Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Cleomenes - Dumesnil
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1719441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1724639
D i irer , 
Albrecht. 
509 
und welches er durch vier Männer nach Prag tragen liess, um es 
vor Beschädigung zu bewahren. Gegenwärtig ist das Gemälde aber 
verschollen. Dürer erweckte (lamit "die Critik. Nlan fand die Farbe 
wohl schön, den Styl aber, welcher der italienischen Weise ganz 
entgegen war, konnte man nicht loben. Dürer schreibt selbst im 
zweiten Briele an Pirhheimer: „sy schelten das ding vnd sagn es 
sey nit antigisch dat doruin scy es nit gut." 
Er fand in Italien auch Neider, doch auch Freunde. Mit besons 
derer Hochachtung spricht er von Giovanni Bellini, Welcher nach 
seiner Ansicht "der pest im geineli" war. Doch auch Bellini sprach 
sich vortheilhait iiher den deutschen Meister aus. Es ehrte 
ihn ja selbst sein Zeitgenosse Iinlael Sanzio von Urbino. Dieser 
elnplixig in freundschaftlicher Zuneigung das in Wasserfarben ge- 
malte Bildniss Dürefs und schiclite ihm dagegen das seinige. 
Auch Zeichnungen und Stiche wechselten die beiden grosseil 
Künstler gegenseitig aus. Rafael rief bei Betrachtung derselben 
die merkwürdigen Worte: "Wlahrlich, dieser würde uns alle über- 
treffen, wenn er wie wir die Meisterwerke der Kunst vor Augen 
hätte! 
Dürer malte in Venedig ausscr den Bartolonilius auch noch ein 
Ecce homo und wermuthlich noch ein Paar andere Bilder, und end- 
lich begriisstc er 1507 wieder das deutsche Vaterland. Von dieser 
Zeit an, dem Beginne seiner Bliithc, bis zum Jahre 1520 lebte er 
in Nürnberg mit Liebe der Iiunst, und er schuf in dieser Zeit 
manch herrliches YVerk. 
 Im Jahre 1507 malte er das trclTliche und lebenswahre Bildniss 
eines jungen lYIannes von rökthlicher Gesichtsfarbe, im Belvedere 
zu lVien. Siersehollen ist die Darstellung von Adam und Eva, 
welche Dürer in demselben Jahre fertigte. Er scheint es der Stadt 
zum Geschenke gemacht zu haben, doch darf dieses muthmasslichc 
Geschenk nicht mit dem berühlnten Bilde der Apostel in der kgl. 
Pinakothek zu München verwechselt werden, welches Dürer in 
sfwiiterer Zeit dem Rathe zum Andenken übergab. In Nürnberg 
blieb eine Coiiie zurück, denn der Rath iiberliess das Original dem 
Iiaiser lludolph, wie es scheint nicht mit allgemeiner Ueberein- 
Stimmung, und es wurde zur Nachtzeit tbrtgetragen. In diese Zeit 
gehörtauch die Marter der zehntausend Heiligen, welche Dürer für 
Herzog Friedrich von Sachsen malte. Später zierte das Bilddie Gallerie 
Rndolph lI. in Prag. Auch dieses Gemälde ist trefflich, fein5und. 
miniaturartig, in schönen leuchtenden Farben, es werden aber vor 
unserm Blicke alle Grausamkeiten verübt, welche Dürer und Pirk- 
hcimer, in der Mitte des Bildes stehend, betrachten. Aufdem Fähn- 
lein, welches Dürer hiiit, steht geschrieben: Iste faciebat anno D0- 
mini 1508 Albertns Dürer Alemanus. In der Schleissheimev-Gal- 
lerie ist eine YViedcrholung dieses Bildes.  
Im folgenden Jahre malte Dürer die berühmte Himmelfahrt der 
lVIaria für den Frankfurter Jakob Heller, der sie den Ddlniniltanern 
seiner Vaterstadt verehrte.     
Das Ilauptbild vollendete er ganz allein, keiner der Schüler. und 
 Gehülfcn durfte Hand daran legen. Das Bild bcwunderte_auc_h 
Jedermann, selbst wenn er in Italien Iiuiustwverke geschaut. Die 
Mönche fanden wohl ihrc Rechnung dabei, denn kein angesehe- 
ner Reisender ging durch Frankfurt, ohne sich Diirer's Meißel"- 
werla zeigen zu lassen.    
Der Altar hatte vierFliigelthiiren, die von Ausscn durchM- Gnl" 
newald mit Bildern grau in grau bemalt waren, wie Sandrart Ver-
        

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