Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Cleomenes - Dumesnil
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1719441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1725233
Dughct , 
Caspar. 
569 
Jagd auch besser zusagte, als die Geschichtsmalerei. In der Land- 
schaft aber gehört er mit Claude Lurrain zu den berühmteste" 
Künstlern. Doch ist das Ziel dieser beidenMeister nichtldasselbc. 
Claude erschaute die Natur in ihrer entzückenden Sanftheit und in 
ihren ewigen Reizen. Er malte diehauf- und niedergehendßsuüllß, 
die durch Thaii erfrischte Natur ain Morgen, die durch des Tages 
Ilitze erinatteten Gebüsche und Pflanzen beim herannahenden .-A-bend. 
Caspans grosser und kühner Geist war auf das Bedeutungsxfolle, 
Grossartige, Erhabene gerichtet. Vßegabt mit einer hUChSt fache" 
Phantasie, womit sich gründliche -Uebnng verband. suchte er vor 
allen die Idee, den poetischen Gehalt, möglichst klar zur Anschau- 
ung zu bringen, und zur Erreichung seines Zweckes mussten alle 
Mittel gelten; darüber vernachlässigte er Alles, was dazu ausser 
Beziehung stand. Daher findet man nicht selten Biiuine und Pflan- 
zen in seinen Bildern, die kein Naturkundiger kennt, die "aber 
dennoch das allgemeine Ge räge der organischen Natur an 51011 
tragen und sehr wohl vvirküieh existiren könnten. Er hätte llQfl 
Baum näher charakterisiren können, aber sein Zweck war ein ho- 
herer, ein idealer  die Darstellung eines Landschriftsgediehleß- 
Seine Werke nehmen den Verstand in Anspruch, aber seine Man- 
nigfaltigkeit und Fülle befriediget auch die Sinne, und das Ge- 
miith wird für das Bedeutende, für den Gesainmtcharahter und 
für die ethische VVirhung iiiii so einpfiinglicher gemacht. 
Iiein Künstler hat vielleicht einen grösseren Styl und mehr Le- 
ben in landschaftlichen Compositioneu gezeigt, als Caspar Pous- 
sin. Er liebte besonders Stürme und Ungewittcr darzustellen. uin llle 
Natur in Bewegung, und sie dadurch uin so lebendiger zu zeigen- 
Seiiie Behandlung ist gewöhnlich flüchtig, so wie er denn liber- 
haupt mehr auf den durch Massen und Linien hervorgebrachten 
poetischen Effekt, als auf sorgfältige Ausführung des Einzelnen sah- 
Er schilderte auch manchmal blosse Veduten, besonders aber nnt gross- 
ter Richtigkeit die Gebirge in ihrem Zusanimenliange und 311 Ihre" 
verschiedenen Entfernungen. Er hat wohlgeordnete, schon uber 
einander hin sich hauende Gründe, gut verstandene yVfjhlPal" 
thien, aber in Ton und Farbe lässt er oft zu wünschen ubrig. 
Die Scliatten sind undurchsichtig, denn leider haben viele sei- 
ner Bilder sehr gediinhelt. In ursprünglicher Färbung aber haben 
sie eine gewisse Haltung des Tons, welcher der grandiosen än- 
orclnung und Behandluiigsweise trortrelflich entspricht. Seine lrar- 
bung ist dann von einer solchen Frische und so bestimnit im Cha- 
rakter, dass sie neben dem Zaubertun des Claude Lorrain sich gel- 
tend zu machen weiss.  
Sein Bauinsehlag ist wellig und tust immer derselbe. Indessen 
sind seine früheren VVerlxe, in welchen Trockenheit herrscht, V0" 
seinen späteren zu unterscheiden. In diesen ist der Einfluss deS 
Studiums nach Claude Lorraiii sichtbar; sie sind lichter, durch" 
sichtiger, in freiercr Bewegung entstanden.   
In llom ist eine bedeutende Anzahl von Werken dieses Meistersi 
besonders iin Pallaste Doria. lin ersten Ziininer der Gallerie Slztltf 
von ihin lauter Gemälde in Wasserttarlieii, trefflich erhalteöhl kfilc; 
tig wie Oelgeiniiltle. Dann folgt ein Saal init  13 vräist 
nach ihm grau sula del Pussino genannt XYlfLl... Forziig Hi) Ehre- 
man da jenes Bild mit dcer lfoxiile Lucantä Die 1111613 a" m 
ren dieser Gemälde hat asti ione genia    
In S. Marlino ai Monte (lgOlfSCllJCll Stadt sieht man lrzfltflt 59:12:; 
11.11.4 Landschaften mit heiligen Geschichten, dw am 4 ' ' 
sehr verblichen sind.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.