Fackel des Genius zur Rechten;
        

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