Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Cleomenes - Dumesnil
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1719441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1720461
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Corn elisz , 
Johann. 
7011. 
Ritter 
P eter , 
Er wusste mit Wasser-, Oel- und Miniaturfarben sehr geschickt 
umzugehen, und erwarb sich einen grussen Ruhm. Daher wurden 
seine Arbeiten auch theuer bezahlt. Sie sind in England zerstreut, 
mehrere auch zu Leyden in den Sammlungen der Liebhaber, und 
sehr geschätzt. 
Lucas starb 1552 im 57. Jahre. 
Lucas Cornelis hatte einen Bruder, Namens Corhelis, der auch 
Cornely und Cornelis Kunst genannt wird, und daher rubricirten 
wir ihn unter "Kunst", weil er gemeiuiglich mit dem Beinamen 
genannt wird. Der Geschlechtsnanle dieser beiden Künstler ist 
überhaupt unbekannt; denn Cornelisz bezeichnet sie nur als Söhne 
des Cornelius, so wie der Name des Vaters diesen als Sohn des 
 Engelbrecht. Wir nehmen_ daher keinen Anstand, nach der her- 
gebrachten VVe-lse diese drei Iiiixlstler, obgleich Glieder Einer Fa- 
milie, unter verschiedenen Rubriken aufzuführen. Den Bruder des 
Lucas: S. daher "Kunst". 
Cornelisz, Johann. 5_ vermeyen, 
CÜTUCIIUS; ein Architekt, entwarf den Plan zur Iiirche des hl. Lam- 
bertus zu lYliinster, die 1375 zu bauen begonnen wvurde. 
COITIGlIIIS, ein Formschneider, der neben Andern an den Platten zu 
dem grossen Triumphzuge des Kaisers Maximilian arbeitete. Dic- 
ser ist wohl Cornelius Liefrink. 
COPXIGHIJS, ein Dominikaner-Ordensbruder, übte um 1674 die Kunst 
der Iiupferstecherei. Er stach mit einem andern Bruder, Domini- 
cus, die Reliquien der Dletropolitan Jiirche zu Prag. Ein anderes 
sauber estochenes Blatt von seiner Hand stellt den heil. Nicolaus 
von Tcäentino vor. 
Cornelius, Peter, Futter 1'011, ein berühmter Historienmaler und 
Gründer einer neuen Schule, wrurde im Oktober 17_87 zu Düssel- 
dorf geboren. Als der Sohn eines Malers und mit Illlgemßingn, 
Anlagen begabt ergab er sich auf der Aliaclemie seiner Vaterstadt 
ebenfalls dem'Studiuin der Kunst; aber eine lruhe Eigenthiiinlich- 
keit dieses Meisters ist es, dass er, keiner Schule zugethan, im 
Gefühle eigener Freiheit und Selbstständigkeit auf dem Wege der 
VVahrheit und Natur das Ziel zu erreichen strebte. Durchdiiungeii 
von dein Gefiihle fiir das Fromme, Religiöse, und hingerissen irun 
der tiefen lnniglseit, die aus den Werken der älteren Meister 
 spricht, suchte er auf gleiche Weise, _dech bei gl'i.l5SCI'Gl' äusserer 
Vollkommenheit, den Geist und den tiefen bedeutungsvollen Ernst 
der Alten seinen freien ErzßUgD15Se1l_ einzuhauchen. Anfangs wa- 
ren es die Werke Marc Antons, nach denen er zeichnete, was 
ihm zum besondern Vortheil gereichte; d_enn_in den Stichen dieses 
Meisters tritt die liunstuii grosster lieiiiheit hervor: Doch bald 
versuchte er auchndie eigene I-iralt III" der Compositioii, und als 
Frucht dieser Beuiuhung sind die Gemulde zu betrachten, die er 
schon in jungen Jahren in der Cathedrale zu Neuss aiisluhrte. Diese 
Bilder {stellen symbolisch die Geschichtedesläeiches Gottes dar, 
nach der Angabe des Professors VVallrat. .818, sind in der from- 
men Weise derAlten ausgeluhrtg und beweisen schon das grossß 
Talent des 12jährigel1 l'illßlleni_ undiselne. Hübe Eigeiithiimlieh- 
keit. Wir finden bei Cornelins kein Festhalten an eine bestimmte M121- 
niei", er war immer eigenthiimlich, handelnd na_ch seiner Individualität, 
und daher nennt ihn, nach unserer Meinung, )ener VV.  iii Götheß 
 Schrift; über Kunst und Altertliuin I. 2. S. 41 mit Unrecht einen.
        

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