Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Cleomenes - Dumesnil
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1719441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1724697
Dürer , 
Albrecht. 
515 
Irh Jahre 1515 fertigte Diirer ausserclem noch die berühmten Rand- 
zeichnungen des Gebetbuchcs für Kaiser Maximilian, welchCSSiClliIl 
der k. ll-luf- und Staatsbibliothek zu München befindet. In (liesen 
höchst geistreich ausgeführten Feclerzeichnungen waltet die Phan- 
tasie des Künstlers in Vüllliülllnlßllßf Freiheit, bald ernst und voll 
hoher XViirde, bald anmuthig spielend, bald in humoristischen Scher- 
zen manigthchcrAx-t. Der Raum ist auf geschmackvolle Weise aus- 
geschmiicht, nirgends geht das Spiel seiner Phantasie ins Bizarre 
und Uebertric-heile . der Scherz geht nie ins Gemeine. Acht 
Bandzeichnuiugen sind in diesem Gebethuche von Cranach, die übw 
x-igexx 45 von Dürer, Darstellungen aus der heiligen und profanen 
GQSiChiCIIiC, und allCll ein Capitel aus seiner Hauschrnnils ist abge- 
handelt: die Frau Agiles geht ganz säuberlich auf Eycrn. Dieiäl 
Gebetbuch ist auch durch schöne lithographirte Nachbildungen he- 
litannt, ((1114: bei Zeller in Wliinchcn erschienen, und bereits vergrif- 
en sm   
Auch in der Aetzkunst versuchte er sich, und man schreibt ihm 
sogar die Flriinclung des Aetzwassers zu, was gegen 1510 geschehen 
Sßyn soll; allein die Erfindung der Aetzhixnst kann diesem Kleister 
nicht beigelegt werden. denn es findet sich ein allegorisches Blattvun 
VVenzel von Olhnütz, welches geätzt und mit dem Jahre 1.195 be- 
bezeiehnet ist. Dlan kann dem Dürer in der Aetzlsunst nie it cin- 
mal grosse Verbesserung zuschreiben; denn seine Blätter in dieser 
Manier sind hart in den Striuihlagen, und daher wurden sie, nach 
Duchesne Vuyagc d'un Jconophile p. 550, ungeeignet Eisensliche 
genannt. Indessen kann die Vermuthuug kaum zurückgewiesen 
werden, ob xiichtDürer, unabhängig von Wenzel, auf diese Entde- 
ckung gerathen sey. Das Blatt des letzteren, aufwelchcs Duchesne 
zuerst aufmerksam macht, ist nusserorzlentlich selten, wahrschein- 
lich desswegen, weil es eine Satyre auf den römischen Hof ist, 
so dass die Abdrücke absichtlich könnten vernichtet werden seyn. 
Derjenige, den Ducbesne beschreibt, befindet sich im brittischen 
lWIuseum. Er stellt eine monströse , ganz nackte weibliche Ge- 
stalt vor, mit Schuppen bedeckt, Der Kopf ist der eines Eseln, 
der eine Fuss endet in einen Huf, der andere in eine liralle, der 
rechte Arm in eine LÖWGDlElIXUC, der linke nur in eine mensch- 
liche Hand. Am Bücken trägt sie eine bzirtige Maske und anstatt 
des Schweifes sieht man den Hals und den Kopf einer Chimiire 
mit einer gespalteten Schlangenznnge. Oberhalb der Gestalt steht: 
ROMA. CAPUT. MUNDI. Links ist ein Thurm mit einer Fahne, 
auf welcher die Schlüssel Petri zu sehen, und über rleni Thurme 
liest man: CASTELSAGVNO. Im Vorgrunde ist ein Fluss mit der 
Inschrift TEVERE, und weiter unten das Wcirt JANVARII. Auch 
liest man die Jahrzal 1496. Dieses Blatt ist also viel älter, als je- 
nes, welche Dürer geätzt hat. 
 Von seiner Rückkehr aus Italien an, bis 1529, blieb Diirer in 
Nürnberg auf mannigfaltige Weise beschäftiget, in diesem Jahre 
aber unternahm er mit Frau und Magd eine Reise nach den Nie- 
derlanden, wie aus seinem Tagebuche erhellct, das in Men's Jour- 
nal VII. 55, und 1828 in Dr. Campiäs Reliquien Albrecht Dürer: 
5- 71 ff. abgedruckt ist. Dürer wurde iin den Niederlanden überall 
auf das Ehrenvollstc empfangen, und er kam mit Iiiiustlern und an- 
dern berühmten Männern in Berührung- ÜHICY dlßSßll lSI auch 
Erasmus von Itotterdam, welchen Dürer zeichnete, so wie mehrere 
andere Personen. Mit Lucas von Lcydeil laam- er kurz vor 5911191 
Abreise zusammen, Dürer sagt aber von ihm sehr wenig.  
331:
        

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