Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dumet - Gallimard
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1725323
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1727338
'i 86 
Eyck , 
Johann 
und 
Hubert 
V6 II . 
Zahn der Zeit, theils durch die Bilderstürmer zu- Grunde; einige 
mögen noch uncrkanntwerborgexi seyn. i 
Die alten und merkwürdigsten Beschreibungen von Gemälden 
des J. v. Eycls finden wir in dem Buche des Facius de viris illu- 
strihus p. 46- Voll 15m, Sagt er, ist ein ausgezeichnetes Geriiälde 
in den Gemächern des Königs Alfons, auf welchem der Engel der 
h]_ Jungfrau die Botschaft bringt, zwei durch ausnehinende Schlin- 
Vheit und Sittsamlseit ausgezeichnete Gestalten; dann Johannes der 
"Fünfer, der das Gepräge d " Ileiligkeit und Strenge des Lebens 
trägt, Hieronymus, ganz wä lebendig, und eine Bibliothek von 
wundersanier Kunst, mit dem Bildnisse des Loniellinus und seiner 
Frau auf der äussern Seite des Bildes, lebensvol-le Figuren. 
VVer dieser Lomellino war, weiss man nicht, nach Dr. Waagen 
vielleicht ein Iiaufmann, der in Brügge das Bild malen liess, und 
somit könnte es dasselbe seyn, von welchem Vasari Sagt, es sei 
dem König Alfonso durch ilorentinisehe Kaufleute gebracht worden. 
Noch erwähnt Facius einer Vorstellung der Welt in zirlielrunder 
Form . welche er für Philipp von Belgien malte. Facius hält die- 
ses Bild fiir das vollendctste Werk seiner Zeit. Man sah darin 
Gegenden und Ortschaften, deren Entfernung man gleichsam aus- 
messen konnte. Dann erwähnt er eines Bildes, das der Cardinal 
Oetaviaii besass. Es stellte aus dem" Bade steigende Frauen von 
ausgesuchter Schönheit vor, bis über die heimlicherezi Tlieile in 
Leinwand gehüllt, doch lHBYlillCll erröthenil. Eine von ihnen zeigte 
nur das Gesicht und die Brust, doch gab ein Spiegel gegenüber 
die hinteren Theile. In der Badstube war auch eine brennende 
Lampe, eine Alte, die zu schwitzen schien, ein Hündchen, und 
auch Pferde, Menschen, Berge. Wälder, Burgen etc. sah man auf 
demselben Bildein der Fernsicht. Alle diese Gegenstände erschie- 
nen wieder im Spiegel. 
_Eine solche Badstube erhielt nach Vasari Friedrich II. von Ur- 
bino, und diese ist wahrscheinlich mit ljener des Cardinals eine 
und dieselbe. Vasari erwähnt auch eines St. Hieronymus, den L0- 
renz von Medicis besessen. 
Dieses Bild ist "verschollen, wenn es nicht jener Hieronymus ist, 
der aus St. Lorenizo zu Neapel in das k. Museum dieser Stadt kam, 
ein Bild von 1456, dass nach Hirt (Museum von Dr. Iiugler 1853 
S. 165) dort fälschlich den Namen des Antonio del Flure trägt. 
Hofratli Hirt glaubt, dass Vasari im Irrthuni gewesen, Ort und "Na- 
men verwechselt, und vielleicht das, was er von einem solchen 
Gemälde in St. Lorenzo zu Neapel gehört, auf Lorenzo de' Me- 
dici in Florenz übertragen habe. Die Beschreibung des Facius, 
welche er von seinem Hieronymus macht, den der König Alfons 
von Neapel besass, passt nach Hirt ganz auf dieses Bild. Unser 
Gewälirsinann erkannte iiberdiess noch in der gut erhaltenen Hreuzab- 
nahme in der Kreuzliapelle von St. Domenico zu Neapel ein Werk 
van Eyclfs, das aber dort dein Zingaro zugeschrieben wird. 
Der anonyme Reisende des Moi-elli gibt ebenfalls von einigen 
Arbeiten des II. v. Eycli Nachricht. Ein Gemälde von 1440 mit dem 
Gleichnisse vuii der lleehnungsablage des Iinechtes, im 1131159 de; 
Camillo Lalnpogiuano sollte nach seiner Ansicht von Juan Heie 
oder Menielin (Henning  seyn, und eine Landschaft mit Fischern, 
die eine Fischotter fangen, schreibt er dem Gianes da Brugia zu. 
Dieses Bild betend sich zu Padna, im Hause des Leonicu Tomeo. 
Diesen Gianes, oder dem Memelin schreibt er auch den Cardinal 
St. Hieronymus in der Stuclierstube zu, ein Bild mit landschaftli- 
cher Fernsicht.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.