Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dumet - Gallimard
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1725323
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1726702
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F41! 
den übersetzt, und nach Welcher der einfache Sinn allgemein nicht 
aufgefasst. Dieser Gelehrte bewies die Gewissheit dCS Gßbrauches, Sta- 
tuen nach einem Innern bedeutender Art zu unterscheiden, aus einer 
Stelle des Proclos zum platonischen Timäos G. S. 83, worin er mit 
der Welt, als einem Bilde der Intelligenz und von dem Vater ge- 
weiht, welche sowohl sichtbare Merkmale seiner G-iittlichkeit, als 
auch unsichtbare (verstecktere) Zeichen ihrer Tdieilhaftigkeit an 
dem Wesen enthalte, die geweihten Bildsiiulen vergleicht, an wel- 
chen sowohl Sichtbares sei, als auch imvendig (Svöou) verborgene 
Symbole der Gegenwart der Götter, welche nur den Geweihten be- 
kannt seien, und vermuthlich nur für solche sichtbar waren. 
Die Art der ipyadia ävöou rou dyoZÄna-ro; kann daher nach VVel- 
cker's Behauptung nicht im Technischen, sondern allein in der Ein- 
richtung bestanden haben. Die Griechen der frommen Zeit be- 
trachteten das geheiligte Bild als ein Wohnhaus des Gottes; denn 
das Wort 1150;, von Götterstatuen gebraucht, ist nur als Sitz ein- 
wuhnender Gottheit, nicht als Sitzbild zu nehmen, wie Welcker 
aus einem Epigramme nachgewiesen hat. Die Symbole der göttli- 
chen Anwesenheit (dünßola nJv Ssuiv rrapovcia; nach der verbesser- 
ten Lesart bei Proclos) in den gleichsam zum Tempel erhobenen 
Statuen, wovon Proclos spricht, lassen sich im Ganzen nicht wohl 
anders denken, als ähnlich den Symbolen in den Tempeln selbst. 
Dieses muss der Fall mit der Pallas des Endöus gewesen seyn, in 
welche, oder in das Untergestell, die früher in einem Hypiithros von 
wveissern Marmor (äv ünaiSpoi liöou lsvxoö) aufgestellten Statuen der 
Chariten und Huren eingeschlossen wurden; denn das Bild war 
mächtig gross (neyäöei uäya). Die Huren und Charitinen passen 
als Symbole zu dieser Eythriiischen Athene vollkommen wohl, und 
driicken in allgemein verstündlichem Namen und Bild aus, was 
nach gewissen alten Symbolen das VVesen dieser Göttin in sich 
schliesst. Die Horen nämlich stimmen mit dem Polos, die Charitinen 
mit der-Spindel, als dem Zeichen des im Laufe der Zeit entsponnenen 
und wohlthiitig fortgeleiteten VVachsthums zusammen. Ob die be- 
zeichneten kleineren Bildwerke von Holz oder Marmor eigen- 
händige Werke des Endöus gewesen, drückt Pausanias nicht be- 
stimmt aus, aber vermuthlich waren sie Holzbilder, weil Pausanias 
aus der Vergleichung derselben mit dem grossen Bilde auf Werke 
der einen und derselben Hand schliesst, obgleich sie ehedem an- 
derswo aufgestellt gewesen. Einige Archäologen erklärten die 
Worte des Pausanias äv iizmißpip mit: unter freiemiiflirnmel, 
und dadurch wurde das dabeistehende AFSov Äevnoö auf die Sta- 
tuen znrüclsgewui-fen, die also von Stein und unter freiem Him- 
mel sollten aufgestellt gewvcsen seyn. Der Hypiithras ist eigen den 
Göttern der Höhe: als dem Zeus, dem Sol und der Luna, und 
ausscrdem denen des Wachsthums vermittelst der Einwirkung von 
oben: als der Athene, der Demeter und Iiora. Auch den Huren 
und Charitinen ist ein solcher Tempel angemessen. 
Welcker glaubt daher, eine besondere Art von alterthiimlichen 
Götterbildern, gleichsam CiydÄMtXTK ävönfa, innerliche, d. h. sol- 
cher, die mit einem zu einer eigenen Bestimmung eingerichteten 
Innern versehen waren, nachgewiesen zu haben. Diese Gattung 
wird durch die Person des Endöus bezeichnet. 
Ausser der Athene von Erythrä erwähnt Pausanias noch als 
Werke des Endöus eine andere zu Athen, gleichfalls sitzend, und 
Aihßnü A193. die von Tegea durch Auvustus nach Rom gebracht 
und im Zugang seines Forums aufgesterllt worden ist. Diese War 
durchgängig von Elfenbein gemacht, wie Pausanias sich ausdrückt. 
ohne hinzuzufügen, ob sitzend oder nicht. Er hatte sie selbst m
        

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