Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Cleomenes - Dumesnil
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1719441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1724619
Dürer , 
Albrecht. 
507 
wagen des Kaisers, wie unter den Händen eines der geschihtesten 
Technikers die Zeichnung verändert und umgestaltet wurde. Die 
meisten Risse zu diesem Werke schnitt Hieronymus llösch wie 
Neudörifer (Nachrichten etc. S. 47) benachrichtet. Die präcxse, 
methodische, doch etwas kalte Manier, in welcher dieses grosse 
Werk ausgeführt ist, wäre demnach, nach Bumohr. das Eigen- 
thüniliche des berühmtesten unter den Formschneidern, 391'911 
Dürer zur Ausführung seines Entwurfes sich bedient hat. Es drückt 
sich überhaupt in den Holzschnitten, die nicht von Üürers eigener 
Hand herrühren, mehr oder weniger die Schule desFormschneiders 
aus. Jeder hat. den Contour und die Schraiiirnngen so gehalten, 
als es seiner Hand am bequemsten war. 
Die Vorzeichnung erscheint bei ihnen nicht in ihrer strengen 
Eigenthümlichkeit, obgleich Üngßf und einige andere es behauptet 
haben. Wäre eine solche Meinung gegründet, so dürften wir in 
den Holzschnitten, welche die Meister selbst auf den Stock ge- 
zeichnet haben, eben so viele unschätzbare Originalzeichnungen 
besitzen und der Autheil der Formschneider wäre dann, wie n- 
mohr (l. c. S. 6) bemerkt, an der Entstehung des Werkes nicht 
grösser, als der des Aezwassers in den eigenhändigen Radirungen 
der Meister. 
Dass Dürer selbst in Holz geschnitten habe, geht aus seinen ei- 
genen Worten hervor, die er auf den Beheimschen Holzschnitt bei 
Wiederüberschichung desselben schrieb und welche zuerst gegen 
Unger in Murr's Journal IX. 55 bekannt gemacht wurden. Hier 
heisst es: 
„Liber Her Michell beheim. Ich schick ewech dis Wapen wider, 
bit lats also beleiben es würt ewchs so keiner verbessern den ich 
habs mit Fleiss künstlich gemacht" etc. 
Dürer redete hier sicher nur von der Heizplatte, die er selbst 
mit Fleiss künstlich gemacht, und daher wollte er sie nicht mehr 
verbessern, was man von ihm verlangte. Es haben sich auch in 
neueren Tagen einige entschieden gegen Bartsch ausgesprochen, in- 
dem sie annehmen, dass Dürer und andere Künstler, wie Holbein, 
Burgkmair, Schäufelin etc. selbst in Holz geschnitten haben. Schon 
Sandrart (Akademie I. 101.) gibt dieses zu und auch H. C. Arend 
(gedeehtniss der ehren Albrecht Dürens, Gosslar 1728. ß- 6-, ferner 
Heinecke (Nachrichten von Künstlern I. 150); Emeric David 
(Musee Tran. par Robillard Ilk); die Biographie universelle VI. 
515), W. Young Ottley An inquiry into the origin of engraving, 
ll. Q. 8. 756); Heller Geschichte der Holzsch. S. 161 und Rumohr 
spricht diese Meinung in seinem VVerke über Hans Holbein dem 
Jiingern in seinen Verhältnissen zum deutschen Formschnittwcißn 
nicht nur von seinem Meister, sondern auch von Dürer aus. Ei- 
ner andern Ansicht ist jedoch der Reccrnscnt dieses Werkes: im 
Iiunstblatt 1856, Nr. 1. der dieses nicht recht zugeben Will- 
Ausgcmachte 'l'hatsache ist es, dass Dürer in Iiupfer gestochen 
habe und zwar schon frühe; denn er hat bereits in derllvßrhstättc 
seines Vaters als Silberarbeiter den Grabstichel handhaben gelernt, 
Wir möchten fast glauben, dass er auch im Niello sich versucht 
habe. Es existiren nämlich auf der k. Bibliothek zu Paris und im 
Wfoodburn solche Werke (H. 2 Z. 2 L., ßr. 1 Z- 8  Weh 
ehe der künstlerischen Composition nach Dürerin angehören. 
Es ist dieses eine zu jener Zeit beliebte Dartellung der drei Got- 
tinnen mit der Zwietracht, die im Begriile ist, den Apfel unlißl: S": 
zu werfen. Die eine der Göttinnen trägt das Fiillhorn, vielleicht 
die Venus; die andere charakterisirt die Ptauenfeder als Junm und 
in der dritten mit dem Spiegel erkennen wir die Miucrvß-
        

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