Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Cleomenes - Dumesnil
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1719441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1724231
Dow 
oder 
Douw , 
Don , 
Gerhard. 
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leuehtung trefflich gehalten. Seine Gegcnstiieke wählte er aus dem 
bürgerlichen Leben und auch-kleine Purtraite malte er; allein er 
benahm durch seine Langsamkeit den Leuten zum Sitzen alle Lust, 
wesswegen, nach Sandrarfs Erzählung, aus Ueberdrnss ihre sonst 
lieblichen Physiugnomien ganz gelindert, verdriesslich, schwermii- 
thig und unfreundlich erscheinen, und das wahre Leben nicht vor- 
stellen. 
Seine Bilder liess er sich thcuer bezahlen; er verlangte fiir ein 
solches 600 bis 1000 hülliintlische Gulden. Die Taxen seiner Arbeiten 
rechnete er nach den Stunden, die er daran gearbeitet, und fiir jede 
Stunde 5 Pfund Flämisch, welches dritthalb lleichstbaler macht. 
Eines der berühmtesten Bilder dieses Iiiinstlers ist die wasser- 
siichtige Frau, worin der NIaler das Verdienst vollkommener Nach- 
ahmung mit dem Interesse des Gegenstandes zu vereinigen wusste. 
Die Composition ist rührend, die Beigaben sind von unerhiirtem 
lteichthuul , die Ausführung ist vullendet. Der Churfiirst von der 
Pfalz kaufte dieses Bild um 70,000 Fr. und gab es dem Prinzen 
Engen von Savoyen. Nach dem Tode. dieses Fürsten wurde es 
Eigenthum des Iiönigs von Sardinien, der es zu Turin in seinem. 
Gemacht: aufbewahrte, bis 1799, wo er es dem General Clanzel 
schenkte , welcher damit zu Paris das k. Museum beehrte, wo es 
sich noch befindet. 
Dieses Gemälde ist 2 Sch. 7 Z. hoch und 2 Sch. 17.. breit. Fos- 
seyeux und Clässens haben es gQSlLUClICD, und 1822 cupierte selbiges 
Geor et vortrefflich auf Porzellan.  
In äaris sind ansserdem noch mehrere andere Bilder von Dow, 
wie: Dorfs eigenhändig gemaltes Bildniss, die Familie des Künst- 
lers, ein mcrkiviirrliges Bild, das die Eltern des Malers vorstellt, 
und zwar in einem Zimmer, das allerlei Geriithschaften enthält und 
durch ein Fenster erhellt ist. Die Alte liest im Buche und der 
Wlann, mit langem Bartc, blickt hinein. Daselbst ist auch diejnn- 
ge llaushiilteriil, wahrscheinlich das Gemälde mit dem erwähnten 
Besenstiel, der dem liiinstler drei 'I'age Arbeit kostete; die Dnrfkra- 
nicrin, der Trompeter, die holliiilrlische Köchin, der Goldwäger mit 
dem Jahre 166i, der Astrulug, eine betende Alte etc. 
Die k. Pinakothek 1.u lWIiinchen bewahrt eine Reihe seltener 
Itauphverke von Dow: das eigene Bildniss des Iiiinstlers, dasBild- 
niss eines alten JWIalei-s an der StalTelei, angeblich Jurian Ovens; 
den Einsiedler in seiner lliihle betend; die Geniiiseverlaiiuferin; die 
liuchenbiickerin; die Alte mit dem Knaben, dem sie das Ungezie- 
fer auf dem Iiopfe tiidtet; das Nachtessen; den Marktschreier aus 
der Düsseldorfer Gallcrie, grösser als die WVassersiicbtige; die Spin- 
nerinnen; die Aepfelschälerin; einen kniend betenden Einsiedler; die 
Dame am Putztische etc. 
Auch Dresden ist nicht arm an Gemälden dieses ltiinstlers. Da! 
sind zwei seiner eigenen Bildnisse; der heil. Hierunyinus; die biis- 
sende Dllagrlalena; der Schreibmeister; das vom Geliebten belauschte 
ltliidchen und die Trinkerin; zwei Effektstiicltc. Blau bewundert 
die niedliche Katze auf dem lfeustergcsimsc und die Darstellung 
einer silbernen Uhr. 
Im Nluseum zu Antwerpen befindet sich die berühmte Abend- 
schule. In diesem Bilde sieht man fiiuf lierzenlichter angebracht; 
und ihre VVirkuaig ist so verstiiudig berechnet dass die Beleuch- 
tung höchst natürlich und täuschend erscheint. Auch ist die Farbe 
von grusser Wärme und der Ausdruck der Figuren naiv. 
Dieses kostbare Stiick, welches auch unter dem Namen der lYIiid- 
chenschule bekannt ist, bildete friihei- die Hauptzicrde der Samm- 
lung des Herrn van der Pult 1.u Ainsterdain- Ein wahrer Diamant,
        

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